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Nach Irma (roter Punkt in der Mitte) bauen sich die Stürme Katia (links) und José (rechts) auf. Bild: Youtube.

«Irma», «José» und «Katia» sorgen für Ausnahmezustand über dem Atlantik

«Irma» fegte mit zerstörerischer Kraft über mehrere Karibikinseln hinweg, traf Puerto Rico und hält Kurs auf Florida. Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht: Zwei weitere Hurrikans sind dem Monster-Sturm auf den Fersen.

Monster-Sturm «Irma» ist der stärkste, jemals über dem Atlantik gemessene Hurrikan. Und Irma hält weiterhin Kurs auf Florida. Auf dem Weg dorthin, verwüstete der Hurrikan bereits mit Winden von bis zu 300 km/h die Karibik-Inseln Barbuda, Saint-Barthélemy und St. Martin. Der französische Teil von Saint-Martin soll zu 95 Prozent zerstört worden sein, acht Menschen kamen ums Leben, 23 wurden verletzt. Stark beschädigt wurde auch der für die tiefen Landeanflüge bekannte Princess Juliana Flughafen auf St. Martin:

In Barbuda wurden laut Premierminister Gaston Browne 90 Prozent der Gebäude beschädigt, 60 Prozent der rund 1400 Einwohner bleiben obdachlos zurück. Puerto Rico traf es am Mittwochabend ebenfalls mit voller Wucht: Etwa eine Million Menschen sind ohne Strom, 30‘000 ohne Wasser. Schon bevor Irma bei Puerto Rico auf Land traf, knickten Bäume reihenweise um und es gab sintflutartige Regenfälle. Der Flughafen San Juan in Puerto Rico ist bis mindestens Donnerstag gesperrt. Die Dominikanische Republik ist nun ebenfalls mit heftigen Winden und Regenfällen konfrontiert. Auch Haiti und Kuba sind in Alarmbereitschaft. Im Osten Kubas wurde bereits für sieben Provinzen der Notstand ausgerufen.

Das sagen die Reiseveranstalter

Aktuell deutet alles daraufhin, dass «Irma» direkt auf Florida zusteuert. Für Donnerstagnachmittag sind Zwangsevakuierungen angeordnet: Touristen werden aufgefordert, betroffenes Gebiet zu verlassen, darunter fallen Key West und Miami Beach.

Hotelplan Suisse liess zehn Kunden aus Key West evakuieren. Reisende nach Kuba/DomRep können bis und mit Abflug 8. September kostenlos umbuchen oder stornieren.

DER Touristik Suisse bietet kostenlose Umbuchungen/Annullierungen für Kuba-/DomRep- und Florida-Reisende mit Abflug bis 10. September an.

TUI Suisse bietet allen Kunden, die bis und mit Freitag, 8. September in die Dominikanische Republik oder nach Kuba abreisen, kostenlose Umbuchungen an.

Alle drei grossen Veranstalter beobachten den Weg des Hurrikans aufs Genauste und werden gegebenenfalls kurzfristig Anpassungen vornehmen.

Das sagt die Reiseversicherung

Thomas Tanner, CEO der Europäischen Reiseversicherung, sagt: «Ein solch verheerender Hurrikan wie «Irma» gilt bei uns als Elementarereignis. Wer eine Reiseversicherung bei uns abgeschlossen hat und wem durch den Hurrikan Mehrkosten oder Umbuchungs-/Stornierungskosten entstehen, ist bei uns entsprechend versichert. Da die grossen Reiseveranstalter kulant reagieren, betrifft dies bei uns vor allem die Individualreisenden.» Bislang habe man noch keine Meldungen erhalten, da diese in der Regel schriftlich eingereicht würden, könne sich dies aber noch ändern.

40'000 Cruise-Passagiere betroffen

Norwegian Cruise Line hat zwei Kreuzfahrten der Norwegian Sky und Escape mit Start im Miami am 8. und 9. September abgesagt. Zwei bereits in See gestochene Schiffe, die am Freitag und Samstag in Miami hätten anlegen sollen, wurden umgeleitet und verkürzt.

Carnival Cruise Lines musste ebenfalls zwei Kreuzfahrten mit Start am 7. und 8. September stornieren und die Routen fünf weiterer Schiffe anpassen.

Royal Caribbean hat drei Kreuzfahrten abgesagt: Die der Majesty of the Seas von Port Caneveral, die Kuba-Kreuzfahrt der Empress of the Seas ab Miami und die Kreuzfahrt auf der Enchantment of the Seas. Die Oasis, Harmony und Allure of the Seas warten in sicherer Distanz, bis Irma vorbeigezogen ist.

Auch ein Kreuzfahrtschiff der MSC ist betreffen: Die MSC Divina wird aufgrund des Hurrikans direkt nach Miami fahren, wo sie Donnerstagmorgen, den 7. September 2017, einlaufen wird, schreibt die Reederei. Der Hafen von Miami werde voraussichtlich am Freitag geschlossen. Gäste hätten so die Möglichkeit, am Donnerstag 7.9.2017 auszuschiffen. Sobald die Ausschiffung abgeschlossen sei, fahre das Schiff mit jenen Gästen, die ihre Kreuzfahrt fortsetzen wollen, nach Cozumel, Mexiko, ausserhalb der Reichweite von Irma. Dort werde sie so lange verbleiben, bis eine sichere Rückkehr nach Miami bestehe. Die Kreuzfahrt vom 9. September muss abgesagt werden.

Betroffen ist auch die MSC Opera: Aufgrund der aussergewöhnlichen Umstände wird der Hafen von Havanna voraussichtlich ab Freitag geschlossen. Dies betrifft auch den Turnaround-Betrieb von MSC Opera, geplant für Samstag, 9. September 2017. Aus diesem Grund hat die Reederei beschlossen, den Aufenthalt von MSC Opera in Cozumel, Mexiko, bis Sonntag, 10. September 2017, zu verlängern, dort endet dann auch die aktuelle Kreuzfahrt. Ein- und Ausschiffung findet ebenfalls am Sonntag in Cozumel statt. MSC Kreuzfahrten arrangiert Transfers von Cozumel zum Flughafen von Cancun und retour, um den abreisenden Gästen die Heimreise zu ermöglichen und ankommenden Gästen zu helfen, das Schiff zu erreichen.

«José» und «Katia» sind «Irma» auf den Fersen

Die Hurrikan-Situation ist aktuell so brisant wie seit sieben Jahren nicht mehr. Gleich drei aktive Hurrikans sind im Atlantik unterwegs. Am Mittwochabend wurde Tropensturm «José» vom US-Hurrikanzentrum zu einem Wirbelsturm hochgestuft. Er befindet sich im Moment über dem offenen Meer, könnte aber den Weg von «Irma» einschlagen. Und auch der im Golf von Mexiko aktive Tropensturm «Katia» könnte in den nächsten Stunden Hurrikanstärke erreichen und Mexiko treffen.

(LVE)