Destinationen

Krabi_Thailand.jpg
Reisen schon bald wieder Touristen an die Traumstrände der Inselgruppe Ko Phi Phi in Thailand? Das steht noch auf der Kippe. Bild: Cristiano Pinto

Die Thailand-Öffnung steht noch auf wackligen Beinen

Welche Auswirkungen erwarten die Thailand-Spezialisten von der möglichen Grenzöffnung des Landes per 1. Oktober? Travelnews hat mit drei Anbietern gesprochen.

Pünktlich zum Beginn der kalten Jahreszeit kursiert die Meldung, dass Thailand seine Grenzen für Touristen per 1. Oktober 2020 wieder öffnet, wie auch Travelnews berichtete. Jedoch voraussichtlich nur für Langzeit-Aufenthalte und nachdem eine zweiwöchige Quarantäne im Land selber absolviert wird. Inwiefern das den Tourismus wirklich wieder ankurbelt, ist fraglich. Travelnews hat sich bei den drei Thailand-Spezialisten Tourasia, asia365 und Lotus Reisen umgehört, was die geplanten Massnahmen für ihr Reisegeschäft bedeuten.

Stefan Roemer, Geschäftsführer von Tourasia in Wallisellen präzisiert: «Das thailändische Parlament hat den unterbreiteten Vorschlag für eine mögliche Öffnung für Langzeittouristen vorgestern gutgeheissen. Nun muss dieser Vorschlag vom nationalen Covid-Komitee und vom Premier Minister abgesegnet werden.» Bislang habe das Komitee jedoch sämtliche Vorschläge für eine Wiederaufnahme des Tourismus abgewiesen. «Wir sind dennoch positiv und hoffen, dass in kurzer Zeit die Bestätigung kommt», so Roemer weiter.

Bei asia365-Geschäftsführerin Ruth Landolt klingelten nach dem Bekanntwerden von Thailands Pläne die Telefone: «Es gab einige Anrufe von Reisebüros, wie diese Neuigkeit genau zu verstehen sei. Diese Massnahme wird kaum normale Touristen ansprechen, sondern nur diejenigen, die jeweils in Thailand überwintern.» Die Langzeit-Gäste kaufen wenn überhaupt das Flugticket über das Reisebüro, ansonsten benötigen sie keine Leistungen, weil sie über Jahre in derselben Unterkunft übernachten. Da die offizielle Bestätigung der Regierung noch nicht vorliegt bleibt Landolt vorsichtig: «Es kann durchaus sein, dass es doch anders kommt als man gedacht hat.»

Keine Touristen mit Quarantäneregelung

Etliche Länder verlangen bei der Einreise die Selbstisolation. Thailand würde es ihnen - sofern der unterbreitete Vorschlag angenommen wird - gleich tun. Wie beurteilen die Spezialisten dieses Vorgehen? André Amsler, Geschäftsführer von Lotus Reisen wirft sogleich eine Gegenfrage in die Runde: «Wer reist schon nach Thailand, wenn er zwei Wochen in Quarantäne muss? Höchstens jemand der pensioniert ist. Tourismus kann man so vergessen.» Die meisten Menschen hätten vielleicht zwei, drei Wochen Ferien zur Verfügung und möchten sicherlich nicht 14 Tage davon in Isolation verbringen. Auch Landolt ist derselben Meinung: «Dies wird kaum einen normalen Touristen ansprechen. Zwei Wochen Quarantäne sind ein no-go im touristischen Bereich.»

Öffne Thailand tatsächlich seine Grenzen, dürfte auch die Nachfrage nach einer Auszeit in Asien wieder steigen, sagt Roemer: «Wir kennen eine Anzahl Gäste die gerne bald Ferien in Thailand verbringen möchten und die auch gewillt sind 14 Tage stationär in einem Resorthotel zu verbringen.» Jedoch hänge dies sehr stark davon ab, wie die Bedingungen und Vorschriften seien. Landolt erwartet positive Auswirkungen auf die Nachfrage, jedoch nur wenn die Selbstisolation wegfällt, wie sie erklärt: «Sofern es tatsächlich eine echte Grenzöffnung ohne Quarantäne geben wird, werden viele Kunden sofort wieder reisen. Im Moment könnte dies den Winter tatsächlich retten.» Thailand sei bis anhin mit insgesamt 3490 positiven Infektionen mit Covid-19 nur wenig betroffen von der Pandemie und verfüge über eine gute Infrastruktur. «Das wird alles helfen, dem Tourismus Rückenwind zu geben - aber immer vorausgesetzt, die Grenzen gehen ohne krasse Massnahmen auf», führt sie aus und hat sogleich einen Vorschlag wie das gelingt, «ein negativer PCR-Test vor Abreise wäre sicher allgemein akzeptiert und würde auch keine grosse Hürde darstellen.

Aktuell gibt es trotz Einreise-Sperre Direktflüge von der Schweiz nach Thailand. «Im Entwurf der Regierung war der Vorschlag, dass nur Direktflüge nach Phuket zugelassen sind», erklärt Tourasia-Chef Roemer, «das wird schwieriger, weil im Moment keine direkten Flüge aus Europa nach Phuket bestehen.»

Es herrscht also noch sehr viel Unsicherheit und Unklarheit, um Reisen nach Thailand. Geduld ist gefragt. Tourasia und asia365 planen deshalb auch noch keine speziellen Marketing-Aktivitäten, um Reisen in die Destination wieder anzuwerben. Aber sobald es wieder los geht, sind sie auf alles gefasst: «Wir stehen Gewehr bei Fuss», sagt Ruth Landolt, «und können sofort loslegen, wenn es eine sinnvolle Lösung gibt».

(NWI)