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Melanie Winiger war von Costa Rica schwer beeindruckt. Bild: ©Joseph Khakshouri; zVg FBC

Steckbrief «Costa Rica hat mich total beeindruckt»

Von Jean-Claude Raemy

Costa Rica ist derzeit als Reiseziel wieder in aller Munde. Eine, die das Land kürzlich lieben gelernt hat, ist Schauspielerin Melanie Winiger. Im Interview mit Travelnews sagt sie, warum sie dieses Land fasziniert.

Melanie Winiger reiste 2019 erstmals nach Costa Rica, auf eine Abenteuerreise mit ihrem Mann, auf Einladung eines Schweizer Magazins. Es war nicht einfach ein weiterer Promotions-Job: Die in Zürich geborene, aber im Tessin aufgewachsene Frohnatur war regelrecht begeistert vom Land und empfiehlt nun Costa Rica weiterhin aus voller Überzeugung weiter. Was hat sie dabei so fasziniert? Was hatte sie für Erwartungen an das zentralamerikanische Land, und wie wurden diese erfüllt?

Jetzt, da Costa Rica unter anderem dank der Wiederaufnahme der Edelweiss-Flüge nach San Jose als eines der Top-Ziele fürs kommende Jahr erkennbar wird, haben wir uns mit Melanie Winiger unterhalten - und hoffen, ihr Feuer für dieses Land einigermassen adäquat in Worte umsetzen zu können...


Frau Winiger, wie kam es überhaupt zu Ihrer ersten Reise nach Costa Rica?

Ich muss etwas ausholen. Eigentlich war das Land schon lange ein Begriff für mich. Vor bald 20 Jahren hat meine Tante nämlich Land in Costa Rica, etwas ausserhalb von Santa Teresa, gekauft. Meine Mutter hat ihre Schwester dort schon besucht, ich kam zuvor leider nie dazu. Meine Mutter sagte mir aber stets: «Das ist ein Land wie geschaffen für Dich!». Als sich dann die Möglichkeit bot, das Land gemeinsam mit meinem Mann im Rahmen eines Jobs kennen zu lernen, bin ich dem Ruf schnell erlegen.

Wie waren denn angesichts dieser Vorgeschichte Ihre Erwartungen an das Land?

Ich bin kein «Erwartungsmensch». Will heissen, ich will mir nicht schon vorschnell ein Urteil bilden und lieber abwarten, was das Erlebnis mit sich bringt. Was andere sagen, ist für mich auch nicht so wichtig, zumal jeder ein Land anders erlebt. Kurz, ich wollte offen bleiben, hatte natürlich das eine oder andere gehört, über die schöne Natur und dergleichen, wollte mich aber aufs Land einlassen und überraschen lassen.

Und? Wurden Sie positiv überrascht?

Ich habe dank meinem Beruf schon zahlreiche Länder gesehen und auch schon an verschiedenen Orten im Ausland gewohnt, etwa in Los Angeles oder Südafrika. Aber Costa Rica, ja, das war was anderes. Das Land hat mich total weggeblasen, also positiv beeindruckt.

Können Sie näher erklären, was Sie so fasziniert hat?

Die Menschen vor Ort. Sie sind respektvoll, schätzen die Natur, scheinen glücklich mit sich und ihrem Land zu sein und sind auch stolz auf dieses. Sie strahlen Zufriedenheit, Wärme und Lebensfreude aus. Viele Länder haben schöne Natur und eine vielseitige Flora und Fauna. Aber die Einheimischen in Costa Rica sind der wahre Schatz des Landes.

Pferdenärrin Melanie Winiger war begeistert vom Umgang der Ticos mit Pferden. Bild: zVg

Können Sie uns ein paar Beispiele geben, inwiefern die Menschen Sie berührt haben?

