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Hinduistische Tempel auf Bali geben tolle Fotosujets her. Aber das Foto sollte immer mit dem nötigen Respekt geschossen werden. Bild: Harry Kessell

Bali beklagt einen «Zerfall der Touristenqualität»

Instagrammer ohne Respekt haben mal wieder für Ärger in Indonesien gesorgt. Auf Bali dürften Tempelbesuche künftig strikter reglementiert werden.

Neulich sorgte mal wieder ein besonders eifriger Instagrammer aus Dänemark für Ärger auf Bali: Er publizierte ein Foto von sich, wie er auf dem Linggih-Padmasana-Schrein im Tempel Puhur Lutur Batukaru sitzt - der Schrein hat die Form eines Throns, wobei die Meinung ist, dass dieser Thron für die höchsten Gottheiten das balinesischen Hinduismus reserviert ist, und nicht für schnöde Touristen. Das Foto ging viral, wobei für religiöse Balinesen ein solches Foto höchst anstössig, um nicht zu sagen blasphemisch war.

Die balinesischen Behörden wollen den Mann ausfindig machen. Aber damit ist es nicht getan. Der Deputy Governor von Bali, ein Mann namens Tjokorda Oka Artha Sukawati, beklagte die Häufung von Fotos von Touristen, welche im Bikini oder sonstwie respektlos Fotos in heiligen Stätten schiessen und online posten, und sprach im «Guardian» von einem «Zerfall der Qualität der Touristen, welche die Insel besuchen». die relativ kleine indonesische Insel Bali wurde im letzten Jahr von über 5 Millionen Touristen besucht; tiefe Flugpreise machen das Eiland attraktiv. Und eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten vor Ort sind die vielen spektakulären Hindu-Tempel. Nur eben wird oft der Respekt von diesen sakralen Bauwerken vergessen.

Nun wollen die Behörden ihre Tempel besser schützen, da diese stellvertretend sind für Balis Kultur und Traditionen und für viele Hindus wichtige religiöse Orte sind. Bislang ist es Touristen erlaubt, die Tempel unbegleitet zu besuchen. Möglicherweise werde diese Praxis revidiert.

In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, gibt es strikte Blasphemie-Gesetze, welche auch für die hinduistische Bevölkerung (und natürlich auch für Touristen) gelten. Laut den Behörden sei es nun genug mit der Häufung der Zwischenfälle mit Touristen, gegenüber welchen man auf Bali bislang sehr nachsichtig war. Yoga-Posen in leichter Bekleidung oder auch das Beklettern der Tempel - das will Bali möglichst verbannen. Wie es letztlich umgesetzt wird, und ob es dafür neue Gesetze und Richtlinien gibt, ist noch nicht definitiv ausgearbeitet. Aber klar ist, dass Bali etwas gegen diese moderne Unart der möglichst originellen und leider oft respektlosen Fotoshootings unternehmen wird.

(JCR)