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Die Veste Coburg, die Fränkische Krone, überragt die Stadt Coburg im oberfränkischen Grenzgebiet zu Thüringen. Bild: Fotolia

Bayern liegt an der Spitze

Deutschland steuert erneut auf ein Rekordjahr zu. Vor allem Besucher aus Russland, Brasilien, China und Indien sind bisher mehr gekommen als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Nach einem kräftigen Plus im ersten Halbjahr nimmt der Tourismus zwischen Ostsee und Alpen Kurs auf das achte Rekordjahr in Folge. In den ersten sechs Monaten zählten Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte 205,1 Millionen Übernachtungen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Beliebt ist Deutschland sowohl bei einheimischen Gästen wie solchen aus dem Ausland. Allein 168,4 Millionen Mal übernachteten heimische Reisende in Betrieben mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, Sparbuch und Co. werfen kaum noch etwas ab, vielen Verbrauchern sitzt daher das Geld locker. Ob die jüngste Verschärfung der Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei zu mehr Ferien im eigenen Land führt, ist möglich. Hinzu kommen Geschäftsreisende und Messetourismus.

In den ersten sechs Monaten entfielen 36,7 Millionen Übernachtungen auf Besucher aus dem Ausland. «Mit drei Prozent Zuwachs präsentiert sich das Reiseland Deutschland im internationalen Wettbewerb mit einer sehr guten Halbjahresbilanz», sagt Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Deutschland sei als Reiseziel im Ausland so beliebt wie noch nie. Im vergangenen Jahr hatten unter anderem Terroranschläge in Europa die Reiselust ausländischer Gäste gedämpft – insbesondere aus Asien. Die Zahl der Übernachtungen von Besuchern aus anderen Ländern hatte unterdurchschnittlich um 1,4 Prozent zugelegt.

Deutlich höher sind die Erwartungen für dieses Jahr. «Im Moment sind wir sehr optimistisch. Ein Plus von zwei bis drei Prozent bei den Übernachtungen ausländischer Gäste im Vergleich zum Vorjahr scheint möglich», sagte Hedorfer. Vor allem aus Russland, Brasilien, China und Indien seien bisher mehr Besucher gekommen als im Vorjahreszeitraum. 2016 hatte die Wirtschaftskrise in Russland und Brasilien die Reiselust der Gäste aus diesen Ländern gebremst.

Einen regelrechten Boom gab es im Juni, die Übernachtungszahlen stiegen insgesamt um 10 Prozent. Dabei spielte allerdings auch eine Rolle, dass die Pfingstferien in diesem Jahr in den Juni fielen. 2016 hatten sie noch im Mai gelegen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala bei Reisenden steht Bayern. In den ersten fünf Monaten wurden dort 32,4 Millionen Übernachtungen gezählt. Auf Rang zwei und drei folgen Nordrhein-Westfalen (20,3 Mio) und Baden-Württemberg (18,7 Mio.).

(TN)