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Relaxen am Strand von Cabarete: Die Dominikanische Republik kommt im Karibik-Tourismus auf fast 30 Prozent Marktanteil. Bild: Joel Casilla

Die Dominikanische Republik ist der Motor des Karibik-Tourismus

Insgesamt wuchs die touristische Nachfrage in der Karibik um 4,4 Prozent. Den klar grössten Marktanteil hat trotz leichten Einbussen weiterhin die DomRep.

Laut neusten Zahlen der «Caribbean Hotel and Tourism Association» ist der internationale Tourismus in die Karibik im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent gewachsen. Das entspricht in etwa dem globalen Nachfragewachstum im Tourismussektor. Stärkster Wachstumstreiber waren die Quellmärkte in Nordamerika, welche deutlich über die Hälfte des gesamten Tourismusaufkommens ausmachen.

Gemäss der Datenanalysefirma ForwardKeys war auch 2019 die Dominikanische Republik dominierend im Karibik-Tourismus, mit einem Marktanteil von 29 Prozent. Dies entspricht allerdings einem leichten Rückgang um 1,2 Prozentpunkte, hauptsächlich infolge einer Nachfrageschwäche aus den USA infolge von mysteriösen Todesfällen von US-Bürgern in dominikanischen Hotels. Allerdings wurde diese durch starkes Wachstum aus den europäischen Quellmärkten wettgemacht. Grosser Gewinner und neu auf Rang 2 der Marktanteils-Rangliste ist Jamaika (12 Prozent), gefolgt von Kuba (11 Prozent) und den Bahamas (7 Prozent). Die Bahamas litten natürlich unter der grossen Zerstörung durch Hurrikan Dorian im September, wonach die Zahlen zwischenzeitlich einbrachen, jedoch schon ab Dezember wieder stark zunahmen. Die Bahamas haben trotz der Katastrophe ein Rekordjahr hingelegt. Das grösste Wachstum verzeichnete indes Puerto Rico, mit einem Plus von 26,4 Prozent, wobei dies immer noch als Rückkehr zu alten Zahlen nach der Katastrophe mit Hurrikan Maria im Jahr 2017 zu werten ist.

«Es wird nach Direktflügen zwischen Nassau und Zürich gesucht»

Was die Vorausbuchungen 2020 angeht, zeigt sich bislang ein eher durchzogenes Bild. Gesamthaft liegt die Karibik-Nachfrage im 1. Quartal 2020 um 3,6 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Von den Top-5-Quellmärkten ist besonders der übliche Spitzenreiter USA deutlich hinter Vorjahr (-7,2 Prozent), ebenso sind Grossbritannien (-10,9 Prozent) und Argentinien (-5,8 Prozent) klar hinter Vorjahr. Einzig Kanada (+8,9 Prozent) und Frankreich (+1,9 Prozent) verzeichnen unter diesen Topmärkten Wachstum; der «Rest of the World» liegt immerhin auch bei +0,3 Prozent.

Olivier Ponti (VP Insights, ForwardKeys) glaubt, dass es durchaus noch geeignete Wachstumsmöglichkeiten gibt, etwa im Bereich der besseren Fluganbindung. ForwardKeys analysiert die globale Flugsitzkapazität, die globale Flugsuche sowie täglich 17 Millionen Flugbuchungen - und hat festgestellt: «Es gibt ein grosses Interesse für die Karibik aus Quellmärkten, welche limitierte Direktverbindungen haben. Beispielsweise haben wir zahlreiche Flugsuchen festgestellt für Verbindungen nach Nassau von - in dieser Reihenfolge hinsichtlich der Suchfequenz - Paris, Mailand, Warschau, Rom und Zürich. Das könnte bedeuten, dass deutlich mehr Besucher kämen, wenn es denn Direktverbindungen gäbe.» Damit wird allerdings der Marketing-Ball gewissermassen an die Airlines weitergereicht. Das kann jedoch gut funktionieren: Wie man mit Airline-Incentives Verbindungen errichten und so touristisches Wachstum generiert, hat jüngst beispielsweise Tobago vorgemacht.

Die Karibik ist jedenfalls auf eine stabile Tourismusindustrie angewiesen. Laut dem World Travel & Tourism Council (WTTC) ist Tourismus in der Karibik für 20 Prozent der Exporte und 13,5 Prozent der gesamten Arbeitsplätze verantwortlich.

(JCR)