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Die finnische Seenlandschaft ist ein Paradeziel für «Social Distancing». Bild: waldo93

Finnland verweigert EinreiseKontiki annulliert Kittilä-Flüge

Von Gregor Waser

Nachdem Schweizerinnen und Schweizer seit dem 13. Juli in Finnland wieder einreisen durften, gilt ab nächstem Montag, 27. Juli neuerlich ein Einreiseverbot. Das Hin-und-her ist für Reisebüros und Reisende zermürbend. Kontiki Reisen muss die eben erst aufgelegten Kittilä-Flüge wieder stornieren.

Unendliche Wälder, einsame Seen: in Coronazeiten scheint Finnland das ideale Reiseziel zu sein, um während dem Aufenthalt keinen Menschenmassen zu begegnen. Und rechtzeitig vor dem Sommerferienbeginn gab Finnland Entwarnung: ab dem 13. Juli durften Schweizerinnen und Schweizer wieder ohne Auflagen in Finnland einreisen.

Kurzerhand haben die Finnland-Spezialisten die Gunst der Stunde genutzt und das Angebot wieder hochgefahren. So hat Kontiki Reisen drei Zürich-Kittilä-Rotationen mit Edelweiss aufgelegt – am 29. August, 5. und 12. September.

Doch gestern kam der Hammer: die finnische Regierung hat die Schweiz wieder auf die Liste der Risiko-Länder genommen, nachdem die Zahl der Infektionen in der Schweiz seit zwei Wochen wieder angestiegen sind. Die Schweiz hat den Grenzwert von 8 Corona-Fällen pro 100'000 Einwohner wieder überschritten – Grund genug für Finnland, Schweizerinnen und Schweizern ab dem 27. Juli ein Einreiseverbot auszusprechen, das bis am 25. August gilt.

Heute zieht nun Kontiki Reisen die Konsequenzen und annulliert die drei Kittilä-Rotationen. Bruno Bisig, Geschäftsführer von Kontiki Reisen, nimmt zum Entscheid Stellung: «Die Grenzen gegenüber Finnland waren gerade mal zwei Wochen offen, jetzt sind diese wieder geschlossen. Das führt bei Kunden zu hoher Verunsicherung und wird wohl nahezu zu einem Buchungsstopp führen. Aus diesem Grund hat sich Kontiki entschieden, alle Rotationen des Indian-Summer-Fluges nach Finnisch Lappland (Kittilä) zu annullieren. Das tut mir ganz persönlich weh im Herz – unsere langjährigen Vertriebspartner, Leistungsträger vor Ort und Mitarbeiter waren mit sehr viel Herzblut dabei. Dafür möchte ich mich bei allen bedanken.»

Wer weiss, was morgen ist

Neben der Schweiz dürfen neu auch Österreich und Slowenien nicht mehr nach Finnland reisen. Weiterhin auf eine Finnland-Reise verzichten müssen Touristen aus Spanien, Luxemburg, Portugal, Polen, Frankreich, Schweden und Tschechien. Grünes Licht erhalten dagegen Bürger aus Norwegen, Dänemark, Island, Estland, Lettland, Litauen, Holland, Belgien, Italien, Griechenland, Liechtenstein, Malta, Deutschland, Slowakei und Ungarn. Zurzeit... was in zwei Wochen ist, wer weiss.

Denn im Zweiwochen-Rhythmus updatet Finnland die Risikoländer-Liste. Bleiben die Fallzahlen in der Schweiz weiterhin im dreistelligen Bereich, dürfte die Schweiz auch über den 25. August hinaus noch auf der Liste der Verbannten verbleiben. Für geplante Sommerferien in Finnland wird es nun schwierig.

Das Hin-und-her Finnlands verdeutlicht die aktuelle Problematik für die Reisebranche und Reisende. Über jeder Buchung schwingt nun ein Fragezeichen, ob die Reise am geplanten Datum dann auch wirklich ohne Auflagen durchgeführt werden kann.

Dass die Schweizer Reisebranche aber krisenerprobt ist und erfahren im Ausrollen neuer Szenarien, verdeutlicht Bruno Bisigs Ausblick: «Wir geben nicht auf – wir suchen den Wind auf unserem <Kontiki-Floss> und steuern nun im Herbst auf Island zu. Dazu werden wir unser Island-Portfolio den aktuellen Umständen weiter anpassen und werden zusätzliche Kontiki-Gästebetreuer vor Ort einsetzen.» Denn Kontiki sei es ein grosses Anliegen, den Reisenden das bestmögliche Sicherheitsnetz zu bieten, damit diese ihre Ferienzeit geniessen und mit möglichst vielen unvergesslichen Erlebnissen nach Hause kommen.