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Taifun Tisoy liegt nun direkt vor den Philippinen: Oben links erkennt man die Hauptinsel Luzon - das Bild stammt vom 2. Dezember um 02.30 Uhr. Bild: NOAA

Taifun Tisoy bedroht die Philippinen

Die Ausläufer des Taifuns haben die Philippinen bereits erreicht. Im Osten des Landes herrscht höchste Alarmstufe.

Seit Tagen bereiten sich die Philippinen auf die Ankunft von Taifun Tisoy (andernorts auch Taifun Kammuri genannt) vor. Dieser bewegte sich vom Zentralpazifik herkommend westwärts auf die Philippinen zu; die ersten Ausläufer haben die Region Catanduanes erreicht. Heute Morgen (2. Dezember) lag das Auge des Sturms weniger als 300 Kilometer von Catanduanes entfernt. Es wird erwartet, dass der Taifun noch heute Montag in der Provinz Bicol im Osten des Landes auf Land treffen wird - mit Windgeschwindigkeiten zwischen 140 und 185 km/h, was ihn aktuell zu einem Taifun der Kategorie 3 macht.

Auf den Philippinen wird mit schweren Schäden gerechnet, auch wenn Tisoy bei Weitem nicht der stärkste je registrierte Taifun ist. Problematisch sind vor allem die Sturmfluten und extrem starke Regenfälle, welche Erdrutsche und Überschwemmungen auszulösen drohen. Besonders die Insel Catanduanes ist stark bedroht, aber auch der Südosten von Luzon und weitere Regionen im Osten. In der Millionenstadt Manila dürften die Auswirkungen nicht so schlimm sein; trotzdem haben diverse Airlines schon kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten angeboten, weil mit Einschränkungen im Luftverkehr zu rechnen ist (Cebu Pacific hat auch schon diverse Inland-Flüge annulliert).

Laut der Philippines News Agency (PNA) haben die Behörden damit begonnen, in den Provinzen Bicol und Albay über 100'000 Menschen gezwungenermassen zu evakuieren - gezwungenermassen, weil viele Menschen sich weigern, ihre Häuser zu verlassen und die Gefahr offenbar in Kauf nehmen wollen. Heute Montag bleiben viele Schulen und Läden im Osten des Landes geschlossen.

In den Philippinen kommt es fast jedes Jahr während der Taifunsaison zu schweren Verwüstungen - allein 2018 etwa mit den Taifunen Mangkhut, Yutu und Usman oder 2017 mit Tembin. Früher war der Dezember zwar das Ende der Hurrikansaison; in den letzten beiden Jahren - und offenbar 2019 wieder - gab es aber auch noch im Dezember grosse Stürme. Auf den Philippinen hofft man nun, dass die soeben angelaufenen «Southeast Asian Games», welche dieses Jahr auf den Philippinen ausgetragen werden, vom Sturm nicht zu sehr beeinträchtigt werden.

(JCR)