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Der weltweite Reiseverkehr kehrt langsam zurück – mit erheblichen Schutzmassnahmen. Bild: Adobe Stock

Lufthansa-Rettung verzögert sich – Schweizer Touristiker guter Hoffnung – LATAM kehrt zurück

Die jüngsten Neuigkeiten zur Coronavirus-Krise: Diese Auswirkungen hat die Pandemie auf die Reisewelt.

Lufthansa-Rettung: Bedenken in Brüssel

Noch liegt das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket der deutschen Regierung für die Lufthansa nicht in trockenen Tüchern. Offenbar sollen Verhandlungen sicherstellen, dass die beschlossenen Massnahmen auch schnell von der EU genehmigt werden. Unter anderem geht es darum, wann Deutschland wieder aus einer Direktbeteiligung an der Fluggesellschaft aussteigen wird. In Bezug auf die Rückzahlung des geplanten Milliardenkredits hatte «Bild am Sonntag» berichtet, dies sei erst Ende erst Ende 2023 vorgesehen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat versichert, dass die angepeilte Staatsbeteiligung an der Lufthansa nur vorübergehend sein soll. Der Staat werde sich so schnell wie möglich wieder zurückziehen, damit die Lufthansa dann alleine zurechtkommt. Der Minister verteidigte den geplanten Einstieg des Staates gegen Kritik aus der Opposition. Die Lufthansa sei ein traditionsreiches, starkes Unternehmen, das durch die Corona-Krise unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sei. Altmaier lehnte es ab, der Lufthansa ähnlich wie in Frankreich die Bedingung zu stellen, zugunsten der umweltfreundlichen Bahn auf Inlandsflüge zu verzichten. «Wenn man mit Auflagen für einzelne Unternehmen anfängt, verschwimmt die Grenze zum staatsgelenkten Konzern sehr schnell», sagte er der «Saarbrücker Zeitung».

Dominikanische Republik will Touristen ab 1. Juli

Am 1. Juli sollen die ersten Touristen in die Dominikanische Republik reisen können. Dies sieht die Roadmap des Tourismusministeriums vor. Sowohl Hotels wie Flughäfen bereiten sich auf den Restart vor. Damit Gäste aus dem eigenen Land und aus aller Welt wieder empfangen werden können und um das CO-VID-19-Infektionsrisiko zu verringern, wird derzeit in Zusammenarbeit mit staatlichen und inter-nationalen Gesundheitsbehörden sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Hochdruck an strengen Gesundheitsprotokollen gearbeitet, teilt Tourismusminister Javier Garcia mit.

«Die schrittweise Öffnung der Betriebe ist von grosser Bedeutung für die Dominikanische Republik, da die nationale Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt. Momentan sind wir bereits im Gespräch mit Airlines und Reiseveranstaltern, um eine Rückkehr der internationalen Gäste und insbesondere der Gäste aus dem deutschsprachigen Raum in die Dominikanische Republik zu ermöglichen. Wir streben eine frühestmögliche Wiederaufnahme an, sobald die internationalen Reisewarnungen aufgehoben werden», sagt Petra Cruz, Europadirektorin des Tourist Boards der Dominikanischen Republik.

Hoffnungen nach dem zweitem Tourismusgipfel

Am Sonntag erfolgte in Bern der zweite Tourismusgipfel unter Leitung von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Die Gespräche mit der Tourismusallianz verliefen positiv, für den 8. Juni zeichnen sich deutliche Lockerungen für die Schweizer Tourismusbranche ab. Am Mittwoch wird der Bundesrat die Details bekanntgeben.

Vorausichtlich wird der Bundesrat die Inbetriebnahme der Bergbahnen bekanntgeben und die dazugehörigen Schutzmassnahmen erläutern. Auch die Schifffahrtsgesellschaften rechnen mit dem Saisonbeginn per 8. Juni 2020. Keine Ankündigungen habe der Bundesrat am Treffen bezüglich der vom TCS und vom Dachverband Swisscamps vehement geforderten Öffnung der Campingplätze gemacht. SAC-Hütten, Jugendherbergen, Hotels und Gastrobetriebe dürfen seit dem 11. Mai wieder offen haben, Campingplätze jedoch nicht. Die Gastro-Branche erhofft sich zudem eine Lockerung des bisherigen Schutzkonzeptes, mit dem sich viele Restaurants schwer tun.

