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Amsterdam will dem Drogentourismus den Riegel schieben und Touristen mit einem Zugangsverbot zu Coffeshops vergrämen. Bild: Ehmann

Gras nur noch für die Einheimischen

Stopp Drogentourismus, sagt die Regierung Amsterdams. Touristen soll der Zugang zu den Coffeshops bald untersagt werden.

Schleppend zieht sich der Prozess dahin. Schon vor einem Jahr spielte die Amsterdamer Regierung mit dem Gedanken, den Cannabis-Verkauf in den Coffeeshops zu stoppen, um das enorme Touristenaufkommen einuzudämmen. In den letzten Monaten war Overtourism zwar kein Problem mehr, auch ohne Stopp des Marihuana-Tourismus. Doch wohl nicht für lange.

Die Regierung Amsterdams will jetzt jedenfalls einen Riegel schieben und ausländischen Touristen den Zugang zu Coffeeshops und damit den Kauf von Hasch oder Marihuana verbieten. Staatsanwaltschaft, Polizei und Bürgermeisterin Femke Halsema wollen auf diese Weise den Drogentourismus stoppen, wie «De Telegraaf» schreibt. Nur noch Einwohner der Niederlande sollen dann mit einem Pass Zugang zu den Coffeeshops bekommen. Das Stadtparlament muss den Plänen aber noch zustimmen.

In den Niederlanden sind weiche Drogen wie Haschisch und Marihuana für den persönlichen Konsum legal zu kaufen. Auch während des zur Zeit geltenden Lockdowns sind die Coffeeshops geöffnet, allerdings müssen die Kunden die Waren mitnehmen.

Im Prinzip dürfen nur Einwohner des Landes in den Coffeeshops Drogen kaufen, doch für Amsterdam gilt bisher eine Ausnahmeregelung. Dafür musste die Stadt die Zahl der Verkaufsstellen stark reduzieren. Der Drogentourismus, vor allem aus Grossbritannien, nahm aber stark zu. Studien zeigen, dass der Massentourismus stark abnehmen wird bei einem Zugangs-Verbot für Coffeeshops. Touristen gezielt vergrämen, heisst nun also die Devise.

(TN)