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Deepak Raj Joshi, CEO Nepal Tourism Board: «Wir streben zwei Millionen Gäste an». Bild: TN

Hohe Ziele am Fusse des Himalayas

Nepal hat sich seit dem Erdbeben vom 25. April 2015 gut erholt. Mit dem Visit Nepal Year 2020 streben die Tourismusverantwortlichen nun in ungeahnte Höhen. Travelnews.ch hat mit Deepak Raj Joshi gesprochen, dem CEO des Nepal Tourism Boards.

Eine Woche vor Beginn der ITB Berlin standen die Tourismusverantwortlichen Nepals und das ganze Land unter Schock. Denn am 27. Februar verstarb der im Land beliebte Tourismus- und Kulturminister Rabindra Adhikari bei einem Helikopterunglück. Er wäre ebenfalls zusammen mit der Tourismusdelegation nach Berlin gereist.

Von Leid geprüft war das Land und Nepals Tourismus auch schon im Jahr 2015, als bei einem Erdbeben am 25. April sowie Nachfolge-Beben gegen 8000 Menschen starben und grosse Schäden verzeichnet werden mussten. Danach brachen die Einreisezahlen ein. Doch in den letzten drei Jahren konnte Nepals Tourismus jährliche Zuwächse von über 25 Prozent registrieren. 2018 lag die Einreisezahl ausländischer Touristen mit 1,2 Millionen sogar wieder über dem Niveau des Jahres 2014.

Mit einer grossen Delegation – mit total 35 Partnerunternehmen – sind Nepals Touristiker an die ITB 2019 angereist. Denn sie haben Grosses vor, insbesondere im nächsten Jahr mit der Kampagne «Visit Nepal 2020». Travelnews.ch sprach mit Deepak Raj Joshi, dem CEO des Nepal Tourism Boards über die touristischen Pläne.

«Wir möchten unseren Gästen zeigen, dass Nepal viel mehr hat als nur Berge», sagt Deepak Raj Joshi. «Über 100 ethnische Gruppen und Dialekte prägen unser Land, fast an jedem Tag erfolgt in Nepal ein Festival oder eine sehenswerte Zeremonie.» Auf die vielen Kulturschätze soll das «Visit Nepal 2020» hinweisen, etwa auf die sieben Weltkulturerbestätten rund um Kathmandu, aber auch auf die Möglichkeit von Yoga, Meditation oder Incentive-Touren. «Nepal ist die Destination für eine Lifetime-Experience», sagt der Tourismuschef.

«40 Prozent unserer Landesfläche ist geschützt, wir verfügen über einzigartige Lebensräume»

Auf die Schäden von 2015 angesprochen, sagt er: «Ja, wir hatten Schäden bei einigen Kulturstätten. Die meisten konnten mittlerweile wieder hergestellt werden. Dass Nepal Schäden aufwies, blieb aber lange in den Köpfen der Reisenden, darunter litten wir zunächst.»

Jetzt ist aber Aufbruch angesagt bei Nepals Touristikern: nach 1,2 Millionen Gästen im Jahr 2018 sollen im Visit Nepal Year 2020 sogar zwei Millionen Touristen das Land am Fusse des Himalays besuchen. Neben Besuchern aus Indien und China gehören die Märkte USA, UK, Deutschland und weitere europäische Länder zu der Hauptzielgruppe. Dabei setzt Nepals Tourismus vermehrt auf höherwertige Angebote, etwa auch mit Glamping.

Ein weiteres Anliegen der Tourismusverantworlichen ist, die Besucherströme über das ganze Land besser zu verteilen, sie nicht nur im Anapurna-Gebiet zu haben. «40 Prozent unserer Landesfläche ist geschützt, wir verfügen über 12 Nationalparks und einzigartige Lebensräume», wirbt Deepak Raj Joshi für die Vielfalt seines Landes.

Dass die Besucherströme künftig fliessen, hierzu dient ein auch Ausbau der Infrastruktur. Noch in diesem Jahr wird der Gautam Buddha International Aiport in Bhairahawa in der Nähe von Lumbini eröffnet, der Geburtsstadt Buddhas. 2020 erfolgt in Pokhara eine weitere Eröffnung eines internationalen Flughafens.

(GWA)