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Zagreb wurde hart getroffen: Trümmer liegen auf den Strassen, mehrere Menschen wurden beim Erdbeben verletzt. Bild: Youtube.

Erdbeben erschüttert Zagreb mitten im Lockdown

Die kroatische Hauptstadt wurde am Sonntagmorgen von einem schweren Erdbeben getroffen. Eine Person soll ums Leben gekommen sein, die Strassen sind mit Trümmern übersät. Die Erschütterungen waren auch in Österreich zu spüren.

Am Sonntagmorgen bebte in Zagreb gleich mehrmals die Erde: Das erste Beben ereignete sich um 6:23 Uhr nur 7 Kilometer nördlich der kroatischen Stadt in einer Tiefe von zehn Kilometern und hatte eine Stärke von 5,4 auf der Richterskala. Das zweite Beben folgte kurz nach 7 Uhr mit einer Stärke von 5,0. Es folgten Beben um 07:41 Uhr (3,7) und um 9:04 und 9:10 Uhr mit einer Stärke von jeweils 3,0. Die Erschütterungen waren auch in anderen kroatischen Städten sowie im österreichischen Graz wie auch in der Steiermark und Kärnten zu spüren.

Aus Zagreb werden schwere Schäden gemeldet: Vor allem der historische Kern der Stadt ist betroffen. Fassadenteile stürzten auf die Strasse und begruben Autos unter sich. Auch die Spitze von einem der Zwillingstürme der Kathedrale ist abgebrochen. Die Kathedrale wurde wieder aufgebaut, nachdem sie beim Erdbeben von 1880 beschädigt wurde. Das Krankenhaus wurde ebenfalls beschädigt - das ist angesichts der auch in Zagreb wütenden Corona-Pandemie besonders schlimm. Bei kühlen Temperaturen und vereinzeltem Schneefall müssen Patienten in den Krankenbetten sowie Mütter mit ihren Neugeborenen draussen ausharren.

Gemäss dem stellvertretenden Innenminister Damir Trut gibt es mehrere Verletzte und ein 15-Jähriger wurde zunächst als verstorben gemeldet. Diese Meldung wurde danach berichtigt: Der Jugendliche soll schwer verletzt sein und in Lebensgefahr schweben.

Kroatien befindet sich ebenfalls Mitten in der Corona-Krise: In Zagreb gilt der Lockdown. Die Menschen werden nun dazu angehalten, auf keinen Fall in beschädigte Häuser zurückzukehren und auf den Strassen Abstand voneinander zu halten. Mehrere Stadtteile sind derzeit ohne Strom und Wasser. Das im benachbarten Slowenien liegende Kernkraftwerk in Krsko soll das Erbeben unbeschadet überstanden haben.

(LVE)