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Für die schönsten Wochen im Jahr steht Spanien Touristen wieder offen. Bilder: Tourspain

So kurbelt Spanien den Tourismus wieder an

Spanien begrüsst wieder internationale Gäste – dank zahlreichen Gesundheits- und Hygienemassnahmen steht dem Ferienaufenthalt in Spanien nichts mehr im Weg.

Das beliebte Reiseland Spanien hat seine Grenzen wieder geöffnet und begrüsst die ersten Gäste. Der Ministerpräsident Spaniens, Pedro Sánchez, hat vor wenigen Tagen die fünf wichtigen Säulen des Tourismus skizziert und damit die Richtung für den spanischen Tourismus aufgezeichnet. Schliesslich gehört der Tourismus zu den wichtigsten wirtschaftlichen Sektoren und betrifft nicht nur die ausländischen Besucher sondern auch die eigene Bevölkerung. Insgesamt wurden 4,25 Milliarden Euro bereitgestellt, um den Tourismus in Spanien wieder in Schwung zu bringen.

Zunächst möchte Spanien das Vertrauen in die gesamte touristische Wertschöpfungskette stärken. In Koordination mit den regionalen und lokalen Behörden und in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Tourismusunternehmen und dem Privatsektor hat das Spanische Institut für Tourismusqualität (ICTE), auf Vorschlag des Ministeriums für Tourismus 21 Protokolle ausgearbeitet, welche die Anweisungen und Richtlinien für die Anbieter der Tourismusindustrie regelt. Dazu zählen etwa «Social Distancing», Hygienemassnahmen oder Kapazitätsbeschränkungen.

Hierzu hat das Staatssekretariat für Tourismus das Label «Responsible Tourism» geschaffen, um jene touristischen Einrichtungen auszuzeichnen, die sich um die Schaffung eines sicheren Umfelds nicht nur für Touristen, sondern auch für ihre eigenen Arbeitnehmer und Einwohner bemühen und dabei die in den Leitfäden enthaltenen Richtlinien und Empfehlungen für Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des SARS-CoV-2-Coronavirus anwenden. Im Anmelde- und Antragsformular für das Label muss sich der Antragsteller zusätzlich zu seinen eigenen Angaben und denen der touristischen Einrichtung verpflichten, die Richtlinien und Empfehlungen des Reiseführers, die seiner Tätigkeit entsprechen, zu befolgen.

Nach der Registrierung der Daten und des verantwortlichen Engagements wird das Label «Verantwortlicher Tourismus» an die angegebene E-Mail-Adresse geschickt, personalisiert mit dem Namen der Einrichtung und der zugeteilten Registrierungsnummer.

Eine zweite Säule beinhaltet zahlreiche Unterstützungsmassnahmen für die Tourismusindustrie. Im Umfang von 2,5 Milliarden Euro werden touristische Unternehmen unterstützt. Zusätzliche werden die Landegebühren an den Flughäfen gesenkt, um den Flugverkehr nach Spanien zu fördern.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Drittens soll sich der spanische Tourismussektor weiter stärken – und zwar auf lange Sicht. 850 Millionen Euro fliessen in Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsprojekte. Schliesslich hat die Pandemie aufgezeigt, wie wichtig diese Bereiche sind und künftig auch bleiben. Um im 21. Jahrhundert über Wettbewerbsstärke zu verfügen, gilt es Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu fördern – in einem schnellen Tempo, um den Bedürfnissen heutiger Reisenden zu entsprechen.

Steht hoch im Kurs bei Spanien-Besuchern: Peñíscola, eines der wichtigsten touristischen Zentren der Provinz Castellón.

Die vierte Säule betrifft «Smart Tourism». Ein sogenanntes Smart Tourism System soll künftig Indikatoren und wichtige Daten in Echtzeit bereitstellen, um anstehende Szenarien vorauszusehen. Gleichzeitig ermöglicht Smart Tourism das Angebot und die Nachfrage im Tourismussektor verbessert einzuschätzen.

Eine weitere Säule steht für die Nachhaltigkeit des Reiselandes Spanien. Denn die Nachhaltigkeit einer Destination wird in den kommenden Jahren über den touristischen Erfolg entscheiden. Dabei geht es den spanischen Tourismusverantwortlichen bei der Erfolgsmessung künftig nicht um das blosse Zählen der Besucher. Die Qualität des Tourismus soll im Vordergrund stehen, schliesslich verfügt Spanien über eine beeindruckende und intakte Umwelt.

Paradores geöffnet

Seit dem 25. Juni sind alle 95 Paradores in Spanien wieder geöffnet. Der Generaldirektor von Paradores, Óscar López, hat im Vorfeld versichert, dass alle Einrichtungen der Hotelkette in ganz Spanien in der Lage sind, ihre Türen unter Einhaltung aller Sicherheitsprotokolle zu öffnen.

Seit dem 25. Juni geöffnet: der Parador Costa da Morte.

