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Das berühmte Instagram-Foto des Tempels: Nur gibt es vor Ort überhaupt kein Wasser. Die Spiegelung ist Fake. Bild: Instagram.

Enttäuschte Bali-Touristen wegen Tempel-Fake auf Instagram

«Absolut überbewertet» und «geht nicht hin» liest man in den Reviews über Balis berühmten Lempuyang Tempel. Der Grund: Dieser sieht in echt überhaupt nicht so aus wie auf all den schönen Instagram-Fotos.

Der Lempuyang-Tempel in Karangasem/Bali ist auch bekannt als «Gates of Heaven» (Himmelstor). Jedes Jahr wird er von Tausenden von Touristen besucht. Doch diese drücken auf TripAdvisor und Co. zunehmend ihre Enttäuschung aus und geben der Sehenswürdigkeit nur ein bis zwei Sterne.

Denn: Der Tempel sieht in echt gar nicht so auf wie auf den vielen tollen Instagram-Fotos. Auf diesen erscheint im Wasser jeweils das Spiegelbild der posierenden Touristen. Nur: In Wahrheit gibt es dort gar kein Wasser. Für den Effekt werden die Fotos jeweils mit einem Spiegel, der unter dem Smartphone angebracht werden kann, geknipst.

Das Ganze sieht dann so aus:

Wer mit diesen Vorstellungen zum Tempel anreist, dürfte bei der Feststellung, dass da gar kein Wasser ist, tatsächlich enttäuscht sein. In echt sieht es beim «Himmelstor» nämlich so aus:

Unmut auf TripAdvisor über Fake-Fotos

Auf TripAdvisor erhält der Tempel oft schlechte Bewertungen. Unter anderem liest man: «Das Himmelstor wird deutlich überbewertet. Für so ein albernes Foto mit untergelegtem Wasserspiegel, (den gibt es nämlich dort nicht in Realität), müsst ihr unter Umständen mehr als zwei Stunden anstehen.» Oder: «Absolut überbewertet sind die affigen Fotos zwischen dem Tor, das ist einfach nur albern. Es wird extra ein Wasserspiegel künstlich ins Bild gebracht, damit das so ausschaut. Dazu müsst ihr zwei Stunden mindestens Anstehen. Logisch. Auch die Balinesen haben gemerkt, wie man Geld verdienen kann.»

Ein weiterer User schreibt: «Der Hauptgrund für den Besuch der meisten Leute wird wohl das berühmte gespiegelte Bild aus dem Tempel mit Mt. Agung im Hintergrund sein. Wie schon von vielen hier berichtet ist das Foto quasi zur Hälfte getrickst, da die Spiegelung nicht durch Wasser, sondern durch einen Spiegel unterhalb der Kamera entsteht. Der Vulkan im Hintergrund ist zumindest echt (sofern man Glück hat und keine Wolken die Sicht verdecken).»

Ruiniert durch Instagram?

Haben Instagram-Influencer also den Zauber der Sehenswürdigkeit ruiniert? Nun ja, die meisten TripAdvisor sind sich einig, dass der Tempel auch ohne Wasser durchaus schön anzusehen ist. Und schon Konfuzius wusste: «Alles trägt Schönheit in sich, aber nicht jeder sieht sie.»

Aber auch wer mit realistischen Vorstellungen anreist, muss die lange Wartezeit– wie bei den meisten berühmten Sehenswürdigkeiten – in Kauf nehmen. Und es zeigt sich einmal mehr: Fotos in den Sozialen Netzwerken sind immer mit Vorsicht zu geniessen: Schein ist nicht gleich Sein.

(LVE)