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Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte 30-tägige-Einreiseverbot in die USA gilt für den Schengen-Raum. Bild: Adobe Stock

USA stoppen Einreisen aus Europa

Die USA reagieren auf die Corona-Krise in Europa. Für die nächsten 30 Tage darf niemand aus dem Schengen-Raum in die Vereinigten Staaten einreisen.

In einer Ansprache an die Nation hat Donald Trump am Mittwochabend einen Einreisestopp aus Europa in die USA verkündet. Das Einreiseverbot wird am Freitag in Kraft treten. Ausnahmen werde es für Amerikaner geben, die sich entsprechenden Tests unterziehen.

Den Stopp begründet Trump damit, dass die EU nicht dieselben Schutzmassnahmen wie die USA ergriffen und Reisen aus China nach Europa nicht früh genug gestoppt hätten. Vorm Reisebann nicht betroffen sind Briten, was Trumps Entscheidung willkürlich erscheinen lässt.

Das 30-tägige-Einreiseverbot in die USA gilt für den Schengen-Raum. Somit sind 26 europäische Länder davon betroffen, darunter auch die Schweiz. Der Einreisestopp wird für ausländische Reisende verfügt, die in den vergangenen 14 Tagen im Schengen-Raum waren.

Die USA hatten Ende Januar bereits einen Einreisestopp für ausländische Reisende verfügt, die in den 14 Tagen zuvor in China gewesen waren. Ende Februar erliess der US-Präsident dann eine entsprechende Regelung für Ausländer, die sich in den zwei Wochen zuvor im Iran aufgehalten haben. Zugleich wurden die Reisehinweise für betroffene Landesteile in Italien und Südkorea verschärft.

«Europa in schwieriger Verfassung»


Am Mittwoch hatte Trump bei einem Treffen mit Banken gesagt, in China und Asien flaue die Krise ab, um dann den Finger nach Europa zu richten: «Wie Sie wissen, haben wir einen anderen Teil der Welt, Europa, der in einer sehr schwierigen Verfassung ist.»

Grund dafür sei, dass es im Schengen-Raum grenzüberschreitende Bewegungsfreiheit gebe. Daher stelle sich die Frage, «wie man Europa als Ganzes behandelt».

In den USA selber sind bisher mindestens 37 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung gestorben – mehr als 1100 Menschen sind mit dem Coronavirus infiziert. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen, weil in den USA nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bislang erst etwas mehr als 11'000 Menschen auf das Virus getestet wurden.

Auf das US-Gesundheitssystem dürften gigantische Probleme zukommen. Wie Trump diese lösen will, dazu schweigt er in seiner Rede. Kein Land sei besser vorbereitet als die USA, sagt er – und verweist auf Europa als Sündenbock.

(GWA)