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Melco, Hard Rock Resorts und CNS schaffen in Limassol nebst dem Mega-Casino auch 500 Hotelzimmer und 4000 Arbeitsplätze. Bild: Michal Parzuchowski

Jackpot für den Tourismus auf Zypern

Das Land erhält definitiv das grösste integrierte Casinoresort Europas. Die Tourismusbranche erhofft sich einiges davon.

Bereits im April wurde darüber berichtet, doch erst vor wenigen Tagen wurde der Vertrag unterschrieben: In Zypern entsteht definitiv das erste integrierte Casinoresort Europas. Hinter dem Projekt stehen die in Hong Kong angesiedelte Casinobetreibergesellschaft Melco International, die amerikanische Hotel- und Restaurantkette Hard Rock Resorts sowie die zypriotische CNS Group.

Das Resort soll an der Südküste bei Limassol entstehen; die Investitionssumme beträgt rund 550 Millionen Euro und ist damit «die grösste Tourismusinvestition aller Zeiten auf Zypern», wie der zypriotische Staatspräsident Nicos Anastasiades frohlockt. Durch das Resort entstehen lokal 4000 Arbeitsplätze – und für die Tourismusbehörden ist das Resort wichtig beim Versuch, Touristen das ganze Jahr nach Zypern zu locken.

Die präsentierten Zahlen sind eindrücklich: Das Casino selber soll 136 Spieltische und 1200 Spielautomaten umfassen, während das Hotel über 500 Zimmer verfügen wird. Dazu kommen 6000 Quadratmeter Konferenzräume, eine Konzerthalle mit Platz für 1500 Zuschauer und eine 4000 Quadratmeter grosse Spa- und Wellnesszone. Der Spatenstich erfolgt Anfang 2018; geplanter Eröffnungszeitpunkt ist das Jahr 2021. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann noch ein 18-Loch-Golfplatz das Angebot abrunden.

Riesige Steuergewinne für Zypern

«Ein Casinoresort dieser Grössenordnung zieht nicht nur Glücksspieler, sondern auch herkömmliche Touristen an», glaubt Marinos Menelaou, der Generaldirektor des Zypriotischen Fremdenverkehrsamts. Man erhofft sich einen Effekt wie in Las Vegas oder Macau, wo die Casinos primäre Attraktionen sind, viele Touristen aber keine Glücksspieler sind.

Die staatlich erteilte Casinolizenz, welche die Rechte für vier weitere, kleinere Casinos in Paphos, Larnaka, Ayia Napa und Nikosia umfasst, hat eine Laufzeit von 30 Jahren, wobei die ersten 15 Jahre Exklusivität garantieren. Die Regierung erhofft sich von dem Projekt rund 100 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr. 

Dazu soll aber wie gesagt auch der Tourismus angekurbelt werden. Dieser macht aktuell rund 20 Prozent des BIP von Zypern aus und wächst zurzeit kräftig – für 2017 wird mit rund 3,6 Millionen Touristen gerechnet. Allein wegen dem Casino rechnet Zypern mittelfristig mit bis zu 500‘000 zusätzlichen Besuchern pro Jahr, was 450 Millionen Euro an zusätzlichen Tourismuseinnahmen bedeuten könnte.

Anbei noch eine Videoimpression des Projekts:

(JCR)