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Japan erfreut sich zweifellos einer guten touristischen Nachfrage. Doch von den geplanten 40 Millionen Besuchern im Jahr der Olympiade ist man meilenweit entfernt. Bild: Su San Lee

Noch ein Rekordjahr für den Tourismus in Japan

Trotzdem wurden die ursprünglich gesteckten Besucherziele klar nicht erreicht.

Japan ist auch bei Schweizer Reisenden derzeit hoch im Kurs. Doch ein Massenziel ist das Land der aufgehenden Sonne trotzdem nicht - und das ist global gemeint.

Zwar konnte Japan laut Zahlen der Nationalen Tourismusbehörde im letzten Jahr einen weiteren Besucherrekord verzeichnen - den siebten in Folge. Insgesamt 31,88 Millionen Besucher wurden im Fernost-Land registriert, 2,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das ist zwar gut, aber deutlich unter dem Ziel, welches sich Japan selber verordnet hatte: Ursprünglich wollte man im Jahr 2020, in welchem die Olympischen Sommerspiele in Tokio durchgeführt werden, 40 Millionen Besucher verzeichnen. Doch die Wachstumskurve ist in den letzten Jahren abgeflacht, und für 2020 werden - inklusive Olympia-Besucher - «nur» zwischen 34 und 35 Millionen Besucher erwartet.

Ein markantes Problem ist hierbei der politische Zwist mit dem regionalen Rivalen Südkorea. Es handelt sich primär um einen Wirtschaftskonflikt, bei welchem aber aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Ressentiments aufflammen und die Länder seit Juli 2019 miteinander verfeindet hat, nicht kriegerisch, aber bislang etwa mittels gegenseitigen Boykotten und Strafzöllen. Eine Folge davon ist auch, dass Südkoreaner Reisen nach Japan meiden und das Flugangebot zwischen den beiden Kändern deutlich gekappt wurde. Seit August 2019 sind die Besucherzahlen von Koreanern in Japan um 65 Prozent gesunken. Da die Südkoreaner zuvor fast 20 Prozent Marktanteil am touristischen Aufkommen in Japan hatten, ist dies klar spürbar und macht Wachstum aus anderen, kleineren Quellmärkten zunichte.

(JCR)