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Die Hudson Yards am Nordende der High Line werden nach ihrer Fertigstellung die Skyline von New York markant verändern. Bild: HudsonYardsNewYork

New York, wie Sie es noch nicht kennen

Von Jean-Claude Raemy

Der «Big Apple» erfindet sich dauernd neu. Wir haben die wichtigsten und faszinierendsten Neuheiten für Sie zusammengetragen.

«Ich war noch niemals in New York», heisst es in einem berühmten Lied von Udo Jürgens. Bloss trifft das heutzutage kaum noch auf jemanden zu. Allein 2016 verzeichnete New York City rund 60,7 Millionen Besucher, viele davon auch aus der Schweiz. Aber selbst wenn Sie schon einmal da waren: Der «Big Apple» erfindet sich seit Jahren immer wieder neu und bietet bei jedem Besuch neue Überraschungen.

New York legt Wert darauf, jeden Besucher empfangen zu wollen, und lanciert dafür einen neue «Welcome»-Kampagne, welche einen angenehmen Kontrapunkt zur eher restriktiven Besuchspolitik der aktuellen US-Regierung legt. Das allein macht den Besuch von New York schon wertvoll. Wichtiger noch sind aber die neuen, noch wenig bekannten oder auch erst künftig kommenden Attraktionen. Wir stellen die Wichtigsten davon vor:

Im Mai 2016 wurde der World Trade Center Transportation Hub fertiggestellt, der für seinen von Star-Architekt Santiago Calatrava entworfenen «Oculus» (Bild unten) bekannt ist.  Alljährlich gehen Millionen Besucher durch den Hub, durch welchen 11 Metro-Linien sowie die PATH-Züge (Port Authority Trans Hudson) führen und der in unmittelbarer Nähe zum World Trade Center Memorial, den WTC Towers 1, 2, 3 und 4 sowie dem Winter Garden liegt.

Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Seaport District, ebenfalls in Lower Manhattan, hat 2016 eine umfassende Modernisierung hinter sich gebracht. Das historische Fulton Market Building hat neue Läden und ein Kino namens «iPic Theatre» erhalten, in welchem man während dem Film in gemütlichen Sitzen mit Kissen und Decken dinieren und Cocktails schlürfen kann. In diesem Sommer wird zudem das Pier 17 wiedereröffnet, auch hier mit brandneuen Geschäften und Restaurants direkt am Wasser, darunter einer Dachterrasse mit super Blicken auf den East River und die Brooklyn Bridge. Gewisse Lokalitäten im Seaport District können auch für private Events gemietet werden.

Das allergrösste Projekt New Yorks sind aber die Hudson Yards. Zwischen dem nördlichen Ende der High Line und dem Javits Convention Center entsteht hier eine Stadt in der Stadt. Bis 2025 entstehen 15 Wolkenkratzer, welche die Skyline von Manhattan einschneidend prägen werden – vor allem der «Hudson Spire», welcher höher sein wird als das WTC 1, aktuell das höchste Gebäude New Yorks und Amerikas. Geplant sind nebst 4000 Wohnungen auch zahlreiche Büros; interessanter für Touristen ist indes die 70‘000 m2 grosse Mall mit über 100 Läden, Restaurants, Cafés und Märkten. Dazu wird das Luxushotel Equinox Hotel & Spa in einem der Türme untergebracht sein. Platz für Kultur hat es natürlich auch, etwa mit einem «Center for Artistic Invention» sowie dem «Vessel», einer überdimensionierten Skulptur aus ineinander greifenden Treppen (Bild unten; Fotocredit Forbes/Massie).

Etwas weiter südlich wird das Pier 57 im Hudson River Park voraussichtlich noch in diesem Frühling nach einer Generalüberholung neu eröffnet. Das geschützte historische Pier im Meatpacking District erhält nebst neuen Shops, Büros (u.a. Google) und Restaurants sowie einem Asia-Markt auch einen grosse Outdoor-Park mit Blick auf den Hudson River, wo künftig das Tribeca Film Festival ausgerichtet wird (Bild unten; Credit CurbedNY). Es wird damit zum ernsthaften Konkurrenten der unweit davon gelegenen, etwas besser bekannten Chelsea Piers.

Kleine Anmerkung in diesem Zusammenhang: Die berühmte Boutiquehotel-Kette Six Senses, bislang vor allem durch ihre Resorts wie das Soneva Fushi auf den Malediven berühmt, wird in unmittelbarer Nähe von Pier 57 und direkt an der High Line (10th Avenue, zwischen 17th und 18th Street) ihr erstes Hotel in Nordamerika eröffnen. Das Six Senses New York wird 137 Zimmer auf zehn Etagen und seinen Schwerpunkt im Spa-Bereich haben.

