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Füllen sich die Strandliegen in Bali bald wieder? Bild: Cassie Gallegos

Alle Augen sind in Asien auf Bali gerichtet

Die indonesische Zentralregierung hat einen Einreisestopp bis Ende Jahr verordnet und will Domestic-Tourismus pushen. Bali will sich derweil im September für internationale Touristen öffnen.

Indonesien will wegen der Corona-Pandemie bis Ende des Jahres keine ausländischen Ferienreisen ins Land lassen. Dies schreibt die deutsche Presseagentur DPA. Hintergrund dafür ist im südostasiatischen Inselstaat, analog wie bei diversen anderen asiatischen Ländern, dass zunächst einmal der einheimische Tourismus wiederbelebt werden soll.

Unklar ist, ob die Regierung in Jakarta damit die Pläne der Regionalbehörden auf der beliebten Ferieninsel Bali auf Eis legt. Dort war ein Comeback des internationalen Tourismus per 11. September geplant; für Einheimische ist Bali bereits seit dem 9. Juli wieder geöffnet. Eigentlich sollte Bali als wichtige internationale Tourismusdestination ein «Test Case» sein, dessen Wiedereröffnung regionale Tourismusrivalen wie Thailand, das noch länger geschlossen bleiben dürfte, genau beobachtet hätten.

Warum die Unsicherheit? Wishnutama Kusubandio, der Tourismusminister Indonesiens, erklärte im Rahmen seiner Rede an die Einheimischen, doch vermehrt im eigenen Land Ferien zu machen, Folgendes: «2018 gaben 8 Millionen Touristen aus Indonesien 9 Milliarden US-Dollar im Ausland aus. Sollte dieses Geld in Indonesien ausgegeben werden, könnte der Tourismus wesentlich profitieren.» In diesem Zusammenhang wurde auch erwähnt, dass 2019 rund 6,3 Millionen internationale Besucher auf Bali 116 Billionen IDR ausgaben (umgerechnet rund 7,8 Milliarden Franken), wobei diese Summe durch 9,8 Millionen einheimische Touristen ebenfalls nochmals beigetragen wurde. Damit gemeint: Indonesien will sich von der Abhängigkeit von internationalen Touristen lösen. Aber eben, ob das Einreiseverbot auch für Bali nach dem 11. September gilt, ist aktuell noch unklar.  

Ausländische Feriengäste dürfen seit März nicht mehr in Indonesien einreisen; das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt ist besonders schwer vom Virus betroffen. Im Archipel mit seinen fast 270 Millionen Einwohnern wurden bislang rund 133'000 Fälle bestätigt, 6000 Menschen seien in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Und dies, obwohl Indonesien eine der tiefsten Covid-Testraten der Welt hat.

Die Regionalregierung Balis machte trotzdem vorwärts mit den Plänen, am 11. September wieder ausländische Touristen zu empfangen. Dies, nachdem nach der Öffnung für einheimische Touristen kein Anstieg der Infektionsfälle verzeichnet wurde. Der Öffnung könnten die Landesbehörden nun einen Strich durch die Rechnung machen. Denkbar ist aber auch eine Lösung mit einer «Travel Bubble», gemäss welcher Touristen aus der Grossregion - dazu zählen auch Australien und Neuseeland - einreisen können.

(JCR)