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So schöne leere und puderzuckerweisse Strände entdeckte der Karibik, Zentral- und Südamerikaspezialist Reto D. Rüfenacht auf seiner Mexiko-Reise in Tulum. Alle Bilder: Reto D. Rüfenacht

«Die Mexikaner unternehmen alles, damit der Aufenthalt angenehm und erholsam ist»

Von Reto D. Rüfenacht

Reto D. Rüfenacht, Gründer des Karibik, Mittel- und Südamerikaspezialisten Latin America Tours, konnte es nicht erwarten, endlich wieder nach Mexiko zu reisen. In seinem Erfahrungsbericht gibt er detaillierte Einblicke in seine Erlebnisse vor Ort und wie das Land die neuen Hygienemassnahmen umsetzt.

Ob das Reisen mit Covid-19-Hygieneprotokollen überhaupt geht? Davon wollte ich mich persönlich überzeugen und flog mit dem ersten Edelweiss-Flug Anfang Oktober 2020 nach Cancún. Das Check-In und die Sicherheitskontrolle am Flughafen Zürich verliefen reibungslos, einfach mit der obligatorischen Maske. Soweit war jedoch sonst alles normal. Während des Fluges gilt die Maskenpflicht ebenfalls. Bei einem Langstreckenflug wird dies dann schon etwas unbequem. Auch mühsam war der Zwischenstopp in Punta Cana. Erstaunlicherweise stiegen dort mehr Leute aus als in Cancún. Ab November 2020 fliegt Edelweiss dann wieder zweimal die Woche Nonstop nach Mexiko.

Für die Einreise in Mexiko gelten seit kurzem keine speziellen Vorschriften mehr, also keinerlei Papierkram oder PCR-Tests. Einreise und Gepäckausgabe erfolgten sehr schnell. Wir waren die einzigen Einreisenden am späten Samstagabend. Der Repräsentant der Agentur wartete mit dem Namensschild und Desinfektionsmittel auf mich. Damit wurde der Koffer desinfiziert und auch meine Hände. Danach ging es schnell und direkt zum Hotel im Stadtzentrum von Cancún. Beim Eintritt in die Unterkunft wurde mir erst die Temperatur gemessen, dann durfte ich die Hände desinfizieren und schliesslich wurde mein Koffer ebenfalls nochmals desinfiziert. Der freundliche Rezeptionist war hinter einer Plexiglasscheibe mit Maske und desinfizierte alle für das Check-in notwendigen Gegenstände wie den Pass und die Kreditkarte ebenfalls. Endlich, oben im Zimmer, konnte ich die Maske ausziehen und die schwüle, mit Regen getränkte karibische Luft geniessen. Danach ging es direkt ins Restaurant «La Parrilla», ein typisches Mariachi-Lokal unweit meines Hotels. Die erste Margarita seit langem schmeckte hervorragend. Bis auf weiteres schliessen die Lokale in Cancún um 23 Uhr.

Mmmmhm, die erste Margarita nach Monaten.

Am nächsten Morgen übernahm ich den Mittelklasse-Mietwagen von Europcar in der Nähe des Hotels. Auch hier wurden alle Hygieneprotokolle eingehalten und sämtliche Formalitäten digital vorgenommen. Erstaunt war ich über die attraktiven Benzinpreise von weniger als einem Franken pro Liter. Kurz danach machte ich mich auf den Weg zur Insel Holbox.

Es war schwül und regnerisch, ein tropischer Sturm war eben am Vorabend über die Region gebraust. Zum Glück fuhren die Fähren. Ich parkierte meinen Wagen für 100 Mexikanische Peso (ca. 4.40 Franken)/24 Stunden an einem der vielen gesicherten Parkplätze in Chiquilá. Die Überfahrt noch Holbox kostet 200 Mexikanische Peso (ca. 8.80 Franken) pro Strecke, und jede halbe Stunde fährt eine Personenfähre. Holbox selbst kämpfte noch mit den Nachwehen des tropischen Sturmes, die Sandstrassen waren alle unter Wasser und ein Vorwärtskommen nur mit dem Taxi-Golfcart möglich.

Aufgrund des tropischen Sturmes waren die Strassen nur mit Taxi-Golfcarts befahrbar.

Holbox selbst hat sich sehr entwickelt und es gibt unzählige Hotels. Übernachtet habe ich im Villas HM Palapas del Mar, zu dem das hervorragende Sushi-Restaurant «Tamashi» gehört. Aufgrund des schlechten Wetters waren keine grossen Aktivitäten planbar. So verweilte ich für Cocktails im Restaurant «Luuma». Bei schönem Wetter ebenso gut geeignet ist der Strandclub «Mojito», der zum Hotel Ser Casasandra gehört.

So schön sind die Zimmer im Hotel Villas Las Palapas del Mar in Holbox.

Die Fahrt nach Mérida verlief reibungslos. Zwischen Sonne, Gewitter und Wind erlebte ich alle Wettervarianten. Glücklicherweise hatte ich die Smartphone-App «maps.me» vorgängig heruntergeladen und somit war das Auffinden meines Hotels Hacienda Mérida ein Kinderspiel. Aufgrund des Einbahnstrassensystems kann man nicht direkt vor den Hotels parken, es stehen jedoch inkludierte Parkplätze ganz in der Nähe zur Verfügung. Obwohl mitten im Zentrum gelegen, fühlte ich mich wie in einer echten Hacienda. Grosse hohe Decken und die berühmten Bögen, dazu die typischen Farben von rot bis gelb geben dem Hotel ein schönes Ambiente.

