Cruise

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So sehen die Expeditions-Kreuzfahrtschiffe neuster Generation aus: Designed in Norway, made in China. Bild: Ulstein Group ASA

Keine Seekrankheit mehr auf Expeditions-Kreuzfahrtschiffen

Die neusten Expeditions-Kreuzfahrtschiffe werden in China für eine US-Firma unter dänischer Leitung gebaut, erhalten norwegisches Schiffsdesign und finnische Kabinen, und werden auf den Bahamas registriert.

China ist aktuell nicht an vorderster Front mit dabei, wenn es um den Bau von Kreuzfahrtschiffen geht, wie Cruise-Spezialist Thomas P. Illes jüngst auf Travelnews.ch schrieb. Durch einen neuen Vertrag kommt nun aber weitere Bewegung in die Sache: Die in Miami beheimatete Schiffsleasing-Firma SunStone Ships und der Industriekonzern China Merchants Industry Holdings aus Hong Kong haben einen Vertrag unterzeichnet, der den Bau von vier Expeditionsschiffen – plus einer Option auf sechs weitere – vorsieht. Die Schiffe werden 104 Meter lang sein und bei Doppelbelegung Platz für 160 bis 190 Passagiere bieten. Sie sollen in Shanghai gebaut werden und die Klassifizierung für Eisklasse 1A bzw. Polar Code 6 haben, wie es im Press Release von SunStone heisst.

Der Bau moderner Expeditions-Kreuzfahrtschiffe steht schon seit über zehn Jahren auf der Agenda von SunStone, wie man deren Website entnehmen kann. Diese neuste Generation soll aber völlig anders konzipiert sein, als ursprünglich vorgesehen. Als Designer wird die  in Norwegen ansässige Firma Ulstein Design & Solutions unter Vertrag genommen, für das Kabinendesign die finnische Firma IS Mäkinen. Registriert werden die Schiffe auf den Bahamas.

Dank invertiertem Bug geht’s ruhig durch den Sturm

Die Schiffe sollen den «X-Bow» von Ulstein bekommen. Wichtigster Aspekt: Die sanfte Fahrt auch bei hohem Wellengang und stürmischer See, dank dem invertierten Bug, welcher zudem für weniger Treibstoffverbrauch sorge. Vor allem der Auftrieb, welche oft für Seekrankheit sorgt, werde abgefedert. Ulstein hat bereits rund 100 solcher X-Bow-Schiffe gebaut, davon 45 in China. Allerdings handelte es sich hierbei noch nicht um Kreuzfahrtschiffe, sondern um Spezialschiffe für die Offshore- und Ölindustrie.

Das erste Schiff soll im August 2019 ausgeliefert werden, anschliessend alle sechs Monate ein neues Schiff. Niels-Erik Lund, der dänisch-stämmige CEO von SunStone, lässt durchblicken, dass die Schiffe dann an neue und bestehende Charterer vermietet werden – welche das sind, wird aber noch nicht bekannt gegeben. Klar ist, dass zusätzlich zu den bereits exisiterenden 10 Expeditions-Kreuzfahrtschiffen von SunStone die Firma mit den Neubauten dann definitiv zum, nach Tonnage, grössten Vermieter solcher Schiffstypen weltweit wird.

(JCR)