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Hurrikan Barry bringt viel Regen mit sich – in Kombination mit dem extrem hohen Wasserstand des Mississippi könnte dies für die Bewohner eine lebensbedrohende Situation hervorrufen. Bild: Twitter

New Orleans bereitet sich auf Hurrikan «Barry» vor

«Barry» könnte als erster Hurrikan der Saison am Samstag auf Land treffen. Aber es ist nicht der Wind, der diesen Sturm so tückisch macht. Es ist der Regen und die Tatsache, dass der Mississippi schon jetzt so viel Wasser wie selten zuvor in der Hurrikansaison führt.

«Barry» ist der zweite Hurrikan der diesjährigen Saison und der erste, der am Samstag im Bundesstaat Louisiana an Land gehen könnte. Laut Prognosen dürfte «Barry» einige Kilometer westlich der Stadt New Orleans auf Land treffen. Experten warnen davor, dass der Hurrikan lebensbedrohend sein könnte. Denn: Der Mississippi führt bereits jetzt ungewöhnlich viel Wasser - dies nach starken Regenfällen und der Schneeschmelze. «Barry» könnte die Situation massgeblich verschlechtern. Der Mississippi dürfte in New Orleans gar seinen höchsten Stand seit dem Jahr 1950 erreichen.

Tausende Bewohner flohen bereits in höher gelegene Gebiete oder wappnen sich mit Sandsäcken auf den bevorstehenden Sturm. Eine Hurrikanwarnung wurde für einen 100-Meilen-Abschnitt entlang der Küste von Louisiana direkt unterhalb von Baton Rouge und New Orleans veröffentlicht. In Louisiana wurde bereits der Notstand ausgerufen. Rettungskräfte sind bereits in Position - «Barry» dürfte Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Km/h mitbringen und wäre damit ein Hurrikan der Kategorie 1. Das gefährliche ist nicht der Wind, sondern der Regen: «Barry» ist ein langsamer Sturm und benötigt Stunden, um über ein Gebiet zu ziehen. Stunden, in denen sehr viel Regen fallen wird.

Der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, warnt davor, dass der Sturm eine gefährliche Kombination mit dem ohnehin hohen Mississippi bilden könnte: «Es gibt drei Möglichkeiten, wie Louisiana überflutet werden kann: Sturmfluten, hohe Flüsse und Regen. Wir werden alle drei haben.» Die Menschen werden aufgefordert, Essensvorräte für drei Tage bereitzuhalten.

Bei den Bewohnern New Orleans werden Erinnerungen an den verheerenden Hurrikan «Katrina» im Jahr 2005 wach: Damals kam es zu katastrophalen Überschwemmungen in New Orleans, «Katrina» wurde für mehr als 1.800 Todesfälle in Louisiana und anderen Bundesstaaten verantwortlich gemacht.

In der Folge wurden Reparaturen und Verbesserungen an den Dämmen und den über 70 Pumpstationen vorgenommen. Die Pumpen in New Orleans funktionieren zwar einwandfrei – allerdings wird befürchtet, dass der Regen schneller fällt, als dass er abgepumpt werden kann. Der National Weather Service geht davon aus, dass der Mississippi am Samstagmorgen auf 5,8 Meter ansteigen wird - in der Gegend von New Orleans schützen 6 bis 7,6 Meter hohe Dämme die Stadt.

Reisenden wird empfohlen, Informationen der lokalen Behörden zu beachten und Evakuierungsanweisungen Folge zu leisten.

(LVE)