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Blick von einem Schiff in der Bay of Plenty auf White Island - vor der Eruption des Vulkans. Bild: James Lee

Vulkan-Drama in Neuseeland trifft Kreuzfahrtpassagiere

Der unerwartete Ausbruch des Vulkans auf White Island hat zu Todesfällen geführt. Zum Zeitpunkt der Eruption befanden sich Dutzende Passagiere der «Ovation of the Seas» auf der kleinen Insel, von welcher viele bislang nicht geborgen werden konnten.

White Island, oder «Whakaari» in der Maori-Sprache, ist eine kleine Vulkaninsel in der Bay of Plenty, im Nordosten der Nordinsel von Neuseeland. Sie liegt ab Whakatane nur 49 Kilometer vor der Küste und kann von dort aus relativ schnell per Boot erreicht werden; ab Tauranga, wo viele Kreuzfahrtschiffe anlanden, sind es 91 Kilometer, und die Transfers erfolgen meist per Helikopter. Denn White Island ist eigentlich die Spitze eines aktiven Vulkans, und zahlreiche Ausflugsunternehmen der Region werben mit Sprüchen wie «If you want to step foot on a live volcano, this is the place to do it!»

Nur ist damit nicht gemeint, dass man auf der Insel ist, wenn es zu einer Eruption kommt. Deswegen gibt es auch ein Monitoring der Vulkan-Aktivitäten. Doch heute (9. Dezember) ist es unerwartet zum ersten Ausbruch seit dem Jahr 2001 gekommen. Gegen 50 Personen befanden sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs auf der Insel; 23 konnten evakuiert werden, bislang sind fünf Todesfälle bekannt. Die restlichen Personen sind weiterhin auf der Insel, welche aktuell von Rettungskräften nicht mehr begangen werden kann. Inzwischen ist bestätigt, dass bis zu 38 betroffene Personen Passagiere der «Ovation of the Seas» von Royal Caribbean Cruises sind, welche aktuell in Tauranga angedockt ist.

Eindrucksvolle Bilder von Besuchern, welche nur Minuten zuvor die Insel verlassen hatten, dokumentieren die enorme Naturgewalt und lassen erahnen, wie es den noch auf der Insel verweilenden Menschen geht:

Die Passagiere der «Ovation of the Seas» müssen bis auf Weiteres an Bord bleiben; das Schiff hat nicht wie geplant die Reise nach Wellington fortgesetzt, sondern wartet auf weitere Infos. Noch immer werden Personen vermisst, darunter offenbar auch Passagiere des Schiffs.

Zahlreiche konnten aber gerettet werden und werden aktuell in Spitälern an Land wegen Rauchvergiftungen und Verbrennungen gepflegt. das Bild der Verwüstung kurz nach dem Ausbruch zeigt auch einen beschädigten Helikopter von Volcanic Air (eine Ausflugsfirma aus Rotorua); der Pilot und die vier Ausflugs-Passagiere sollen jedoch alle gerettet sein.

(JCR)