Destinationen

Das Fernbleiben ausländischer Touristen wie hier in Luzern verhagelt den Schweizer Hotels die Jahresbilanz. Bild: TN

Ohne die ausländischen Gäste gehts nicht

Zwar übernachteten gegen 20 Prozent mehr Schweizer im Herbst in Schweizer Hotels. Das Minus bei ausländischen Gästen beläuft sich aber auf 55 Prozent.

In den letzten Jahren hat der Herbst für den Schweizer Tourismus stark an Bedeutung gewonnen, so auch in diesem Jahr. Für die beiden Herbstmonate September und Oktober melden die Bergdestinationen und das Tessin einen grossen Zustrom von Schweizer Gästen. Das schlägt mit einem Anstieg der Übernachtungen um 15 bis 20 % positiv zu Buche.

Doch dies ist nur eine Seite der Medaille. Die Regionen müssen gleichzeitig feststellen, dass die Gästezahlen aus den europäischen Nachbarländern im Herbst stark zurückgegangen sind. Im Sommer waren diese Zahlen noch deutlich zufriedenstellender, schreibt Schweiz Tourismus (ST) in einer Mitteilung. Insbesondere die von Belgien und Deutschland eingeführten Reisebeschränkungen in die Schweiz hatten einen grossen Einfluss. So wird der für diesen Herbst erwartete Rückgang der Übernachtungen ausländischer Touristen stärker ausfallen als in den Sommermonaten (- 55 %, verglichen zum Vorjahr).

Bei den Tagesausflüglern (Eintritte zu Attraktionen und Exkursionen) zeigt sich ein ähnlicher Trend mit einem Plus von 10 % bei Inlands- und einem Minus von fast 50 % bei Auslandsgästen. Ab Mitte Oktober kam es bei vielen Anbietern zu einem starken Rückgang der Buchungen und Teilnehmerzahlen. Das ist auf die drastische Zunahme der Reisebeschränkungen, den Beginn der «zweiten Welle» der Pandemie, in Verbindung mit schlechtem Wetter und Schneefall, zurückzuführen.

Die von ST befragten touristischen Leistungsträger in den Bergregionen bestätigen die signifikanten Trends für Schweizer Gäste, die sich im Sommer abzeichneten: Diese Gästegruppe ist immer häufiger in anderen Sprachregionen des Landes anzutreffen. Vor allem Graubünden und die Ostschweiz verzeichnen weiterhin einen stetigen Anstieg der Gästezahl aus der Romandie. Aufgrund der mit den Reiseeinschränkungen verbundenen Unsicherheiten werden Buchungen nach wie vor kurzfristiger vorgenommen. Als Folge der Pandemie haben verschiedene Dienstleistungsanbieter das Fehlen von Gruppen (Verbände, Vereine, Schulen) festgestellt, was sich auch negativ auf die Einnahmen der Busunternehmen ausgewirkt hat. Outdoor-Sportarten wie Wandern, Mountainbiken und Velofahren waren in diesem Herbst bei den Schweizern sehr beliebt

(GWA)