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Gabriele Rotellini vom Camping Valle Santa Maria auf Elba hofft auf eine Erholung in der zweiten Saisonhälfte. Bilder: vsmaria.it

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Gabriele Rotellini betreibt am Strand von Lacona auf Elba den bei Schweizern beliebten Campingplatz Valle Santa Maria. Im Interview äussert er sich zum Saisonstart vom 3. Juni und den geplanten gesundheitlichen Massnahmen.

In der Toscana können Campingplatz-Betreiber in diesen Tagen ihren Betrieb aufnehmen. Auf Elba etwa öffnet am 3. Juni der bei Schweizern beliebte Campingplatz Valle Santa Maria in Lacona. Travelnews hat sich mit Campingplatz-Betreiber Gabriele Rotellini unterhalten – über seine Erwartungen und die Massnahmen auf dem Campingplatz und am Strand.

Herr Rotellini, wie schaut die Buchungssituation für Ihren Campingplatz aus?

Gabriele Rotellini: Noch im Januar und Februar sah es danach aus, dass wir ein sehr gutes Jahr haben werden, wir verzeichneten viele Vorausbuchungen. Seit März treffen nun viele Annullationen ein, zunächst für den Juni, nun auch für den Juli. 60 bis 70 Prozent unserer Gäste kommen aus dem Ausland, vor allem aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Immerhin erhalten wir nun zahlreiche Reservationen von italienischen Gästen. Wie auch Deutschland und die Schweiz empfiehlt auch Italien seiner Bevölkerung, die Sommerferien im eigenen Land zu verbringen.

Haben Sie noch Hoffnung, in diesem Jahr ausländische Gäste begrüssen zu können?

Durchaus. Viele haben bei der Annullation gesagt, dass sie gerne zu einem späteren Zeitpunkt kommen möchten. Gerade im September, wenn die Ferien der Italiener vorbei sind, ist eine gute Gelegenheit dazu. Ich rechne damit, dass die zweite Saisonhälfte noch gut wird – immer in der Annahme, dass die Virus-Situation sich weiter verbessert.

Wie stark ist Elba von der Pandemie betroffen?
Wir hatten hier auf der Insel elf Infektionen. Mittlerweile haben wir keinen Fall mehr.

Ihr Campingplatz liegt direkt am Strand von Lacona. Welche Massnahmen sind in diesem Sommer vorgesehen? Man konnte von Plexiglas-Boxen an italienischen Stränden lesen.

No, no. Bei uns am Strand ändert sich eigentlich nichts. Der Zugang bleibt frei, man muss auch keine Maske tragen. Einzig die Distanzregeln gilt es einzuhalten, 1.50 Meter Abstand zur nächsten Person. Untersagt sind am Strand Beachvolleyball und Fussball – und die Kinder sollten, wenn möglich, nicht zu nahe miteinander spielen. Diese Regeln gelten für die Region Toscana.

Ausser Distanz halten von 1.50 Meter und einem Ballspiel-Verbot wird sich an der Spiaggia di Lacona in diesem Sommer nicht viel ändern.

In italienischen Zeitungen konnte man von «caro lido» lesen, dass der Zutritt zu den Stränden wegen der limitierten Platzanzahl teurer wird. Auch bei Ihnen auf Elba?

Nein, unsere Strände sind frei. Bei den stabilimenti balneari (Badeanstalten) wie in Rimini, wo man mit dem Eintrittspreis Liegestühle und Schirme erhält, könnten höhere Preise wohl möglich sein. Dort gilt es auch zu berücksichtigen, dass sich die erhöhten Hygienemassnahmen in den Preisen niederschlagen.

Die Schweiz tat sich lange schwer mit der Öffnung von Campingplätzen. Wie schaut das bei Ihnen aus? Müssen auf Ihrem Campingplatz die Zelte weit voneinander entfernt stehen?

Nein. Die einzelnen Plätze sind ohnehin von kleinen Bäumen unterteilt und weisen genügend grosse Abstände auf. Der heikle Punkt sind die sanitären Einrichtungen. Hier müssen wir einige zusätzliche Auflagen erfüllen. Man betritt die Einrichtung von einer Seite und verlässt sie auf der anderen. Vor dem Gebäude sind Desinfektionsmittel verfügbar und auch Hygienetücher. Und unser Team reinigt die sanitären Einrichtungen alle zwei Stunden. Nur wenn es auf dem Campingplatz nicht möglich ist, den Abstand von 1,5 Meter einzuhalten, gilt es eine Maske zu tragen. Auch gewisse Veranstaltungen können wir leider nicht durchführen, etwa die gemeinsamen Filmabende für Kinder.

Tragen die Gäste Masken in Ihrem Restaurant?
An den Tischen, die eineinhalb Meter voneinander entfernt stehen, nicht. Beim Ein- und Austreten nur dann, wenn die 1,5 Meter nicht eingehalten werden können. Wir geben zudem keine Menükarte mehr ab.

Wie schätzen Sie die Situation generell für Elba und Leute, die im Tourismus arbeiten, ein?

Leider ist die Situation kritisch, gerade auch für die grösseren Hotels. Viele schaffen es nicht zu eröffnen. Sie müssten viele Leute aus der Kurzarbeit zurückholen, doch die Gäste fehlen noch. Unter der Situation leiden viele Familien auf der Insel. Hoffentlich bessert sich die Situation in der zweiten Saisonhälfte.

(GWA)