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Wurde zu einem der Ziele der Attentate: Das Shangri-La in Colombo. Bild: Shangri-La.

So reagieren Schweizer Veranstalter auf die Anschläge in Sri Lanka

Zwei Tage nach den verheerenden Terror-Anschlägen ist die Lage noch immer unübersichtlich. Das sagen Schweizer Veranstalter und die Edelweiss, die noch bis Mai 2019 Direktflüge von Zürich nach Colombo anbietet, zur aktuellen Lage.

Nach den verheerenden Anschlägen in Sri Lanka ist die Zahl der Todesopfer auf 310 gestiegen. Unter den Toten befinden sich 35 Ausländer aus zwölf Ländern – darunter zwei Schweizer, wie das Aussendepartement EDA am Montagabend mitteilte. Der 60-Jährige und seine 55-jährige Frau hinerlassen zwei Kinder und sollen in der Berner Lorraine einen Kiosk betrieben haben, wie nau.ch schreibt. Die Explosionen fanden am Sonntag zwischen 8.45 Uhr und 9.05 Uhr Ortszeit statt – Selbstmordattentäter sprengten sich in drei Kirchen und den drei Luxushotels Shangri-La, Cinnamon Grand und The Kingsbury in Colombo in die Luft (travelnews.ch berichtete ausführlich).

Die Regierung macht die lokale Splittergruppe National Thowheeth Jamaath für die Anschlagserie verantwortlich. Dabei könnte es sich um einen Ableger der Gruppe Thawheed Jamaat (SLTJ) handeln – diese soll schon seit einiger Zeit in Sri Lanka aktiv sein und ihre Wurzeln, wie auch der IS, im sehr strengen Wahhabismus haben. Nun scheint sich auch ein Motiv für die Anschlage herauszukristallisieren: Nach ersten Erkenntnissen der Regierung waren diese als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht.

Offenbar hatte die Polizei bereits anfangs April Hinweise auf mögliche Anschläge auf Kirchen und Touristenziele. So warnte der stellvertretende Polizeichef Priyalal Dissanayake in einem Schreiben vom 11. April 2019 vor Anschlägen auf katholische Kirchen sowie die indische Botschaft in Sri Lanka. Warum keine Massnahmen ergriffen wurden, will Premierminister Ranil Wickremesinghe untersuchen.

Edelweiss bietet kostenlose Umbuchungen/Stornierungen

Die Edelweiss bedient im Winterflugplan Colombo zweimal wöchentlich direkt ab Zürich: Der letzte Flug geht am Sonntag, 5. Mai von Colombo nach Zürich. Die Airline hatte bereits den Ausbau der Flugkapazitäten nach Colombo angekündigt. Sieht die Lage nach den Anschlägen nun anders aus? «Wir beobachten und beurteilen die Lage in Sri Lanka permanent und sind mit Schweizer Behörden und lokalen Behörden in Kontakt. Momentan haben wir eine Crew in Colombo und sind froh, dass es unseren Kolleginnen und Kollegen gut geht. Sie bleiben aus Sicherheitsgründen im Hotel», sagt Edelweiss-Sprecher Andreas Meier auf Anfrage von travelnews.ch.

Es sei momentan noch zu früh, um die Anzahl Stornierungen oder Umbuchung zu beziffern. «Wir zeigen uns selbstverständlich kulant gegenüber unseren Gästen, welche mit uns einen Flug nach Colombo gebucht haben», erklärt Meier weiter. Edelweiss Gäste, welche vor dem 21. April 2019 einen Flug von Zürich nach Colombo bzw. Colombo nach Zürich gebucht haben, können diesen kostenlos umbuchen oder stornieren. Gäste können sich bei Fragen an den Kundendienst unter Telefon 0848 333 593 wenden.

Hotelplan Suisse hat die Annullationsbedingungen angepasst

Hotelplan Suisse hat aktuell noch 52 Gäste auf Sri Lanka – niemand davon habe sich zum Anschlagszeitpunkt in Colombo aufgehalten. Bislang liegen dem Veranstalter keine Umbuchungen oder Annullationen vor. «Kunden, die bis und mit Dienstag, 30. April abreisen, können kostenlos umbuchen oder stornieren. Abreisen bis und mit 31. Mai 2019 können kostenlos umgebucht werden. Bei den Flügen gelten die jeweiligen Stornierungsbedingungen der Airlines», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Pressesprecherin Hotelplan Suisse. «Wir sind in ständigem Kontakt mit unseren lokalen Agenten und beobachten die Situation - und würden, wenn nötig, weitere Massnahmen ergreifen.»

