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So kalt, so gross, so schneereich: Mit den folgenden Fakten können Sie am Après-Ski-Stammtisch punkten. Bild: Max Kramer

Rekord-Skigebiete weltweit: Superlative im Schnee

Von Brigitte von Imhof

Skifahren bei minus 30 Grad, in 5200 Meter Höhe, am Polarkreis, in der Wüste oder bei 16,5 Meter Schneehöhe? Wir haben uns über die Ski-Rekorde schlau gemacht.

Die nächste Ski-Saison steht bevor oder hat für einige schon begonnen. In der Schweiz hat man die Berge vor der Haustür, doch verbringen viele auch gerne ihre Skiferien an ausgefallenen Orten. Wir haben Rekord-Skigebiete zusammengetragen - Rekorde in Bezug auf Kälte, Höhe oder Schneemenge. Viele Rekord-Skigebiete sind richtige Exoten, andere gehören zu den beliebtesten der Welt. Auch wenn Sie dort nicht gleich hinreisen, können Sie mit dem Wissen aus den folgenden Zeilen sicherlich beim einen oder anderen Quiz gute Figur machen.

Das Grösste: Les Portes du Soleil in der Schweiz und Frankreich

An der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz (Kanton Wallis) liegt das Skigebiet Les Portes du Soleil. Die «Sonnentore» umfassen 650 gespurte Pistenkilometer (Off-piste-Abfahrten nicht mit eingerechnet) und machen die Region zum grössten Skigebiet der Welt. 195 Liftanlagen verbinden die zwölf Skiorte in Frankreich und der Schweiz, darunter Avoriaz, Chatel, Les Gets, Champéry und Les Crosets. Knapp dahinter mit «nur» 600 Pistenkilometern liegen die legendären Drei Täler, «Les Trois Vallées», in den französischen Alpen mit den Orten Méribel, Courchevel, Les Ménuires und Val Thorens. 
de.portesdusoleil.com 

Das Älteste: St. Moritz

Der Schweizer Wintersportort St. Moritz darf mit Fug und Recht behaupten, den Wintertourismus dank einer Wette ins Leben gerufen zu haben. Entsprechend festlich fallen die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 150. Geburtstag in diesem Winter aus. Im Jahr 1864 bot der St. Moritzer Hotelier Johannes Badrutt sechs seiner englischen Sommergäste einen verlockenden Deal an: Er lud sie ein, im Winter seine Gäste zu sein und versprach ihnen, sie würden auch im Winter bei Sonnenschein hemdsärmelig auf seiner Terrasse sitzen können. Falls nicht, würde er zusätzlich die Reisekosten von London nach St. Moritz übernehmen. Die Engländer reisten im Frühling braungebrannt nach Hause und berichteten begeistert von ihren tollen Ferien im winterlichen St. Moritz. Der Wintertourismus war geboren. 
www.engadin.stmoritz.ch 

Das Schneereichste: Mount Baker in den USA

Mount Baker heisst das Skigebiet im US-Bundesstaat Washington, in rund zwei Autostunden von den Grossstädten Seattle (USA) und Vancouver (Kanada) aus zu erreichen. 16,5 Meter Schnee fallen durchschnittlich pro Winter. In der Saison 1989/99 kletterte die Schneehöhe auf unglaubliche 28,9 Meter! Zehn Lifte erschliessen 400 Hektar Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Mount Baker ist auch für seine guten Tiefschneebedingungen im Backcountry berühmt. Schneereichstes Skigebiet in Europa ist Warth-Schröcken in Vorarlberg. 11 Meter pro Winter sind ebenfalls beachtlich und sorgen von Anfang Dezember bis Anfang Mai für beste Ski- und Snowboard-Bedingungen. Vorletzten Winter wurde ein lang gehegter Skifahrer-Traum wahr: die Liftverbindung nach Lech und damit der Anschluss ans Arlberg-Grossraumgebiet. 
www.mtbaker.us  / www. warth-schroecken.com 

Das Tiefstgelegene: Alaska

Eine Autostunde südlich von Alaskas grösster Stadt Anchorage liegt der Mount Alyeska. Die Talstation befindet sich auf gerade einmal 100 Meter über dem Meer, das man von der Piste bei jedem Schwung vor Augen hat. Eine 60-Personen-Kabinenbahn saust vom Hotel Alyeska hinauf mitten ins Skigebiet mit 68 Abfahrten, darunter vielen steilen Runs. In den kurzen Wintertagen wird mit Flutlicht nachgeholfen, aber ab Mitte Februar scheint die Sonne schon 16 Stunden am Tag, länger als in allen anderen Skigebieten der Welt. Ab Mai will es gar nicht richtig dunkel werden. Das Resort ist auch als eines der besten Heliskiing-Plätze weltweit bekannt. Mit durchschnittlich 16 Meter Schneefall liegt Alyeska nur knapp hinter dem Schneemengen-Rekordhalter Mount Baker. 
www.alyeskaresort.com / www.anchorage.net 