Abends merkte ich schnell, dass die Stadt noch nicht so belebt ist, wie ich diese von früher kannte. Auf der Strasse galt Maskenpflicht, und die Läden und Restaurants waren bis Ende Oktober jeweils montags und dienstags geschlossen. Auch sind noch lange nicht alle Hotels wieder in Betrieb. Mérida ist definitiv einen Abstecher von zwei bis drei Nächten wert, jedoch sollte man wenn möglich die Tage auf das Wochenende legen.

Majestätische Übernachtungen im Hotel Hacienda Merida.

Am folgenden Vormittag ging die Fahrt via Valladolid und Felipe Carillo Puerto an die Küste nach Majahual, das seit der Eröffnung des Kreuzfahrthafens «Costa Maya» aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist. Entlang des schönen Boulevards gibt es viele mexikanische Restaurants und Strandclubs. Frische Meeresfrüchte geniesst man im Restaurant «Yaya Beach». Majahual ist ein Ort, der ohne Kreuzfahrtschiffe nach wie vor ruhig und beschaulich wirkt. Rund eine Stunde südlich und fast schon an der Grenze zu Belize befindet sich der kleine Fischerort Xcalak. Hierher verirren sich nur Taucher, ist es doch Ausgangspunkt für Tauchexpeditionen zum berühmten Chinchorro Riff. Ich nächtigte im rustikalen Hotel Flying Cloud, das auch als Tauchbasis gilt. Die Ruhe und Abgeschiedenheit waren sensationell. Einzig einige Sandflöhe störten beim Eindunkeln. Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war spektakulär. Genauso wie die zwei Tauchgänge danach. Selten habe ich so viele Fische und auch eine Schildkröte in so kurzer Zeit gesehen.

Ein Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch im Fischerdorf Xcalak.

Danach ging es nach Tulum. Das Dorf – oder soll man sagen die Stadt – hat sich ungemein gewandelt. Es gibt mittlerweile mehr als 130 Hotels, nicht nur entlang des nach wie vor wunderschönen, breiten Sandstrandes, sondern auch im Zentrum und entlang der Zufahrtsstrasse an den Strand. Hier spürt man von Covid-19 praktisch nichts mehr. Zwar tragen die Leute beim Betreten der Restaurants und Hotels die Masken, aber auf den Strassen oder am Strand ist alles normal. Ich übernachtete im Hip Hotel Tulum, ein sicherer Wert und mit 32 Zimmern ein kleines bezahlbares Bungalow-Hotel mit wunderschönem Strandclub. Wenn jemand schöne Strände sucht, so ist Tulum definitiv «the place to be». Auch abends ist hier eine Menge los und die vornehmlich jungen und hippen Gäste aus aller Welt vergnügen sich in den vielen Bars und exquisiten Restaurants. Überall sind Reservationen empfohlen und anstelle der Menukarte gibt es im ganzen Land einen zu scannenden QR-Code für die Menuwahl. Eine gute Wahl für Fisch und Meeresfrüchte ist das Restaurant «La Corriente».

In der Strandbar des neuen Hip Hotels in Tulum lässt es sich bestens frische Drinks geniessen.

Playa del Carmen folgte als nächster Stopp. Hier hatte ich im Jahr 1989 im Tourismus gestartet, also lange bevor das Wort «Alles Inklusive» überhaupt bekannt war oder die Strassen gepflastert wurden. Zurzeit wird an der bekannten «5ta. Avenida» wiederum neu gebaut, und alle warten darauf, dass sich der Tourismus erholt. Die Strände in Playa sind nicht mehr so breit wie früher, aber dennoch wieder okay – und vor allem zurzeit ohne Algen. Eine der besten Adressen hier ist und bleibt das Mahekal Beach Resort. Die Anlage ist wundervoll gepflegt, die Mitarbeiter kümmern sich liebenswert um die Gäste, und die Getränke und Speisen sind hervorragend. Auch wenn es nach wie vor keine Fernseher in den Zimmern hat, ist das Hotel absolut empfehlenswert. Zurzeit ist erst ein kleiner Teil der 190 Zimmer des Mahekal Beach in Betrieb. Zum Start der Wintersaison sollte dann soweit wieder alles normal verlaufen. Generell besteht in Mexiko noch eine Kapazitätsbeschränkung von 60 Prozent.

Perfekter Start in den Tag im Hotel Mahekal Beach an der Playa del Carmen.

Als letzte Etappe folgte ein Aufenthalt an der Playa Maroma im Hotel El Dorado Maroma sowie an der Bahía Petempich im renovierten Margaritaville Island Reserve (ehemals Azul Beach). Beides sind «Gourmet-Alles-Inklusive»-Hotels der Karisma Gruppe. Es gibt dort nur à-la-carte-Restaurants und die Anlagen sind mit knapp 150 Zimmern eher klein. Speziell das Margaritaville wird wohl auf dem Schweizer Markt gut aufgenommen werden, überzeugt es doch mit seiner frischen karibischen Art und dem wunderschönen Strand mit den vielen balinesischen Betten.

Reto D. Rüfenacht ist sichtlich glücklich über seinen Mexico-Besuch. Hier zu sehen auf dem Margarita-Velo im Margaritaville Island Reserve in Bahia Petempich.

Mein Fazit

Mexiko und speziell die Halbinsel Yucatán kann ohne eigentliche Einschränkungen sehr gut und einfach bereist werden. Die Mexikaner nehmen die Hygienemassnahmen sehr ernst und unternehmen alles, damit der Aufenthalt angenehm und erholsam ist. Mit den zwei wöchentlichen Flügen von Zürich nach Cancún von Edelweiss sind Mexiko-Ferien eine gute Alternative zum Winter im Schnee.

Planen Sie eine Reise nach Mexiko oder haben Sie Kunden, welche das Fernreiseziel im Winter gerne bereisen möchten? Dann steht Ihnen das Team von Latin America Tours gerne zur Verfügung.