TUI Suisse prüft Verlängerung der kostenlosen Umbuchungs-/Stornierungs-Frist

TUI Suisse hat mehrere Dutzend Gäste vor Ort. Einige davon in Colombo. Gäste mit Abreise bis und mit 23. April konnten seit dem Ereignis kostenlos umbuchen und stornieren. Alle Gäste, welche sich bereits auf Sri Lanka befanden, wollten aber keine frühzeitige Rückreise antreten, wie Mediensprecherin Bianca Schmidt erklärt. «Wir prüfen die Lage ständig und stehen in engem Austausch mit unseren Reiseleitern vor Ort. Ausserdem prüfen wir gerade eine Verlängerung der Umbuchungs- und Storno-Frist», sagt Schmidt. Der Dienstagmorgen sei zwar eher ruhig verlaufen - aber selbstverständlich hätten die Kunden Informationsbedarf: «Wir stehen in stetigem Kontakt mit unserem 24-Stunden-Krisenteam und den Reiseleitern vor Ort», so Schmidt.

DER Touristik Suisse bietet kostenlose Umbuchung/Stornierung

Kuoni, Manta und Helvetic Tours haben laut DER Touristik Suisee Mediensprecher, Markus Flick, derzeit rund 100 Gäste vor Ort, davon nur ganz vereinzelt in Colombo. «Alle Gäste der DER Touristik Suisse sind unversehrt, befinden sich in Sicherheit und werden umfassend betreut. Wir gewähren Kunden vor Ort selbstverständlich ohne Mehrkosten die vorzeitige Heim- oder Weiterreise. Auch bei Kunden mit bevorstehender Abreise ab der Schweiz bestehen wir nicht auf unseren AGB’s, sondern buchen ohne Mehrkosten um beziehungsweise stornieren die Reise kostenlos. Dies alles vorläufig bis zum 6. Mai 2019», sagt Flick.

tourasia bietet kostenlose Umbuchung bis Ende Mai

Auch bei tourasia sind alle Sri Lanka-Reisende in Sicherheit und können ihre Reise wie geplant fortsetzen. Gäste welche in Colombo gebucht waren, wurden aus vorkehrender Sicherheitsmassnahme umgebucht. Man sehe im Moment von Buchungen in der Hauptstadt Colombo ab. «Wir empfehlen allen Reisenden von Menschenansammlungen fernzubleiben. Als vorkehrende Sicherheitsmassnahme haben wir die Ausflüge in Colombo, Kandy und Sigiriya bis Freitag sistiert. Ebenso führen wir diese Woche keine Reisen mit lokalen Zügen durch. Betroffene Gäste sind informiert», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. In Rücksprache mit den Mitarbeitern vor Ort, beurteile man die Reisen in Sri Lanka im Moment als durchführbar und mit den vorgeschlagenen Sicherheitsvorkehrungen sehe man keine Gefahr für die Kunden. «Wir bieten allen gebuchten Gästen bis 31. Mai 2019 eine kostenlose Umbuchung an eine andere tourasia Destination - Kosten für mögliche Flugänderungen fallen an. Annullierungen können bis 30. April 2019 kostenlos getätigt werden.»

Regierung erstellt Sicherheitsplan für Hotels

Die Regierung Sri Lankas teilt mit, dass alle möglichen Massnahmen ergriffen wurden, um die Sicherheit der Öffentlichkeit und allen Touristen, die sich im Land aufhalten, zu gewährleisten. Die Streitkräfte hätten zusammen mit der Polizei einen umfassenden Sicherheitsplan ausgearbeitet, der Hotels und Orte von touristischem Interesse umfasse.

Zusätzlich zu den oben genannten Massnahmen habe Sri Lanka Tourism spezielle Vorkehrungen getroffen: Den Spitälern, in denen verletzte Touristen behandelt werden, und den drei von den Anschlägen betroffenen Hotels, wurde jeweils ein Sonderbeauftragter zugeteilt. Drei Vertreter von Sri Lanka Tourism wurden am internationalen Flughafen Bandaranaike stationiert, um Touristen sowohl bei der Ankunft als auch bei der Abreise behilflich zu sein.

Sri Lanka verzeichnete im Jahr 2018 2,3 Millionen internationale Ankünfte - damit lag die Zahl gemäss der Behörde für Tourismusentwicklung in Sri Lanka um mehr als 400 Prozent über dem Niveau von 2009 - als der 30 Jahre dauernde Bürgerkrieg offiziell beendet wurde.

(LVE)