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Alexandra Mucheik gleitet auf einem Mokoro durch die kleinen Kanäle des einzigartigen Okavango-Deltas. Bilder: PSAF

Auf Pirsch im Okavango-Delta

Von Alexandra Mucheik

«Da wäre ich jetzt gerne» heisst die Travelnews-Serie über traumhafte Orte, an die man sich in diesen Wochen des Reisestillstands sehr gerne zurückerinnert. Heute: Alexandra Mucheik, Product Manager bei Private Safaris, begibt sich in Gedanken auf Safari in Botswana.

Es ist 5.00 Uhr morgens, als ich den Weckruf des Rangers höre. Er steht vor meinem Zelt und raunt leise doch bestimmt «knock knock». Draussen ist es stockfinster und kalt, ich kuschle mich nochmals in die warme Daunendecke und horche auf die Geräusche der Natur. Gefühlt bin ich erst vor wenigen Minuten eingeschlafen, denn mein «FOMO – Fear of missing out» ist im afrikanischen Busch besonders ausgeprägt. Auf keinen Fall will ich das Lachen der herumschleichenden Hyänen, das Brüllen des majestätischen Löwen oder gar das Fauchen des eleganten Leoparden verpassen.

Schliesslich schäle ich mich aus dem Bett und schlüpfe ich die Kleider, die ich am Abend zuvor bereits zurechtgelegt habe. Ich freue mich auf den heissen Kaffee und die bevorstehende Pirschfahrt. Um uns auf dem offenen Safari-Fahrzeug warm zu halten, bekommen wir Wolldecken und Wärmeflaschen. Wir gehen es gemütlich an, keiner redet viel, wir alle geniessen die friedliche Morgenstimmung.

Ich bin kein Morgenmensch, zu Hause ist aufstehen vor 8.00 Uhr eine unnötige Qual. Doch in Afrika ist es meine absolute Lieblingszeit. Noch immer müde von der kurzen Nacht, lasse ich den Blick in die Ferne schweifen und bewundere die vorbeiziehenden Zebras und Impalas. Langsam geht am Horizont die Sonne auf und taucht die Umgebung in ein sanftes Licht. Ich schliesse die Augen und lasse es auf mich wirken. Das ist für mich die mit Abstand schönste Art, den Tag zu beginnen. Teil davon zu sein, wenn der Busch langsam erwacht – und meine Lebensgeister.

Nach der ereignisreichen Safari, während der wir fantastische Tierbeobachtungen geniessen durften, kehren wir ins Camp zurück. Mein Magen knurrt und ich freue mich auf einen ausgiebigen Brunch. Zurück in meinem Zelt, bewaffnet mit Wasser und meinem Tolino, mache ich es mir auf der Veranda bequem. Zum Lesen komme ich nicht gross, denn hier lasse ich meinen Gedanken freien Lauf. Unterbrochen wird dies höchstens von einer Elefantenherde, die auf dem Weg zum nächsten Wasserloch vorbeiziehen – wer braucht bei dieser Live-Unterhaltung schon ein Buch??

Feuerball verschwindet langsam am Horizont

Nachmittags steht die Fahrt mit dem Mokoro auf dem Programm. Gemächlich gleiten wir durch die kleinen Kanäle des einzigartigen Okavango Deltas. Wie schön, die im Schilf lebenden kleinen Tierchen zu erspähen. Nachdem wir diese Ruhe und Idylle genossen haben, wechseln wir auf ein Motorboot. Durch etwas breitere Wasserstrassen und mit wiederum spannenden Begegnungen mit der hiesigen Tierwelt, erreichen wir eine kleine Insel. Wir werden bereits vom Camp-Personal erwartet, die an diesem traumhaften Fleck alles für einen unvergesslichen Sundowner vorbereitet haben. Mit dem legendären G&T in der Hand und begleitet von den Stimmen der Natur, beobachte ich, wie ein roter Feuerball langsam am Horizont verschwindet.

Das ist für mich der perfekte Tag: ein Tag auf Safari in Afrika – die beste Erholung für die Seele, gerade in dieser schwierigen Zeit