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Ab der nächsten Saison sind die Bergbahnen Crans-Montana nicht mehr Teil vom Magic Pass Angebot. Bild: Joao Branco

Deshalb ging Magic Pass nicht auf die Wünsche von Crans-Montana ein

Die Walliser Bergbahnen stellten Forderungen, die dem Grundprinzip des Magic Pass wiedersprachen.

Am Montag wurde offiziell bekannt, dass die Bergbahnen Crans-Montana aus dem europaweit grössten Skipass «Magic Pass» in der kommenden Saison 2020/2021 aussteigen. In einer Mitteilung schreibt Maxime Cottet, Chief Executive Officer der CMA SA: «Wir bedauern dieses Ergebnis, das wir durch konstruktive Vorschläge zu vermeiden versucht haben. Der Magic Pass war kompromisslos angesichts unserer Forderungen nach einem Modell, das besser geeignet ist». Die Saisonkarten 2019/2020 sind davon nicht betroffen, der Ausstieg erfolgt per Ende April 2020.

Konkret forderten die Bergbahnen Crans-Montana Aminona, dass der Zutritt auf das gesamte Skigebiet über Weihnachten und Neujahr jeweils für zwei Wochen sowie im Februar für vier Wochen den Magic Pass-Besitzern verweigert bleibt, wie Sébastien Travelletti gegenüber Travelnews sagt. Wenn während diesen Zeitperioden Magic-Pass Kunden die Skigebiete mitbenützen wollten, wäre ein Zuschlag von 150 Franken für eben diese Premium Option fällig geworden.

«Wir konnten der Magic Pass-Administration zeigen, dass wir durch den Verkauf von 16'000 Abonnements mit Premium-Option zu 150 Franken (entspricht durchschnittlich zwei bis drei Skitagen) unseren Umsatz um rund 900'000 Franken steigern und damit dem Break Even näher kommen konnten», schreibt Philippe Magistretti, Präsident des Verwaltungsrates der CMA-Gruppe in einer Mitteilung.

Während der Magic Pass für Crans-Montana einen Jahresumsatz von durchschnittlich 10 Millionen Franken erwirtschaftete, wirkte er sich auf den gesamten Umsatzmix aus. Vor der Einführung des Magic Pass erwirtschafteten die Bergbahnen rund 4,5 Millionen Franken an Pre-Sales-Umsatz und durch den Rest durch den kurzfristigen Verkauf von Paketen. Abhängig von aktuellen Faktoren wie dem Wetter lag die jährliche Bandbreite des Gesamtumsatzes zwischen 15 und 25 Millionen Franken. Die Einführung des Magic Pass reduzierte diese Ertragsspannweite, begrenzte jedoch den Umsatz auf 21 Millionen bei einem Break-Even von 23 Millionen Franken, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Premium-Pakete passen nicht in das Konzept

Der Magic Pass basiert auf dem Grundsatz für den uneingeschränkten Zugang zu allen Skigebieten sowohl im Sommer als auch im Winter, wie Magic Pass erklärt. Das ist auch der Grund, weshalb Magic Pass die Forderungen für einen Premium-Zuschlag zu Spitzenzeiten von den Bergbahnen Crans-Montana Aminona nicht akzeptieren konnte.

Die Walliser Bergbahnen erwirtschafteten rund 15 Prozent des Umsatzes von Magic Pass. Aktuell ist die Kooperation die grösste in Europa. Rund 130'000 Gäste nutzen das Angebot und generierten insgesamt 51 Millionen. Auch nach dem bedauerlichen Ausstieg von Crans-Montana bleibt Magic Pass europaweit der grösste Verbund mit über 30 Skigebieten. Für die nächste Saison laufen bereits Abklärungen für die Aufnahme weiterer Schneesportorte, wie Sébastien Travelletti verrät.

Die Bergbahnen Crans-Montana Aminona waren für ein Statement nicht verfügbar.

(NWI)