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Kuba darf sich auf noch mehr Touristen gefasst machen. Bild: Fotolia.com

«Kuba-Buchungen sollten möglichst früh gemacht werden»

Der Run auf die Karibikinsel ist gross. Andreas Blass, CEO der Destination Management Company Caribbean Tours, äussert sich zu den aktuellen Herausforderungen.

17 Prozent betrug der Anstieg der Touristen im letzten Jahr. Erstmals verzeichnete Kuba mehr als drei Millionen ausländische Gäste. Die meisten von ihnen stammten aus Kanada, Deutschland, Frankreich, England und Italien. Mit der Annäherung an die USA und der Einführung von Linienflügen zwischen den USA und Kuba wird in diesem Jahr der letztjährige Rekord mit Sicherheit getoppt.

Nicht nur aus den USA ist aber die Nachfrage gross, die Karibikinsel zu entdecken, auch viele Europäer wollen sich weiterhin den Reiz der Kolonialstädte nicht entgehen lassen, Zigarren, Rum und Salsa geniessen. 2016 wird aus touristischer Sicht aber ein Jahr, das viele Fragen aufwirft. Andreas Blass, CEO von Caribbean Tours, erläutert die aktuelle Ausgangslage gegenüber travelnews.ch

Für Kubas Wirtschaft sei der wachsende Tourismussektor wichtiger Motor. Blass sagt hierzu: „Für die Bevölkerung bietet der Tourismus-Boom ein erweitertes Job-Angebot mit Zugang zur Hartwährung CUC, dem Äquivalent zum US-Dollar. Profiteure dürfte auch die inzwischen florierende Privatwirtschaft der Kleinunternehmer wie Restaurants, Bed&Breakfast und Privatunterkünfte, sogenannte casas particulares sein. Aber auch Taxifahrer oder Besitzer von Classic-Cars profitieren von der Konjunktur.“

Bereits im Jahr 2015 erhielt Kuba einen Vorgeschmack auf die wachsende Begeisterung der amerikanischen Touristen für den Inselstaat: „Mietwagenverfügbarkeiten oder auch Fremdenführer waren in der laufenden Saison bereits knapp und in den Restaurants sind amerikanische Touristengruppen keine Ausnahme mehr“, erzählt Blass.

Kuba wird kurz- und mittelfristig teurer

Die Nachfrage nach touristischen Leistungen übersteige in manchen Bereichen das Angebot bereits jetzt deutlich. „Die angekündigten Flüge der US-Airlines summieren sich zu den ständig wachsenden Flugkapazitäten aus Europa und Übersee wie beispielsweise China“, sagt Blass. Neben Havanna würden deshalb künftig auch die Flughäfen Santiago de Cuba, Manzanillo und Camagüey eine Rolle spielen. Auch der Badeort Varadero könnte an Bedeutung gewinnen.

Das Problem bei einer wachsenden Anzahl Touristen: Die Hotelkapazitäten in Havanna wie auch in der Provinz sind begrenzt — die Preise steigen für die kommende Saison stark an. Blass ist überzeugt, dass Kuba kurz- und mittelfristig teurer werden wird — bis sich Nachfrage und Angebot wieder einpendeln. 

Die von ihm geleitete Destination Management Company  Caribbean Tours stelle sich erfolgreich der Herausforderung, für die Kunden das Angebot und die Qualität der Dienstleistung so weit wie möglich zu sichern: „Angesichts der Situation wird ein Qualitäts-Management-System eingeführt. Die Direktion Customer Experience arbeitet mit dem Ziel, mehr Präsenz und Visibilität gegenüber den Kunden sicher zu stellen.“

Der Einkauf und die Reservierung/Operations würden personell verstärkt werden: „Wir haben bereits einen Vertreter in den USA mit Sitz in Miami und wir rechnen damit, dass wir seitens des kubanischen Tourismusministeriums in naher Zukunft die Lizenz erhalten, um auch US-Touristen bedienen zu dürfen“, sagt Blass.

Mit dem sich abzeichnenden Boom bei US-Touristen, empfehle es sich für Schweizer Reisende, frühzeitig zu buchen: „Aufgrund der hohen Nachfrage und des eingeschränkten Angebots wird es zeitweise schwierig werden, die gewünschten Leistungen zu bestätigen", sagt Blass, der nächste Woche an der ITB in Berlin weilen wird.

(TN)