Das Nördlichste: Riksgränsen in Schwedisch-Lappland

Riksgränsen ist das nördlichste Skigebiet der Welt und liegt in Norrbotten in Schwedisch-Lappland an der Bahnstrecke zwischen Kiruna und Narvik. In einer Höhenlage zwischen 522 und 909 Meter erschliessen sechs Lifte 17 relativ kurze Pisten. In dieser Lage nahe dem Polarkreis wird es im Mittsommer nicht dunkel, nur zwischen Ende Mai und Mitte August ist das Ressort geschlossen. In der Nähe befindet sich der Ort Abisko, der an dem Südufer des Sees Torneträsk liegt. Dauerhaft wohnen in Riksgränsen ca. 100 Einwohner. 
en.riksgransen.se 

Das Südlichste: Cerro Castor in Feuerland

Ausgehend von der Hauptstadt der Provinz Feuerland, Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, besteht die Auswahl zwischen neun Skigebieten, die in maximal 36 Kilometern zu erreichen sind. Darunter befindet sich auch das südlichste Skigebiet der Welt mit einer Höhenlage zwischen 195 und 1057 Metern - Cerro Castor. Zu sportlichen Genuss gesellt sich der Naturgenuss, denn der Skiort befindet sich inmitten des eindrucksvollen Feuerland-Nationalparks. Diese ausgezeichnete Lage ermöglicht uneingeschränktes Schneevergnügen und die längste Wintersaison Südamerikas. Ein modernes Liftsystem macht die 15 Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade mit insgesamt 17 Pistenkilometern leicht zugänglich. 
www.cerrocastor.com

Das Kälteste: Sisimiut in Grönland

Die Durchschnittstemperatur in der mit etwas über 5000 Einwohnern zweitgrössten Stadt Grönlands beträgt minus 15 Grad, aber auch minus 30 Grad sind keine Seltenheit. Damit dürfte dem Skigebiet von Sisimiut der Kälterekord sicher sein. Es gibt einen Schlepplift, drei Pisten und glücklicherweise auch eine Cafeteria zum Aufwärmen. 
www.ski.gl 

Das Höchstgelegene: Gulmarg in Indien

Bis vor einigen Jahren galt Chacaltaya in Bolivien als höchstes Skigebiet der Welt. Aber der Gletscher auf 5200 Metern ist mittlerweile völlig verschwunden. Und so rückte Gulmarg im indischen Himalaya auf den Spitzenplatz nach. Die Bergstation liegt auf knapp 4000 Meter, nur 100 Meter höher als die des Kleinen Matterhorns in der Schweiz. Die ausgiebigen Schneefälle machen Gulmarg zu einem echten Ski- und Snowboard-Paradies für Tiefschnee-Fans. Sehr beliebt ist der etwa halbstündige Aufstieg zum Gipfel des Apharwat (4124 m) mit anschliessender Powder-Abfahrt. 
www.skigulmarg.com

Das Heisseste: Dubai

Superlative sind ein Muss im arabischen Luxus-Staat. Nur logisch also, dass Dubai die grösste künstliche Skipiste der Welt vorweisen kann. Die 700 Meter lange Abfahrt befindet sich in einer Halle, die auch bei Aussentemperaturen von 45 oder 50 Grad auf winterliches Alpen-Niveau runter gekühlt wird. Einen Dubai Skiclub gibt es auch, Präsidentin ist die ehemalige deutsche Skirennläuferin Christa Kinshofer. 
www.skidxb.com 

Das Beleuchtetste: Keystone in Colorado

Keystone in den Rocky Mountains von Colorado gehört zum Skiverbund der Vail Resorts und ist als grösstes Nachtskigebiet der Colorado Rocky Mountains bekannt. 17 Pisten werden hier nachts hell erleuchtet. Skifahrer können verwundert feststellen, dass die Sicht bei Flutlicht besser ist als bei Sonnenschein. Die Höhenlage zwischen 2800 und 4000 Meter sorgt für Schneegarantie ab November bis weit in den April hinein. Der nächtliche Pistenspass kann nahtlos zum Dinner (u. a. im höchstgelegenen Gourmetrestaurant in Nordamerika) und ins Nachtleben übergehen.

www.vail.com