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Der Anflug auf den «Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo» gilt als extrem schwierig, da sich die Landebahn direkt am Steilhang zwischen Atlantik und Bergen befindet. Bild: Youtube

Viele Touristen sind auf Madeira gestrandet

Heftige Winde haben den Flughafen Funchal ins Chaos gestürzt. Viele Touristen verlängern ihre Ferien unfreiwillig und ärgern sich über fehlende Informationen.

Wegen äusserst starken Winden an der Küste sind auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira tausende Touristen gestrandet. Seit dem Wochenende gibt es auf dem Flughafen chaotische Zustände – auf der Anzeigetafel dominiert das Wort «cancelado». Allein am Sonntag sind bis zum Abend 56 Verbindungen annulliert worden, berichten portugiesische Medien. Betroffen waren 5500 Passagiere – am Montag war noch keine Entspannung der Lage in Sicht.

Zunächst startete keine einzige Maschine vom Airport Funchal, am Montag Vormittag landeten schliesslich zwei Flugzeuge aus Grossbritannien. Informationen dazu, ob und wann sich die Lage ändern sollte, gebe es nicht, beklagten die Fluggäste, darunter viele Deutsche.

Ob auch Schweizer Reisende betroffen sind, ist noch unklar. Wie Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Mediensprecherin von Hotelplan Suisse, auf Anfrage von travelnews.ch sagt, seien am Montag keine Hoteplan-Gäste betroffen, die von oder nach Madeira fliegen. Die nächsten Kunden reisen am Dienstag von Madeira in die Schweiz, bis dahin, hofft Hotelplan, sollte sich die Situation entspannt haben. «Wir behalten die Situation aber selbstverständlich im Auge und würden unsere Kunden bei Flugverschiebungen informieren».

Serge Brunner, der Geschäftsführer von Baumeler Reisen sagt: «Die Wanderreisen auf Madeira starten erst wieder am 23. September und 7. Oktober, wir haben aktuell keine Kunden auf der Insel. Auch auf der Bikestation ist zur Zeit kein Kunde von uns. Madeira ist berüchtigt wegen dem Wetter, aber bisher hatten wir immer relatives Glück. Wegen heftigen Winden musste im 2017 einmal eine Gruppe von uns länger in Funchal bleiben, da Edelweiss nicht fliegen konnte.» Bei individuellen Kunden sei es immer wieder mal zu vereinzelten Verspätungen gekommen.

Windverhältnisse frühzeitig bekannt

Unverständnis herrscht bei den gestrandeten Touristen darüber, dass die drohenden Winde seit Donnerstag bekannt waren, die Airlines sich aber nicht auf die Situation eingestellt hätten, erklärte eine deutsche Touristin am «Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo». Der Flughafen war erst vor wenigen Monaten auf den Namen des berühmten Inselsohnes und Weltfussballers umgetauft worden.

Der Anflug gilt als extrem schwierig, da sich die Landebahn direkt am Steilhang zwischen Atlantik und Bergen befindet. Wegen der Küstenlage wird der Flughafen oft von heftigen Winden heimgesucht. Ungewöhnlich ist es nicht, dass es in Funchal zu Ausfällen kommt. Mehrere Maschinen seien seit Sonntag auf der Nachbarinsel Porto Santo gelandet, wo es windstiller sei, schreiben portugiesische Zeitungen. Die Touristen wurden anschliessend mit Fähren nach Madeira gebracht.

Viele verzweifelte Feriengäste schliefen derweil in Funchal auf dem Boden der Terminals. Andere suchten sich privat eine Unterkunft in der Hauptstadt Funchal und pendelten seit dem Wochenende zwischen Hotel und Flughafen, um auf neue Infos zu warten.

Update, Dienstag 10 Uhr: Die Flugsituation hat sich weitgehend normalisiert. Ausser einem Transavia-Flug aus Paris und einem TAP-Flug aus Lissabon, die annulliert wurden, erfolgen die heutigen Flüge nach und ab Funchal normal. Die Edelweiss-Maschine von Zürich nach Funchal, WK284, wird pünktlich um 10.25 Uhr auf Madeira erwartet.

(GWA/AWP)