Destinationen

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Sehr beliebt: Winterwandern rund um Davos. Bild: davos.ch, Martin Bissig

Dann gehe ich halt in die Berge

Der Thailand-Trip fällt aus, der Citytrip nach London ebenso. Dann gibts im Winter halt ein paar Tage in den Bergen. Ob man dort oben – und mit welchen Aktivitäten – die Strand-Ferien vergessen machen kann, haben wir einige Destinationen gefragt.

Schön wärs gewesen, sich aus dem Schweizer Nebel zu verabschieden und sich an den Strand von Koh Samui zu werfen; und statt dem immerwährend gleichen Schweizer Städteleben, wieder mal in London oder Barcelona einzutauchen. Doch in den nächsten Monaten sind diese Trips weniger angesagt. Dann gehe ich halt wieder mal in die Berge, höre ich aus dem Kollegenkreis.

Aber Skifahren? In den kalten Schnee fallen? Kann man da auch was anderes erleben, abseits der Piste und den vollen Gondeln? Wir haben uns bei einigen Schweizer Winterorten umgehört, was bei ihnen denn sonst noch so läuft, um die Ferien in Thailand oder London vergessen zu machen.

Crans-Montana

Mit zahlreichen Routen für Schneeschuh- und Skitouren, einem umfangreichen Langlaufloipennetz, einer grossen Eisbahn und einer Curlinghalle ist Crans-Montana ein vielversprechender Ort, aktive Ferien auch ohne Skis zu erleben. Der Walliser Ort bietet auch schöne Spas und in der Rue du Prado Luxusboutiquen und ein cooles Shoppingerlebnis, wie wir bei unserer Umfrage erfahren.

Auch fürs leibliche Wohl sei mehr als gesorgt, schreibt Mélissa Gilliand, Mitarbeiterin der Kommunikationsabteilung: «Feinschmecker erwartet ein variantenreiches internationales Gastronomieangebot, das vom traditionellen Gericht in einer Alphütte bis zum exklusiven Gourmetmenü im Sternerestaurant reicht. Daneben machen ein Casino, eine Bowlinganlage, ein 3D-Kino und zahlreiche Bars und Clubs Crans-Montana zu einem vibrierenden Ort, der das Wort Langeweile nur vom Hörensagen kennt.» Doch auch die Geschichte und Walliser Volkstraditionen kommen hier nicht zu kurz. Diese lassen sich im Musée du Grand-Lens, im Château de Vaas oder im Ökomuseum Colombire entdecken und erleben.

Davos

Eine ausführliche Antwort erhalten wir auch aus Davos. Dank Snowfarming lockt die erste, vier Kilometer lange Loipe bereits ab dem 31. Oktober Langläufer an. Und später im Jahr, wenn dann der richtige Schnee kommt, verfügt Davos über 100 Kilometer klassische Loipen und 75 Kilometer für Skater. Und bei einer Direktbuchung in einem der Langlaufhotels gibt es zweimal die Woche einen kostenlosen Langlaufunterricht obendrauf.

Weiter wird Ski- und Pistenmuffeln das Schneeschuhlaufen in Davos empfohlen. Zu den bestehenden drei ausgeschilderten und gesicherten Routen auf dem Berg (Pischa, Jakobshorn) kommen diesen Winter fünf neue dazu: 1 x Rinerhorn sowie 4 x im Talboden Davos. Bei den Winterwanderwegen gab es einen Ausbau des Wegnetzes auf Parsenn und Gotschna mit zwei zusätzlichen Routen. Und in keiner anderen Destination gibt es so viele Seitentäler zu entdecken wie in Davos Klosters, entweder mit dem ÖV, zu Fuss oder mit der Kutsche, schreibt uns Kommunikationsleiter Samuel Rosenast aus Davos.

Als weitere Tipps nennt er den Ausbau des Kinderlandes am Bolgen oder das Schlitteln, etwa Abend-Schlitteln auf Rinerhorn und Schatzalp unter Flutlicht. Wem das alles zu kalt ist sollte sich dem Wellness hingeben. Das Highlight ist sicher das Rock Spa im Hard Rock Hotel Davos mit der «Rhythm & Motion» Massage.

Adelboden

Wer beim Aufenthalt in den Bergen einem der spektakulärsten Events beiwohnen will, geht in diesem Winter leider leer aus. Wie am Freitag bekannt wurde, finden die Weltcup-Skirennen ohne Zuschauer statt. Der Zieleinlauf beim Riesenslalom und Slalom am Chuenisbärgli in Adelboden (9./10. Januar 2021) wird für einmal bloss vom Knirschen der Skis geprägt sein.