Es wirkt alles so authentisch und entspannt. Die Leute sind aufrichtig freundlich, es wird gescherzt, man fühlt sich nie als «Tourist», den es auszunehmen gilt, sondern als Gast und Freund. Dazu sind die Menschen sehr mit der grandiosen Natur verbunden. Ich bin selber ein Pferdenarr; als ich sah, wie die Gauchos ihre Pferde behandeln, sie lieben und respektieren und nicht einfach als Nutztiere zum Spass der Touristen sehen, wurde mir warm ums Herz. Irgendwie gefällt mir auch, dass das Land vor einigen Jahren das Militär abschaffte und das so eingesparte Geld in Nachhaltigkeitsprojekte investierte. Ebenso scheint es mir, dass es keine «hierarchischen Attitüden» gibt. Alle sind gleich, also gleich freundlich zu allen, es gibt stets Austausch auf Augenhöhe. Das hat mich beeindruckt.

Was haben Sie denn eigentlich gesehen und unternommen?

Ich habe in der kurzen Zeit, wir waren knapp zwei Wochen vor Ort, extrem viel gesehen, wir waren in allen vier Ecken des Landes. Ein pures Abenteuer. Das manchmal recht frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Ja, die Natur ist sehr vielfältig und absolut eindrücklich, und vielerorts unberührt. Die Strände sind sowohl am Pazifik als auch an der Karibikküste wunderschön. In Santa Teresa gingen wir surfen. Wir waren per Auto auf unwegsamen Strassen unterwegs, auf dem Pferderücken, teils auch mit Kleinflugzeugen, die auf kleinen Flughäfen im Dschungel landeten. Es war immer was los. Und immer waren die Menschen aufgestellt und zuvorkommend, nie gestresst und trotzdem hat alles einwandfrei geklappt.

Was würden Sie denn als Highlight bezeichnen? Mal abgesehen von den Menschen?

Wenn ich mich festlegen muss, dann sage ich mal... zwei Sachen (lacht). Einerseits die heissen Quellen von Tabacon am Fusse des Vulkans Arenal, mitten im Dschungel. Herrlich entspannend, und mit Blick auf wildlebende Papageien, Frösche und mehr! Andererseits hat es mir auch in der Region Nosara in der Provinz Guanacaste gut gefallen. Ein extrem abgeschiedener Ort, wo uns die Brüllaffen das Frühstück streitig machten. Ich habe es geliebt.

Die Tierwelt hat es Ihnen offenbar angetan...

Wir haben auch Tukane und Kolibris und mehr gesehen, es gibt ja so viele Tierarten in diesem kleinen Land. Mein Favorit waren aber die Faultiere. Die waren für mich wie ein Sinnbild dieser Ferien: «Slow down». Wir haben viel unternommen, waren also nicht wie die Faultiere, aber die Geisteshaltung war ähnlich: Wir sind runtergekommen und haben uns wunderbar entspannt.

«Die Einheimischen in Costa Rica sind der wahre Schatz des Landes.»

Man nennt Costa Rica auch die Schweiz Zentralamerikas. Sehen Sie das auch so?

Wenn damit finanzielle und politische Sicherheit gemeint sind, absolut. Ansonsten finde ich die beiden Länder nicht wirklich vergleichbar und mache mir auch nicht so viel aus solchen Analogien. Die Menschen dort sind offen gegenüber allen und man wird herzlich empfangen, ob man nun ein Schweizer ist oder das Latino-Blut schon mitbringt.

Hach, jetzt, wo wir uns so über Costa Rica unterhalten, kommen die ganzen positiven Gefühle wieder hoch, und damit auch die Lust auf dieses Land.

Will heissen, Sie werden bald wieder nach Costa Rica reisen?

Ich werde ganz sicher wieder hinreisen. Aktuell warte ich noch etwas ab, bis sich die ganze Corona-Situation entspannt. Mir ist klar, dass das Reisen in Costa Rica keineswegs gefährlicher ist als der Ausflug innerhalb der Schweiz, auch das Reisen per se macht mir keine Angst und wie ich höre hat sich auch Costa Rica bestens auf die neue Situation eingestellt, etwa in den Hotels und im öffentlichen Raum. Ich nehme aber Corona ernst und will, dass die Sache im Griff ist und mich vorläufig nicht zu weit entfernen von den mir wichtigsten Menschen, allen voran meine Mutter und mein Sohn. Aber die Lage wird wieder unter Kontrolle kommen. Und dann wird Costa Rica sicherlich weit oben auf meiner Ferien-Prioritätsliste stehen.

Die Natur Costa Ricas hat es Melanie Winiger ebenso angetan wie die freundlichen Menschen. Bild: zVg