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Eigentlich ein Naturparadies und Ausflugsziel, seit dem Wochenende aber die Hölle: Der Krater des Vulkans Taal südlich von Manila auf einem Bild vor dem Ausbruch. Bild: AdobeStock

Die Philippinen befürchten eine explosive Eruption

Erstmals seit 43 Jahren ist der Vulkan Taal im Süden der Hauptstadt Manila ausgebrochen. Der Flugverkehr in der Region ist stark eingeschränkt. Und es könnte noch schlimmer als bislang kommen.

Am Samstag, 11. Januar brach der Taal-Vulkan auf den Philippinen aus - zunächst mit dem Ausstossen einer riesigen Aschewolke. Das Problem: Der Taal liegt nur gerade mal rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila und noch etwas näher zum internationalen Flughafen Manila Ninoy Aquino. Er ist also nahe zu einem grossen Ballungsraum und gleichzeitig ein beliebter Ausflugsort für viele Personen der Region Manila.

Aktuell ist an Ausflüge nicht zu denken. Noch immer speit der Vulkan kilometerhohe Aschewolken aus und seit heute Montag (13. Januar) sind auch erste Lavaflüsse zu beobachten. In der Provinz Batangas, in welcher sich der Vulkan befindet, wurde der Notstand ausgerufen; die Behörden haben auch Anweisungen gegeben, wie mit dem massiven Ascheregen umzugehen ist. Die Trinkwasserversorgung von Manila sei jedoch nicht in Gefahr.

Das «Philippine Institute of Volcanology and Seismology» (PhiVolcS) hat Alarmstufe 4 ausgerufen, d.h. es könnte zu einer explosiven Eruption kommen. Deshalb wurde heute auch eine totale Evakuierung im Radius von 17 Kilometern rund um den Vulkan erbeten (noch nicht angeordnet). In dieser Zone wohnen laut dem UNO-Büro für Humanitäre Hilfe rund 450'000 Menschen. Bereits über 40'000 Menschen haben sich bislang in Sicherheit bringen müssen, darunter Touristen. In Calamba kam am Montag ein Mann bei einem Verkehrsunfall im Ascheregen ums Leben, drei Menschen wurden laut Polizei verletzt.

Zwischenzeitig wurde auch der Flughafen von Manila geschlossen; rund 100 Flüge fielen am Wochenende aus. Der Flughafen ist inzwischen zwar wieder geöffnet, jedoch sind die meisten Flüge verspätet und es kommt zu zahlreichen Annullierungen, wie aus der Website des Flughafens hervorgeht.

Inzwischen wurde auch die Schliessung von Schulen und Läden im südlichen Metro Manila angeordnet. Die weitere Evakuierung von Menschen in Gefahrenzonen läuft. Die philippinische Armee wurde entsendet, um dabei zu helfen. Atemschutzmasken werden verteilt, weil die Luftqualität an manchen Orten wegen der Asche miserabel ist. Im südlichen Grossraum von Manila bedeckt schon jetzt eine dicke Ascheschicht den Boden.

Der Taal ist letztmals 1977 ausgebrochen und eigentlich nicht ein einzelner Vulkan, sondern ein Vulkansystem mit insgesamt 47 Kratern, wobei der Kratersee auf Volcano Island fast zwei Kilometer Durchmesser hat und bis zum Ausbruch ein beliebtes Ausflugsziel war. Der Taal ist einer von 24 aktiven Vulkanen auf den Philippinen. Sein Ausbruch kommt praktisch zeitgleich mit dem Ausbruch des Popocatepetl in Mexiko sowie des Shintake in Japan. Erst kürzlich war auch der Volcàn de Fuego auf Guatemala ausgebrochen sowie der White Island Volcano in Neuseeland, bei welchem auch Touristen zu Tode kamen.

(JCR)