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Fliegende Händler sind an Mittelmeerstränden ein üblicher Anblick. Doch das Gesetz brechen nicht nur sie mit dem Verkauf illegaler Ware, sondern neu auch die Käufer, also die Touristen. Bild: Adobe Stock

Spanien bittet Touristen für den Kauf von Fälschungen zur Kasse

Schnell am Strand noch eine gefälschte Gucci-Tasche vom fliegenden Händler gekauft? Das kann diesen Sommer richtig teuer werden.

In diesem Sommer sollten Sie sich während den Spanien-Ferien davor hüten, irgendwelche billigen Fälschungen von fliegenden Händlern am Strand oder bei den Sehenswürdigkeiten zu kaufen. Denn bislang wurden die Verkäufer mit Bussen belegt - ab sofort jedoch sind auch Käufer, üblicherweise also Touristen, im Visier der Polizei. Wer Illegales kauft, muss mit saftigen Bussen rechnen.

Erste Touristen haben die neue, knallharte Handhabung der Polizei in Palma de Mallorca bereits zu spüren bekommen, wie «Mallorca Diario» berichtet. Mitten auf der Strasse wurden ausländische Touristen angehalten, welche kurz zuvor beim Kauf von Fälschungen beobachtet wurden. Es ging offenbar nur um den Kauf von ein paar gefälschten Sonnenbrillen. Die Höhe der Busse kann aber zwischen 100 bis 700 Euro betragen. Diese sind auf der Stelle oder zumindest vor der Rückreise zu bezahlen.

100 Euro für eine gefälschte Sonnenbrille? Dann lieber gleich das Original kaufen. Das ist auch der Hintergrund der geänderten Polizeipraxis. Geschäftsleute in Palma und anderen spanischen Ferienorten ärgern sich über Hunderte fliegender Händler mit gefälschter Ware, welche die Touristen umgarnen, und ärgerten sich bislang auch über den laschen Umgang der Behörden mit diesem Problem. Damit soll nun aber Schluss sein.

Das Problem wird rund ums Mittelmeer angegangen

Die spanische Polizei hat angekündigt, dass der wachsende Handel mit illegalen Produkten im öffentlichen Raum besser überwacht werden soll, und dass die jetzt ausgesprochenen ersten Bussen beileibe nicht nur Show seien. Fairerweise sollen Touristen mit lokalen Informationskampagnen auf die Gefahr einer Busse beim Kauf von Fälschungen aktiv hingewiesen werden.

Damit steht die spanische Polizei nicht allein da. Auch in Italien oder Griechenland wurde in den letzten Jahren verstärkt gegen den illegalen Verkauf von Fälschungen vorgegangen. Nur wird die Vorgehensweise nun geändert: Die Herstellung von Fälschungen ist selbstredend seit langem verboten, unter anderem weil damit den Unternehmen Umsätze und dem Staat Steuereinnahmen in Millionenhöhe entgehen. Die Käufer dagegen wurden bislang jedoch nie belangt - ausser vielleicht am Zoll bei der Ausreise bzw. bei der Einreise im heimischen Land, wenn sie sehr viele Fälschungen im Gepäck dabei hatten. In der Praxis waren aber Bussen für solche Vergehen die grosse Ausnahme.

Nun also konzentriert man sich vermehrt auf die Käufer. Denn wo kein Käufer, da kein Anbieter. Mal sehen, ob das funktioniert.

(JCR)