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Schlecht gebrüllt, Löwe! Kenia hat mit der Falschmeldung um Quarantänepflicht für Schweizer für unnötige Konfusion gesorgt. Bild: Rachel Claire

Kehrtwende in Kenia

Eigentlich sollte für Schweizer eine Quarantänepflicht ab Montag herrschen. Am Dienstag wurde bekannt, dass die Quarantänepflicht rückwirkend ab Montag nicht mehr gilt. Was ist passiert?

«Pole pole», sagen die Einheimischen in Kenia manchmal. Das ist Swahili und bedeutet «Nur mit der Ruhe» oder «langsam», oder Neudeutsch «Take it easy». Nicht so easy dürften es aber die Schweizer Afrika-Spezialisten mit der jüngsten Kommunikationspanne der kenianischen Behörden nehmen. Zunächst hiess es, dass für Schweizer ab diesem Montag (8. März) eine Quarantänepflicht herrsche, worüber Travelnews berichtete. Doch bereits am Dienstag (9. März) hatte die Information auf dem Merkblatt der kenianischen Behörden geändert. Mit Gültigkeit per 9. März ist die Schweiz nämlich nicht mehr unter den quarantänepflichtigen Ländern.

Was an sich eine gute News ist. Doch warum zuerst Aufruhr schaffen mit einer also nur vermeintlichen Quarantänepflicht? John Stewardson vom St. Galler Spezialisten Africa Design Travel erklärt auf Anfrage von Travelnews: «Man nimmt jedes Dossier mehrmals in die Hand zwecks Umbuchungen wegen den steten Änderungen der Regelungen. Von da her ist diese offizielle Falschinformation natürlich ärgerlich. Aber ich habe in Corona-Zeiten gelernt, dass sich nerven auch nicht weiterhilft. Wir müssen durchhalten, bis mit einer ordentlichen Durchimpfung weltweit wieder einigermassen normale Zustände herrschen.» Also «pole pole» in umgekehrter Richtung, gewissermassen. Stewardson bemerkt auch, dass - wie sein Mitbewerber Claudio Nauli bereits im Travelnews-Artikel festgehalten hatte - nun ohnehin Tiefsaison ist für Ostafrika, sich die Auswirkungen dieser Kommunikationspanne also im Rahmen halten.

John Stewardson

Doch was war überhaupt der Grund für die plötzliche Kehrtwende Kenias? Wie Stewardson inzwischen von seinen Kontakten in Kenia erfahren hat, war es ein grosser Aufschrei von lokalen kenianischen DMCs, in der «Kenia Association of Tour Operators» vereint, welche gegen die Massnahme protestierten - weil der Schweizer Quellmarkt gerade in der jetzigen Situation einer der noch besten und damit wichtigsten Ertragsbringer ist. Mit anderen Worten: Die Sorge um das ökonomische Wohlergehen der wichtigen Tourismusbranche behielt in Kenia letztlich die Oberhand.

Was allerdings die Auswahlkriterien für diese Quarantäneliste etwas in Frage stellt. Die Auswahl der aktuell noch quarantänepflichtigen Länder mutet ohnehin seltsam an: Für Einreisen nach Kenia sind Stand heute nur Personen aus Spanien, Thailand, Tschechien, Brunei und Kuwait mit einer Quarantäne belegt. Ausser im Fall von Tschechien befinden sich in allen genannten Ländern die Corona-Inzidenzen auf einem recht tiefen Niveau. Italien oder Frankreich, wo die Inzidenzen aktuell relativ hoch sind, sind jedoch ebenso quarantänebefreit wie 203 weitere Länder. Travelnews hat derweil erfahren, dass die Liste regelmässig aufdatiert wird. Ein gelegentlicher Blick auf die oben verlinkte Liste lohnt sich also.

So oder so gilt: Für die Einreise nach Kenia braucht es einen negativen PCR-Test und man muss frei von typischen Covid-Symptomen sein.

Was ist mit Tansania?

Im Fall von Tansania, wo nun strengere Massnahmen - entweder von der Schweiz oder von Tansania selber - erwartet werden, bittet Stewardson um Differenzierung: «Es stimmt, dass Tansania mit den Covid-Zahlen lasch umgegangen ist und wir vernehmen, dass die Lage auf Sansibar alles andere als erfreulich ist. Man muss aber bedenken, dass ansonsten in den Nationalparks auf dem Festland das Risiko einer Ansteckung sehr gering ist.»

In diesem Zusammenhang weist Stewardson zudem darauf hin, dass man sich nun beispielsweise auch problemlos in der Serengeti testen lassen kann: «Die Tests werden dann via Arusha nach Darussalam ins Labor gebracht und Reisende haben die Testresultate vor Abflug.» Damit wäre immerhin ein potenzielles Problem, nämlich jenes der PCR-Testpflicht vor Heimreise in die Schweiz, gut lösbar.

(JCR)