Weiter sagt er, dass er alle Menschen einlade, die Paradores zu besuchen. Diese seien in natürlichen Umgebungen mit reiner Luft zu finden und warten mit Einrichtungen in gutem Zustand auf. «Wir werden vorbildlich sein, um Kunden Sicherheit zu bieten», unterstreicht López. Spanien setze alles daran ein sicheres Reiseziel zu sein. «Es wird ein sicherer Tourismus für Einwohner, Arbeitnehmer und für inländische und internationale Touristen sein, und dafür bereiten wir uns mit sicheren Flughäfen und sicheren und qualitativ hochwertigen kollektiven Transporten vor.» Paradores ist eine öffentliche Hotelkette mit 95 Hotels in ganz Spanien.

Blaue Flaggen – Spanien Nr. 1

Spanien wurde in diesem Sommer 2020 aufgrund der Qualität, Sauberkeit und Sicherheit der Gewässer mit insgesamt 688 Blauen Flaggen belohnt, das sind 19 mehr als im letzten Jahr. Somit steht Spanien an der Spitze des weltweiten Rankings. Nach Regionen liegt Valencia mit 134 Stränden an erster Stelle, gefolgt von Galizien mit 107 Andalusien mit 100, Katalonien mit 95, Kanarische Inseln mit 51, Balearen mit 38 und Murcia mit 26. Weitere Infos zu Blauen Flaggen.

Viele Blaue Flaggen in Spanien – wie hier am Strand von Zahara de los Atunes an der Costa de la Luz.

Auch die spanischen Strände haben sich an die Protokolle für sicheren Tourismus angepasst. Gesundheits- und Hygienemassnahmen gelten für ganz Spanien. Das System der Kapazitätsbegrenzung wird von jeder Gemeinde auf die Strände in ihrem Gebiet entsprechend der Grösse und den spezifischen Merkmalen jedes Badeplatzes angewandt.

Salou (Tarragona) hat bespielsweise eine Ampelanwendung implementiert. Die Belegung der verschiedenen Strände kann jederzeit abgefragt werden und eine Ampel zeigt grün, wenn die Belegung niedrig ist, gelb, wenn sich die Kapazität füllt und rot, wenn die Kapazität voll ist. Es wird eine Sensortechnik angewandt, die keine Bilder überträgt oder aufzeichnet, da sie nur die Bewegung von Personen erfasst. Es gibt keine physischen Barrieren, und die örtliche Polizei überwacht die Einhaltung.

In Lloret de Mar (Girona) wurden die Strände in drei verschiedene Sektoren aufgeteilt, einen für die über 70-Jährigen, andere für Familien mit Kindern und einen dritten für Erwachsene und Freundesgruppen.

In Palma de Mallorca verfügt die Tourismusstiftung Palma 365 über eine App, die es ab dem 1. Juli ermöglicht, in Echtzeit die verfügbaren Kapazitäten an den Stränden der Gemeinde zu kennen, keine Platzreservierungen vorzunehmen und keine Daten aus dem Besuchsdatensatz zu sammeln. Der Hotelverband von Mallorca rechnet im Juli mit einer Auslastung von fast 40% der Kapazität, so dass für diesen Sommer ein sicherer und andersartiger Strand mit mehr Platz zwischen den Menschen garantiert ist.

Welche zehn Gründe für Ferien in Spanien sprechen, zeigt dieses Video:

Jüngste Entwicklung

Seit dem 14. Juni führen die Balearen einen Pilotplan für den Empfang deutscher Touristen durch sichere Luftkorridore durch. Die Bilanz der ersten Woche waren 14 Flüge nach Mallorca und einer nach Ibiza, mit insgesamt 2000 Touristen. Nach Angaben der lokalen Behörden, Hoteliers und teilnehmenden Reiseveranstaltern konnte die Erfahrung das hohe Sicherheitsniveau zeigen, welches der balearische Tourismussektor derzeit bietet.

Am 21. Juni begannen internationale europäische Flüge auf den Flughäfen der Kanarischen Inseln anzukommen. Die allgemeinen Sicherheitsprotokolle funktionieren und beinhalten die Messung der Temperatur der ankommenden Personen, die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern und das Tragen einer Maske.

Am 23. Juni begaben sich König Felipe und Königin Letizia auf eine Reise durch die Regionen Spaniens, um sich aus erster Hand über die Situation der Gebiete zu informieren und Menschen und Institutionen in der neuen Phase des Aufschwungs zu unterstützen. Der Besuch begann auf den Kanarischen Inseln und wurde auf den Balearen in Begleitung der Tourismusministerin Reyes Maroto fortgesetzt. In Begleitung der regionalen Behörden besuchen der König und die Königin die wichtigsten touristischen Einrichtungen und Orte und halten Arbeitstreffen mit Hoteliers und Geschäftsleuten des Sektors ab, um sich eingehend über die aktuelle Situation und die Aussichten für die nahe Zukunft zu informieren.

(Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Spanischen Fremdenverkehrsbüro)

(TN)