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Es muss nicht immer eine Trendmetropole sein - auch die norwegische Inselgruppe Spitzbergen findet sich in den Top-10-Zielen für Remote Worker. Bild: Janik Rohland

An diesen Orten gibt es die besten Bedingungen für Remote Worker

Arbeiten fern von Zuhause und Firma liegt im Trend. Wo gibt es dafür die besten Voraussetzungen? Dafür wurde nun ein Ranking erstellt.

Die Pandemie hat deutlich aufgezeigt, dass «Remote Work» als Arbeitsmodell der Zukunft funktionieren kann, und dass «Workations» ein Reiseangebot der Zukunft sind. Länder wie Mauritius, die Seychellen und andere versuchten schon im vergangenen Jahr, gerade auch Personen aus der Reisebranche von «Workations» vor Ort zu überzeugen. Eigentlich hat die Pandemie aber lediglich das Modell der «Digital Nomads» auf breitere Bevölkerungsschichten ausgeweitet und auch bei Firmen dazu geführt, dass Workation-Aufenthalte nun breiter bewilligt werden, wie zuletzt bei DER Touristik Suisse.

Aber wo liegen eigentlich die besten Orte für Workation-Interessenten oder eben Digital Nomads? Die persönlichen Vorlieben sind nur das eine, das andere sind wesentliche Kriterien wie Kosten (Lebenshaltung, Unterkunft etc.) sowie, für die Arbeit besonders wichtig, Internet-Zugang und -Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus spielen auch Kriterien wie Sicherheit, Offenheit von Land und Leuten, Zugänglichkeit und nicht zuletzt auch Incentives für Workation-Arbeitende eine Rolle.

Aus solchen Kriterien - insgesamt sind es sieben - hat nun das Portal Remote eine Liste der besten Orte für «Remote Work» erstellt. Das Schöne daran: Die Liste ist nicht fix, sondern kann anhand der eigenen Prioritäten in Bezug auf die untersuchten Kategorien individuell angepasst werden. Damit kann ein jeder den besten Ort finden. Gewichtet man alle Kategorien gleich und sucht so den «goldenen Durchschnitt», sehen die Top-10 Ziele derweil wie folgt aus:

  1. Toronto, Kanada
  2. Madrid, Spanien
  3. Auckland, Neuseeland
  4. Madeira, Portugal
  5. Helsinki, Finnland
  6. Spitzbergen, Norwegen
  7. Berlin, Deutschland
  8. Valparaiso, Chile
  9. Dublin, Irland
  10. Sydney, Australien

Die Liste mag überraschen, was Remote allerdings dadurch rechtfertigt, dass man bewusst ausgetretene Pfade vermieden habe. Spitzbergen? 3000 Seelen leben dort und die Gegend ist voller Eisbären, aber das Internet ist top, Wohnraum ist günstig und jeder, der will, darf sich dort visumsfrei niederlassen (sofern ein Job vorhanden ist). Das üblicherweise als «Stadt mit der besten Lebensqualität» bezeichnete Wien landet auf dem 16. Platz, bestplatzierte Schweizer Stadt ist Bern auf Rang 28 - mit dem Hinweis, dass Zürich «mehr Presse» erhält, aber Bern eben irgendwie cooler ist. Beliebte Städte wie Paris (42), Rom (44) oder London (78) sind quasi unter «ferner liefen». Mauritius? Auf Rang 89. Die Seychellen sucht man ebenso wie Zürich, Basel oder Genf vergeblich. Dafür sind US-Ziele sehr prominent vorhanden, wenn auch nicht auf den Top-Plätzen. Hübsch ist derweil der Eintrag auf Rang 45, das japanische Kaff Mishima: Dieses schafft es nur wegen der hohen Incentives auf die Liste. Wer sich dort niederlässt, erhält laut Remote während drei Jahren monatlich 85'000 Yen (fast 700 Franken) sowie eine einmalige Bezahlung von 300'000 Yen (2455 Franken) oder, auf Wunsch, stattdessen ein... Kalb. Die vollständige Liste gibt es hier.

Über Selektionskriterien lässt sich immer streiten. Es ist dennoch eine hübsche Gedankenspielerei und ein weiterer Hinweis darauf, wie sich die Ansprüche an den Arbeitsort verändert haben.

(JCR)