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Der Winter steht vor der Türe. Doch noch ist weiterhin unklar, mit welchen Massnahmen Schweizer Wintersportler in der anstehenden Saison zu rechnen haben. Bild: Schweiz Tourismus

Was geht nun in den Schweizer Skigebieten?

Während Österreich schon am 21. September für Planungssicherheit gesorgt und die 3G-Pflicht kommuniziert hat, drückt sich die Schweiz weiterhin um einen Entscheid. Doch der Winter beginnt schon bald und viele Buchungswillige wünschten sich klare Informationen.

Planungssicherheit dürfte wohl zum diesjährigen Tourismuswort des Jahres gewählt werden, so es eine solche Ausmarchung gäbe. Ob bei Auslandreisen oder Skiferien: mit welchen Reiserestriktionen muss man bei den nächsten Ferien rechnen? Wer buchen will, möchte klare Verhältnisse. Österreich hat es vorgemacht und schon am 21. September entschieden, dass die 3-G-Regel nicht nur für Gäste in den Restaurants und Hotels gilt, sondern auch auf den Skiliften. In geschlossenen Seilbahnen müssen die Wintersportler zudem eine FFP2-Maske tragen.

In der Schweiz gehen die Meinungen aber noch auseinander und wenige Wochen vor dem Start der Wintersaison ist weiterhin unklar, wie und mit welchen Massnahmen der kommende Winter über die Bühne geht.

Den Tourismusgebieten geht die fehlende Gewissheit langsam auf die Nerven. «Wir brauchen Planungssicherheit», sagt Mario Bislin, CEO der Bergbahnen Flumserberg, der «Neuen Zürcher Zeitung». «Schliesslich wollen wir unseren Gästen möglichst konkret sagen, wie sie sich auf und neben der Piste verhalten sollen.» Bislin ist gegen eine 3G-Pflicht. «Eine Zertifikatspflicht ist ein Unsinn, weil sie nichts bringt.» Die Betreiber hätten in der Saison 2020/21 bewiesen, dass sie ihren Gästen ein sicheres Wintervergnügen garantieren können. «Entgegen allen Befürchtungen wurde kein Skiort in der Schweiz zum Hotspot». Der Verband der Bergbahnen Schweiz (SBS) beschränkt sich derzeit aber immer noch auf die Floskel, man sei im Gespräch mit dem Bundesamt für Gesundheit.

Offenbar ist eine Zertifikatspflicht auch wegen der schwierigen Umsetzbarkeit umstritten. Sollte diese aber nicht eingeführt werden, würde die Schweiz zur Insel mit weniger Einschränkungen als in den übrigen Alpenländer werden. Neben Österreich dürfte die 3G-Pflicht auch in Deutschland kommen. Zwar gibt es bis jetzt noch keine definitive Regelung. Doch bis anhin dürfen nur Geimpfte, Genesene und Getestete die deutschen Bergbahnen benutzen, sobald die Inzidenz 35 übersteigt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Beschränkung und somit eine Zertifikatspflicht auch während der Wintermonate gelten wird.

Sollen wir? Oder vielleicht doch lieber nicht?

In der Schweiz wird aber ein Eiertanz um die Zertifikatspflicht aufgeführt. Angesichts der immer noch laufenden Gespräche mit dem Bund wollen sich die meisten Tourismusverantwortlichen nicht aus dem Fenster lehnen.

Nicht in allen Regionen wehrt man sich gegen eine 3-G-Pflicht. Die Fideriser Heuberge im Kanton Graubünden setzen auf eine umfassende Zertifikatspflicht, wie sie bereits Ende August bekanntgegeben haben. Basierend auf den Erfahrungen während der Sommersaison: Es sei nur mit sehr grossem Aufwand möglich, die unterschiedlichen Gästegruppen im Hotel- und Gastrobereich zu kontrollieren. Eine Kontrolle des Covid-Zertifikats beim Eingang zum Wintersportgebiet hingegen schaffe Klarheit. Wer Zugang erhält, könne sich anschliessend frei und ohne Maske bewegen.

Doch was passiert nun auf den Schweizer Skipisten, in den Bergbahnen und in den Schümli-Pflümli-Tempeln, lieber Bundesrat? Gibt es eine 3G-Pflicht oder nicht? Zuwarten ist jedenfalls keine Lösung. Die ersten Schneeflocken sind im freien Fall und viele Skifahrerinnen und Skifahrer möchten bald schon mit Gewissheit ihre Ferien buchen.

(GWA)