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Geht es nach Franz Julen, werden künftig vermehrt reiche Araber und Asiaten am Fusse des Matterhorns anzutreffen sein. Bild: Swiss-Image, Jan Geerk

Skiparadies für Araber am Matterhorn

Die Matterhorn-Region will in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag investieren und künftig reiche Araber und Asiaten anlocken.

Seit Jahren staunt die ganze Tourismusschweiz über die Vielzahl Araber und Asiaten auf dem Titlis und in Interlaken. Doch sowohl Graubünden wie auch das Wallis verfügten bisher über keine geeignete Formel, um an diesem attraktiven Markt zu partizipieren.

Nun plant die Matterhorn-Region eine grosse Offensive, wie heute im «Blick» zu erfahren ist. Gemäss Franz Julen, Präsident der Bergbahnen Zermatt, will die Matterhorn-Region einen dreistelligen Millionenbetrag investieren, von 150 Millionen Franken bis 2025 ist die Rede.

Julen schwebt vor, zahlungskräftige Scheichs an den Fuss des Matterhorns zu locke, schliesslich gebe der arabische Tourist pro Tag in der Schweiz 420 Franken aus – Übernachtung nicht eingerechnet. Um arabische und asiatische Gäste weg vom Zentralschweizer Titlis zu locken, müsse aber deutliche mehr geboten werden als nur erstklassiger Schnee. Nun sind Agenturen wie Steiner Sarnen oder Quant eingeladen, Projekte einzureichen.

Massiver Ausbau der Bergbahnstation

Geplant ist, die bestehende Infrastruktur auf der höchsten Bergbahnstation Europas massiv auszubauen. Eine Aussichtsplattform, ein Restaurant im Berg und weitere Attraktionen auf knapp 3900 Metern über Meer sind angedacht. «Eine Balance zwischen Kommerz und Demut vor der Natur» sei angestrebt, sagt Julen.

Unter dem Klein Matterhorn soll zudem ein Sommerskigebiet für Anfänger entstehen – inklusive Sportfachhandel, der Socken, Handschuhe, Helm, Jacke und Ski verleiht. Skilehrer sollen den Gästen aus aller Welt die Grundlagen des Schneesports beibringen. Julen nennt das Projekt «Touch the Snow».

Weiter spricht Franz Julen von einem Verdrängungswettbewerb, der Schneesport wachse nicht mehr. Zermatt stehe in Konkurrenz mit Südtirol, Frankreich und Italien. Der Sommer soll der Matterhorn-Region künftig einen Drittel des Umsatzes bescheren, aktuell beträgt der Anteil ein Viertel. Von Gigantismus will Julen aber nichts wissen, er spricht von einer «Balance zwischen Kommerz und Demut vor der Natur», die Umwelt soll geschont werden: «Ich glaube die Natur, die Umwelt ist unser grösstes Kapital.»

(TN)