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Der Beitrag des Tourismus zur wirtschaftlichen Wertschöpfung der Schweiz beträgt 2,9 Prozent – der Bundesrat will an der Bedeutung des Tourismus festhalten und hat neue Fördermittel gesprochen. Bild: Swiss-Image / Andreas Gerth

Der Bundesrat will den Tourismus digitalisieren

373 Millionen Franken wirft der Bundesrat auf, um die Schweizer Wirtschaft zu fördern. Der grösste Teil der Standortförderung, 220,5 Millionen Franken, fliesst an Schweiz Tourismus.

373,1 Millionen Franken will der Bundesrat in den kommenden vier Jahren einsetzen, um die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft weiter zu fördern. Davon profitieren sollen der Tourismus, die KMU und die Aussenwirtschaft.

Die Schweiz gehöre zu den wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt, schreibt der Bundesrat in seiner Botschaft zur Standortförderung 2020-2023, die er am Mittwoch verabschiedete. Doch insbesondere die Digitalisierung stelle die Unternehmen und Regionen vor grosse Herausforderungen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stünden unter Innovations- und Kostendruck.

Angesichts dessen wolle der Bundesrat mit seiner Standortförderung für die Jahre 2020-2023 dazu beitragen, dass die KMU und Regionen die Chancen der Digitalisierung nutzen könnten. Die Rahmenbedigungen für die KMU sollen verbessert, die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen gestärkt und das Profil des Wirtschaftsstandortes Schweiz im Ausland geschärft werden.

Die Schwerpunkte setzt der Bundesrat auf den Ausbau des Online-Schalters EasyGov.swiss für KMU, die Umsetzung einer neuen Tourismusstrategie, Tourismus- und Innovationsförderung im Rahmen der sogenannten Neuen Regionalpolitik (NRP) und die verstärkte Zusammenarbeit mit Dritten in der Aussenwirtschaftsförderung.

Fünf Beschlüsse für die Finanzierung

Mit der am Mittwoch verabschiedeten Botschaft unterbreitet der Bundesrat dem Parlament fünf Finanzierungsbeschlüsse. Der mit Abstand grösste Betrag in der Höhe von 220,5 Millionen Franken soll an Schweiz Tourismus fliessen. Im Tourismus seien 175'000 Personen beschäftigt, dessen Beitrag zur wirtschaftlichen Wertschöpfung der Schweiz betrage 2,9 Prozent, hält der Bundesrat fest.

Mit dem Betrag will er die Digitalisierung des Schweizer Tourismus weiter vorantreiben und damit die Attraktivität des Angebots und den Marktauftritt der Schweiz im Ausland verbessern. Weitere 22,8 Millionen fliessen in die Förderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau im Tourismus (Innotour). Auch im Rahmen der Neuen Regionalpolitik setzt der Bundesrat seinen Förderfokus auf die Digitalisierung. Gleichzeitig prüft er ein spezielles Förderprogramm für die Berggebiete.

Jubelgeschrei ist bei Schweiz Tourismus, der Hotelleriesuisse und dem Schweizer Tourismus-Verband nun aber nicht ausgebrochen. Sie hatten sich für die Periode 2020-2023 einen Beitrag von 240 Millionen Franken erhofft. Nur so könne der Transformationsprozess hin zum individualisierten digitalen Marketing erfolgreich weitergeführt werden, lautete die Forderung der Branchenverbände.

(nau.ch)