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Karin Bachmann vermisst die Weiten von Texas, den endlosen Himmel und das Farbenspiel bei Sonnenauf- und untergang. Bilder: KB

Am Lagerfeuer in Midland, Texas

Von Karin Bachmann

«Da wäre ich jetzt gerne» heisst die Travelnews-Serie über traumhafte Orte, an die man sich in diesen Wochen des Reisestillstands sehr gerne zurückerinnert. Heute: Karin Bachmann, Product Manager USA bei Hotelplan Suisse – sie träumt von einer Cattle Ranch in Midland, Texas.

Mein Amerika...Ich vermisse Deine Weiten, Deine endlosen Himmel und die Farbenspiele bei Sonnauf- und untergang. Zwei Jahre habe ich auf einer Cattle Ranch in der Nähe der Stadt Midland, Texas, gearbeitet und mich dabei so frei und naturverbunden gefühlt wie noch nie zuvor.

Tagwache war morgens um 5 Uhr, um 5.30 Uhr sassen wir im Sattel, das Frühstück wurde eingepackt und auf dem Pferd gegessen. Dann hiess es kilometerweite Zäune zu kontrollieren – die Ranch war so gross wie der Kanton St. Gallen –, Rinder zusammenzutreiben und den Klapperschlangen so gut wie möglich aus dem Weg gehen.

Abends am Lagerfeuer ein kaltes Bier und ein gutes Stück Fleisch geniessen, Diskussionen führen ohne ständig aufs Handy zu schauen und vielleicht spielte jemand noch eine schöne Country-Schnulze auf der Gitarre. Und dann so richtig müde ins Bett sinken. Es gibt kein Wochenende, es wird gearbeitet, wenn es Arbeit gibt. Kommt mal ein Nachbar vorbei, lässt man alles stehen und liegen, denn der ist ja mindestens eine Stunde im Auto gesessen, um uns zu besuchen. Zum Einkaufen fährt man einmal im Monat, denn vier Stunden Fahrzeit pro Weg auf einsamen amerikanischen Countryroads sind nicht ohne. Diese Zeit war unvergesslich für mich und hat mich viel über Land und Leute gelehrt.

Wenn ich an die Zeit zurückdenke, erinnere ich mich vor allem an dies: Ich wurde mit offenen Armen empfangen, mein damals mittelmässiges Englisch wurde höflich überhört, mir wurde überall gutgelaunt geholfen, sei das im Supermarkt, oder wenn ich mal wieder das Drive Through Window bei der Apotheke nicht finden konnte. Diese Freundlichkeit wird bei uns oft als Oberflächlichkeit ausgelegt. Aber ich merkte: ich mag freundliche Oberflächen! In Amerika wird gemacht, nicht geredet. Und wenn es beim ersten Anlauf nicht klappt, dann sicher beim zweiten. Die Meere, die Berge, die Täler, die Städte, die Wüsten – diese unfassbaren Landschaften, die wir aus dem Kino kennen, gibt es nur dort...

Amerika, ich vermisse Dich! Du bist mein Sehnsuchtsland. Und sobald als möglich werde ich dich wieder besuchen, versprochen!