Aber auch in Midtown tut sich einiges. Das touristische Herz New Yorks, rund um den Times Square, wurde zuletzt von Repeatern oft gemieden. Neue Entwicklungen dürften das ändern:

Bereits in wenigen Wochen wird das Gulliver’s Gate im Herzen des Times Square eröffnen. Das ist eine interaktive Miniaturwelt mit über 300 Gebäuden und kleinen 3D-Druck-Modellen von einigen grossen Städten dieser Welt, darunter New York selber. Man findet das Gulliver’s Gate leicht (44th Street, zwischen 7th und 8th Avenue – also bei einigen der bekannten Broadway-Theatern).

Im Juli folgt dann gleich um die Ecke das Opry City Stage am Broadway, zwischen 48th und 49th Streets. Die neue Konzert-Location soll das Feeling des «Grand Ole Opry» aus Nashville, dem Herzen der Country-Musik, nach New York bringen. Nebst der Konzerthalle wird es ein Restaurant, eine Bar und einen «Listening Room» geben.

Für Fans von American Football schliesslich wird im November die NFL Experience Times Square eröffnet. Es handelt sich nicht um ein herkömmliches Museum oder eine Art «Hall of Fame», sondern eben um eine interaktive Erlebniswelt, mit einem 4D-Film und Möglichkeiten, sich virtuell mit NFL-Stars zu messen. Natürlich gibt es auch einen reich ausgestatteten Shop mit Souvenirs von allen NFL-Mannschaften.

Da virtuelle Erlebniswelten gerade sehr angesagt ist, eröffnet das weltberühmte Magazin National Geographic an der 44th Street Ecke Boradway und 8th Avenue die National Geographic Encounter: Ocean Odyssey. Obwohl man trockenen Fusses durch die Attraktion gehen kann, wähnt man sich in den Tiefen des Pazifiks und kann mit den Meereskreaturen interagieren. Das Eröffnungsdatum ist noch nicht offiziell kommuniziert, aber im Herbst 2017 geplant.

Natürlich besteht New York aber nicht nur aus Manhattan, sondern auch aus den weiteren so genannten «Boroughs»: Brooklyn, Bronx, Queens und Staten Island.

Besonders Staten Island, bislang noch wenig von Touristen frequentiert, wartet mit sensationellen Neuerungen auf. Hier entsteht zurzeit das New York Wheel (Bild unten). Nicht einfach noch ein Riesenrad: Der Gigant bietet unglaubliche Blicke auf den Hafen von New York und Lower Manhattan. Die Basis steht und das Rad nimmt Gestalt an; ein offizieller Eröffnungstermin steht noch nicht, geplant ist die Eröffnung zurzeit im April 2018. Eine Fahrt dauert 38 Minuten; die 36 Kabinen können bis zu 1440 Personen gleichzeitig befördern. Mit 192 Metern Höhe ist es höher als das London Eye, wird aber leicht kleiner sein als das Riesenrad, welches derzeit auch in Dubai aufgezogen wird. Natürlich wird es auch hier nicht an zusätzlichen Attraktionen fehlen: Die neue Empire Outlet Mall, New Yorks einziges Outlet-Shoppingcenter, direkt am Fuss des Rads, wird in Kürze eröffnet. Über 100 Läden bieten Schnäppchenpreise an. Praktisch: Nach Staten Island kommt man gratis mit der Staten Island Ferry, welche alle 30 Minuten zwischen dem Whitehall Ferry Terminal in Lower Manhattan und dem St. George Ferry Terminal auf Staten Island verkehrt. Bei der Überfahrt kommt man an der Freiheitsstatue und an Ellis Island vorbei und erhält super Blicke auf die sich wandelnde Skyline von Manhattan.

Auch die viel verschriene Bronx ist einen Besuch wert. Man sollte nicht vergessen, dass die Bronx mit dem Yankee Stadium, dem New York Botanical Garden oder dem Bronx Zoo schon jetzt tolle Sehenswürdigkeiten bietet. 2018 bekommt dann auch noch das interaktive Bronx Children’s Museum ein neues Zuhause. Dieses liegt beim historischen Bronx Terminal Market Powerhouse am Harlem River, praktisch gegenüber dem Yankee Stadium (siehe Plan weiter unten) und führt Kinder aller Alterskategorien interaktiv an Themen wie Kunst, Kultur und Ökologie heran.

Weitere Informationen dazu, was in New York alles läuft, findet man unter www.nycgo.com.