Destinationen

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Bangkok, wie man es noch nicht kennt: Eine Gruppe hat sich wagemutig auf den Glasboden des Mahanakhon Skywalks begeben. Alle Bilder: NKR

Das Unbekannte im Bekannten

Von Nicole Krättli

85 Reisefachpersonen vier grosser Veranstalter haben die letzten zwei Tage gemeinsam Bangkok erkundet und dabei einen ersten oder ganz neuen Eindruck der Stadt erhalten.

Bangkok, Phuket, Koh Samui, Chiang Mai – klanghafte Namen, die bei vielen Reisenden sofort Bilder im Kopf auslösen. Dies erweist sich als Fluch und Segen zugleich. Denn wer Unbekanntes und Exotisches sucht, möchte eben nicht jene Orte bereisen, die schon jeder kennt. «Genau das ist die grosse Herausforderung», erklärt Srisuda Wanapinyosak, Deputy Governor International Marketing Tourism Authority of Thailand, beim feierlichen Empfang vom Dienstag (18. Juni) in Bangkok. Die neue Strategie sei es deshalb, diese etablierten Destinationen als Ausgangspunkte für neue, unbekannte Orte zu nutzen.

Authentischer Einblick

Genau dieser Ansatz dominierte auch den diesjährigen Mega Fam Trip nach Bangkok, den das Thailändische Fremdenverkehrsamt in Kooperation mit Thai Airways, DER Touristik Suisse, FTI Touristik, Tourasia und Hotelplan Suisse organisiert hat. «Thailand hat sehr viele Repeaters. Aus diesem Grund war es uns bei der Organisation wichtig, ein neues Bild der Stadt zu vermitteln und zu zeigen, was man neben den grossen Attraktionen sonst noch erleben kann», erklärt Gere Gretz, Leiter des Thailändischen Fremdenverkehrsamts Schweiz.

Dass es sich dabei nicht um leere Versprechungen handelt, zeigt sich gleich in den ersten Stunden des Mega Fam Trips, in denen sich die Gruppe der Rückkehrer auf Erkundungstour durch das Kudeejeen-Viertel westlich des Chao Phraya Flusses begeben.

Tourismus geht durch den Magen

Durch verwinkelte Gassen, vorbei an üppigen Pflanzen und bunte Blumen, geht es durch ein unscheinbares Gartentor zu Jarupha Chuntanaphap, die sich einfachheitshalber Tante Dang nennt. Wie eine kleine Zeitreise fühlt es sich an, wenn man durch ihr traditionell thailändisches Haus geht. Etliche schwarz-weiss Bilder von ihr und ihrem verstorbenen Ehemann, ihren Nichten und Neffen sowie ihren Eltern zieren das Wohnzimmer. Porzellan, kleine Figuren, ein riesiges eingerahmtes, hölzernes Paddel – Nippes wohin das Auge reicht. Oberhalb verschiedener Jesusfiguren thronen zudem drei goldig gerahmte Bilder des verstorbenen Königs von Thailand, der Königin und des neuen Königs. Die Reisegruppe staunt und knippst.

Weil in Thailand generell – und insbesondere während eines Ausflugs mit dem thailändischen Fremdenverkehrsamt – nichts mit leerem Magen geht, lässt das erste Essen nicht lange auf sich warten. P-Tan serviert thai-portugiesische Vorspeisen, die schon ihre Vorfahren nach gleichem Rezept am hiesigen Königshof zubereitet haben. Weil der Kultur und Kalorien noch nicht genug ist, geht es gleich weiter zu einer lokalen Bäckerei. Neben einem glühenden Kohleofen schauen die Asienspezialisten den portugiesischen Cupcakes, aus Mehl, Enteneiern und Zucker, beim Entstehen zu und geraten dabei noch mehr ins Schwitzen. Anschliessend – wie könnte es anders sein – gilt es, die süssen Leckereien zu kosten. «Ich finde es super, dass wir hier einen Einblick in das alltägliche Leben der Menschen bekommen», findet Michael Koch, Tourasia. Auch Mirjam Abächerli, DER Touristik Suisse, zeigt sich beeindruckt vom nahen Kontakt mit der Bevölkerung. «So ein Zuhause wie das von Tante Dang sieht man nicht alle Tage. Das war wirklich spannend.»

Wie die Einheimischen

Doch manchmal sind es auch die scheinbar unscheinbaren Teile des Programms, die begeistern. So etwa die Fahrt mit dem BTS Skytrain, dem öffentlichen Verkehrsmittel Bangkoks. «Es war toll, sich wie die Einheimischen in der Stadt fortzubewegen und nicht nur im Reisebus zu sitzen», so Beatrice Münster, Reisebüro Basilisk. Susanne Petrausch, FTI Touristik, hat durch die Thailand-Reise, die alle Veranstalter mit einem individuellen Reiseprogramm vor oder nach dem Treffen in Bangkok ergänzt haben, ein besseres Gefühl für ihre Kunden entwickelt: «Das ist meine erste Gruppen-Rundreise. Ich kann mir nun sehr viel besser vorstellen, wie so etwas abläuft und wo es allenfalls auch zu Verzögerung kommen kann.»

Jürg Meier von Hotelplan Suisse fand vor allem die Mischung zwischen Teilnehmenden verschiedener Veranstalter bereichernd: «Es haben sich während den zwei Tagen interessante Fachgespräche über verschiedene Destinationen ergeben.» Das eigentliche Highlight war für ihn dann aber doch der Kochkurs im Blue Elephant Restaurant: «Dank der guten Vorbereitung war es eigentlich total einfach, das Ganze nachzukochen. Meine Frau wird mir bestimmt nicht glauben, dass ich tatsächlich selbst mal den Kochlöffel geschwungen habe.»


Thai Airways setzt neu auf Schweizer Spezialitäten

Auch in diesem Jahr reisten die 85 Reisespezialisten mit Thai Airways. «Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir diesen wichtigen Grossanlass unterstützen», erklärt Silvia Stoll, Marketing Managerin Thai Airways. Um die neuen Menüs der Airline zu testen, war die Reisegruppe allerdings einige Tage zu früh unterwegs. Ab 1. Juli werden Passagiere zwischen Zürich und Bangkok die vom Michelin-Sterne-Koch Dennis Puchert kreierten Speisen verköstigen können. Dabei setzt die Airline auf Schweizer Spezialitäten wie etwa Eglifilet und Spätzli, die bei Gategourmet mit lokalen Produkten zubereitet werden.