LATAM nimmt Flugbetrieb schrittweise auf

Nach der Einschränkung des Flugbetriebs der LATAM Airlines Group als Folge der COVID-19-Krise kündigt die Gruppe eine schrittweise Ausweitung ihres Betriebs in den nächsten zwei Monaten an. Im Juni wird der Betrieb voraussichtlich von fünf auf neun Prozent der Gesamtkapazität vor der Krise ausgeweitet, und im Juli wird der Flugbetrieb 18 Prozent erreichen.

Die mit 332 Flugzeugen führende lateinamerikanische Airline hat zahlreich Massnahmen am Boden und an Bord festgelegt:

  • Der Passagierservicebereich, einschließlich der Schalter und Selbstbedienungstools, werden häufiger und intensiver gereinigt und desinfiziert.
  • In allen Flughäfen, in denen LATAM operiert, gibt es Selbstbedienungsterminals, die einen autonomen Service ermöglichen.
  • Ab dem Check-in, beim Boarding, während des Fluges bis zum Verlassen der Kabine nach der Landung ist die Verwendung von Masken für alle Passagiere obligatorisch. Diese Massnahme gilt auch für die Kabinenbesatzung in allen Phasen des Fluges.
  • Intensive Desinfektionsverfahren von allen Flugzeugen nach jedem Flug und Reinigung der gesamten Kabine durch Besprühen mit einem Desinfektionsmittel auf der Basis quartärer Ammoniumverbindungen und zusätzliche manuelle Reinigung.
  • Alkoholisches Gel ist in allen Flugzeugen erhältlich.
  • Intensive Reinigung der Stellen, mit denen der Fluggast häufig in der Kabine in Berührung kommt (Griffe, Toiletten, Armlehnen, Gurte, Bildschirme, Licht- und Rufschalter, Sitztaschen, Fenster und Ablagen) in allen Flugphasen.
  • Die gesamte Flotte der LATAM-Gruppe verfügt über ein Umluftsystem, das alle drei Minuten dank der HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air), 99,97 Prozent aller Partikel in der Luft entfernt.
  • An Bord wird auf die Wahrung der Abstände zwischen den Passagieren geachtet.
  • Sperrung des vorderen Badezimmers zur ausschließlichen Benutzung durch die Besatzung, um den Kontakt mit den Passagieren zu minimieren.
  • Alle Decken und Kissen werden nach jedem Flug gewaschen. Wenn nötig und je nach Materialart der Kissen werden diese auch entsorgt.

Turkish Airlines verlängert Flugstopp

Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat ihren Flugstopp wegen der Coronavirus-Pandemie verlängert. Wie die Gesellschaft mitteilt, bleiben Inlandsflüge nun bis zum 4. Juni ausgesetzt, internationale Flüge bis zum 10. Juni. Zuvor war geplant gewesen, Verbindungen Ende Mai wieder aufzunehmen. Die Billigfluglinie Pegasus teilte mit, sie habe ihre Flüge bis zum 3. Juni ausgesetzt. Flüge in die Schweiz, nach Zürich, Genf und Basel, sind ab dem 14. Juni geplant. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge dürfen Turkish-Passagiere zukünftig ausser Handtaschen kein Gepäck mehr in die Kabine mitnehmen. Die bisher erlaubte Handgepäck-Kilomenge wird demnach dem aufzugebenden Gepäck zugerechnet.

NCL-Betriebspause dauert bis Ende Juli

Bis Ende Juli bleiben die Schiffe der Norwegian Cruise Line in den Häfen. Die Reederei verlängert den Betriebsstopp und sagt weitere Kreuzfahrten ab. Diesmal sind alle Kreuzfahrten bis zum 31.07.2020 von einer Absage betroffen. Weiterhin ist ungewiss, wann die Kreuzfahrtschiffe des Unternehmens wieder den Dienst aufnehmen können. Alle Gäste mit aktuellen und aktiven Buchungen vom 1. Juli bis zum 31. Juli 2020 erhalten ihre Rückerstattung automatisch in Form eines Future Cruise Coupons (FCC) in Höhe von 125% des gezahlten Reisepreises, teilt die Reederei mit. Die FCCs können jederzeit innerhalb eines Jahres nach Ausstellungsdatum und für alle NCL Kreuzfahrten bis zum 31. Dezember 2022 verwendet werden. Das Unternehmen arbeite weiterhin eng mit den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Regierungen und Gesundheitsbehörden weltweit zusammen, um alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, die dazu beitragen, die Gesundheit und Sicherheit der Gäste, der Besatzung und der Bewohner der besuchten Destinationen zu gewährleisten.

(JCR/GWA)