Destinationen

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Die Stadt Köln verzeichnete zweistellige Zuwachsraten von ausländischen Touristen im ersten Halbjahr 2019. Bild: Eric Weber

Drei Prozent mehr Übernachtungen in Deutschland

Es war ein gutes erstes Halbjahr 2019 für den Incoming-Tourismus unseres nördlichen Nachbarlandes.

Das Deutsche Statistische Bundesamt hat die Übernachtungszahlen vom ersten Halbjahr 2019 veröffentlicht. Demnach wurden von Januar bis Juni 39,8 Millionen internationale Übernachtungen in Hotel- und Beherbergungsbetrieben mit mindestens 10 Betten verzeichnet. Das entspricht einem Wachstum von drei Prozent also 1,2 Millionen mehr Übernachtungen als im gleichen Zeitraum im Vorjahr.

«Das Reiseland Deutschland ist auch im schärfer werdenden Wettbewerb der Destinationen sehr gut aufgestellt», erklärt dazu Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). «Nach den jüngsten Trendaussagen von IPK International zur Entwicklung der Auslandsreisen auf Basis des World Travel Monitors performt Deutschlands Incoming mit plus 3,7 Prozent besser als der weltweite Durchschnitt (plus 3,5 Prozent). Aus den europäischen Quellmärkten generiert Deutschland laut IPK sogar ein Wachstum von vier Prozent und platziert sich damit deutlich vor dem europäischen Durchschnitt (plus 2,5 Prozent).»

Partner bündeln die Kräfte

Die Lufthansa hat das Potenzial der Heimatdestination Deutschland in den Fokus gestellt und bearbeitet das Segment verstärkt mit zielgruppenspezifischen Aktivitäten, gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus. Der Flughafen München sieht vor allem den Interkontinentalverkehr als zentraler Treiber für das starke Wachstum von 10 Prozent.

«Der Flughafen München konnte auch im ersten Halbjahr 2019 mit knapp fünf Prozent und damit mehr als einer Million zusätzlicher Passagiere ein neues Allzeithoch von 22,7 Millionen Fluggäste verzeichnen», führt Andreas von Puttkamer, Leiter Geschäftsbereich Aviation am Flughafen München aus.

Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA) spricht bereits von einem neuen Rekordjahr für Deutschland: «Ferien in Deutschland liegen auch gerade wieder bei den Deutschen im Trend. Zudem entwickeln sich die Buchungen ausländischer Gäste weiterhin sehr positiv. Mit einem Plus von 4,0 Prozent liegt die Entwicklung der durchschnittlichen Zimmererträge (RevPAR) sogar leicht über dem europäischen Durchschnitt von 3,3 Prozent.»

Kampagne «German Summer Cities» trägt Früchte

Durch die starke Fokussierung auf die Städte von Deutschland, setzte die Deutsche Zentrale für Tourismus neue Akzente und Anreize, das Land zu besuchen. So verzeichneten die Top 5 Incoming-Märkte USA, Grossbritannien, Japan, Kanada und Australien ein Wachstum von über fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Destinationen wie Köln, Düsseldorf oder der Schwarzwald verzeichneten zweistellige Zuwachsraten.

Prognosen für das zweite Halbjahr 2019 macht man vorsichtig, obschon die Aussichten auf ein weiterhin positives Wachstum hinweisen. Laut Forward Keys liegen die Vorausbuchungen von Überseeflügen nach Deutschland 2,1 Prozent über den Vergleichszahlen im letzten Jahr. Petra Hedorfer äussert sich wie folgt dazu: «Die jüngsten Trendaussagen dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir durch schwächeres Wirtschaftswachstum in der Eurozone, Klimadiskussion, Handelskonflikte und die No-Deal-Brexit-Thematik grosse Herausforderungen bewältigen müssen.»

(NWI)