Einen Trip wert ist Adelboden aber allemal. Wie die PR-Verantwortliche Silvia Nüesch mitteilt, biete die Destination Adelboden-Lenk-Kandersteg unter anderem drei schneesichere Höhenloipen auf der Engstligenalp, in Sunnbüel und auf dem Betelberg sowie endlose Loipenkilometer in Kandersteg, Adelboden und an der Lenk. Hinzu kommen coole Schlittelpisten und wunderschöne Winterwanderwege. Ein weiteres Highlight: der Ice Walk auf dem gefrorenen Oeschinensee, der mitten im Unsco-Welterbe der Schweizer Alpen liegt.

Lenzerheide

In der Ferienregion Lenzerheide erlebt man – nebst den Aktivitäten im Schneesportgebiet Arosa Lenzerheide – so einiges im Winter. Zu den Highlights gehören Langlauf, Biathlon und Winterwandern. Das Langlaufnetz erstreckt sich von Lantsch/Lenz bis Parpan und wurde von der Dachorganisation Loipen Schweiz als eines der besten Gebiete in der Schweiz ausgezeichnet. Täglich erwarten die Langläufer 56 Kilometer frisch gespurte Loipen für Klassisch und Skating sowie für verschiedene Niveauklassen.

Die Biathlon Arena Lenzerheide ist die erste und bisher einzige fix installierte Biathlon Anlage der Schweiz. Mit ihrem Standort im Raum Foppa in Lantsch/Lenz ist sie optimal in das Loipennetz der Ferienregion Lenzerheide integriert. Neben dem Trainings- und Wettkampfzentrum für nationale und internationale Sportmannschaften, bietet die Biathlon Arena Lenzerheide auch perfekte Bedingungen für aktive Freizeitsportler. «Bei Schnupperkursen kann die Faszination Biathlon hautnah erlebt werden», teilt uns die Medienverantwortliche Carmen Lechner mit.

Und auf den präparierten Spazier- und Wanderwegen entdecken die Wintergäste Lenzerheide zu Fuss. Ob mitten durch das Skigebiet oder etwas abseits durch verschneite Wälder. Auch viele Bergrestaurants sind zu Fuss erreichbar und somit der ideale Treffpunkt für Skifahrer und Winterwanderer. Die beiden neuen Foxtrails kombinieren zudem die Winterwanderung mit einer spannenden Schnitzeljagd durch das verschneite Bergpanorama.

St. Moritz

«Wer Skifahren und Snowboardfahren noch nicht ins Herz geschlossen hat, verliebt sich bei uns nicht selten dennoch in diese Wintersportarten», versucht Barbara Thoma, Senior PR Manager von Engadin St. Moritz Tourismus, allfällige Pistenmuffel doch noch zu überzeugen. Aber das Aktivitätenangebot der weissen Jahreszeit im Engadin und in St. Moritz sei auch sonst reich an Erlebnissen: Allem voran sei das Langlaufen eine fantastische Alternative zum Abfahrtssport ebenso das Schlittschuhfahren und sämtliche damit einhergehenden Eisaktivitäten wie Curling, Eisstockschiessen oder Eishockey.

Wer lieber auf Kufen verzichtet, kann die Winterlandschaften mit Schneeschuhen durchstreifen, auf dem Pferderücken entdecken oder ganz gemütlich beim Winterwandern erkunden. Selbstverständlich gebe es auch reichlich «schneefreie» Aktivitäten, die vom Berg hinunter (z. B. Paragliding) oder eine Bergwand hinauf (z. B. Eisklettern) führen. Oder man lässt einfach mal die Berge Berge sein und wellnesst sich durch eine der zahlreichen Bäderlandschaften und Saunen.

Saas-Fee

An diesem Samstag öffnet Saas-Fee die Pisten. Doch für Pistenmuffel bietet das Saas-Tal ebenfalls eine breite Palette. Kommunikationsmitarbeiterin Joel Bieler nennt uns etwa Schlitteln, Langlauf, Gletschertrekking oder Winterwandern.

Doch damit nicht genug: Saas-Fee bietet auch einen Winterklettersteig, Zip-Lines und die Rodelbobbahn Feeblitz. Und dann lässt sich im Walliser Seitental auch locker zurücklehnen bei Wellness und Spa in den öffentlichen Anlagen.

Die Schweizer Wintersportorte sind also gerüstet. Wer einen Ausflug oder ein paar Ferientage im eigenen Land plant, dürfte in den nächsten Wochen – auch ohne Sand zwischen den Zehen – auf die Rechnung kommen.

(GWA)