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Chee Pey Chang (Assistant Chief Executive International Group) und Brigitte Fleischauer (Area Director Central & Southern Europe) konnten während der ITB im Namen des Singapore Tourism Boards ein Allzeithoch bekanntgeben. Bild: TN

Viel mehr als eine schöne Infrastruktur und Sicherheit

Mit dem Launch von Passion Made Possible hat sich das Singapore Tourism Board vor eineinhalb Jahren eine neue, emotionalere Ausrichtung verliehen. Den Reisestrom gefördert haben noch weitere Gründe.

Die Zahlen sprechen für sich: 2018 haben 18,5 Millionen Touristen oder Geschäftsreisende den Stadtstaat Singapur besucht, 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ein Allzeithoch. Hat das historische Treffen von Donald Trump und Kim Jong Un am 12. Juni 2018 für einen Reiseschub gesorgt? Wohl kaum. Schon eher der Spielfilm «Crazy Rich Asians». Während den ersten Wochen der Austrahlung des erfolgreichen Films verdreifachte sich die Google-Suche nach «Singapore» in den USA.

Wir sind auf Spurensuche gegangen und haben an der ITB Berlin mit Chee Pey Chang gesprochen, Assistant Chief Executive International Group beim Singapore Tourism Board und Brigitte Fleischauer, der Zentral- und Südeuropa-Chefin. Den deutlichen Zuwachs aus den USA begründet Chee Pey Chang zunächst mal mit der vergrösserten Flugkapazität. Neu seit dem letzten Jahr fliegt Singapore Airlines nach New York und Seattle, auch United hat mit Singapore - Los Angeles eine neue Verbindung aufgelegt.

«Neben den vergrösserten Flugkapazitäten konnten wir auch deutlich mehr Cruise-Gäste in Singapur willkommen heissen», sagt Chee Pey Chang. «Dank der guten Zusammenarbeit innerhalb der Vereinigung ASEAN ist es für Kreuzfahrt-Gesellschaften einfacher geworden, Routen aufzulegen.» Als beliebteste Routen nennt er die von Singapur hoch entlang der malaisischen Küste nach Penang und Langkawi. Aber auch Indonesien-Routen seien sehr beliebt, bis nach Surabaya und Nord-Bali.

Marketingoffensive hat gefruchtet

Einen guten Move dürfte das Singapore Tourism Board darüber hinaus mit dem Launch von «Passion Made Possible» gemacht haben. Im August 2017 kündigte Singapur das neue Motto an, mit dem weltweit um Reisende und Firmen geworben wird. Schliesslich, so wahrscheinlich die Einsicht bei der Planung der Kampagne, lässt sich alleine mit guter Infrastruktur, Sicherheit und Stabilität auf die Länge nicht noch weiter punkten in der Tourismusgemeinde. Emotionen müssen her!

Und die Kampagne, oder vielmehr das neue Branding von Singapur, dürfte durchaus eingeschlagen haben. Um das Reiseziel emotionaler zu gestalten und herüberzubringen wurden etwa neue Touren aufgelegt, sei es für Gourmet-Liebhaber, Shopping-Fans oder Entdecker. Die Marketingoffensive hat jedenfalls auch in Zahlen gefruchtet: 2018 haben Singapurs Touristen sechs Prozent mehr für Ausflüge und Erlebnisse ausgegeben.

Auf das laufende Jahr angesprochen, sagt Brigitte Fleischauer: «Wir erwarten ein erneutes Plus in der Bandbreite von 1 bis 4 Prozent – spezifische Targets für einzelne Länder wurden aber nicht bestimmt.» Stabil bei rund 100'000 Einreisen verliefen die Einreisen aus der Schweiz, wie schon 2017. Dank der neuen Direktverbindung der Singapore Airlines von Warschau nach Singapur rechnet das STB aber mit einem satten Plus aus dem Boommarkt Polen.

Zwei besondere Highlights erwarten Singapur-Besucher im laufenden Jahr. Im August eröffnet nach zweijährigem Umbau das Raffles Hotels. Und ab dem 17. April ist das neue Gebäude Jewel im Changi Airport eröffnet. Das markante Glasbauwerk beherbergt unter anderem den höchsten Indoor-Wasserfall der Welt. Mit einer Gesamtfläche von 134‘000 Quadratmetern bildet das futuristische Glasgebäude eine eigene Einkaufs- und Unterhaltungsstadt. Der Stopp und die Shoppingtour am Changi Airport wird damit noch attraktiver.

(GWA)