Cruise

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Privatinseln sind beliebt und damit längst ein Muss für Kruezfahrtgesellschaften. Bild: Half Moon Cay/Holland America Line

Das sind die privaten Inselparadiese der Cruise-Gesellschaften

Von Jean-Claude Raemy

Tschüss Routine und Stress, hallo Cocktail und Strand-Entspannung: Die Kreuzfahrtgesellschaften haben den Reiz der Privatinseln längst zum Geschäftsmodell gemacht.

Das allergrösste Traumferien-Klischee schlechthin ist die Reise auf eine tropische Privatinsel. Allerdings wollen die wenigsten einfaches Robinson-Feeling – etwas Luxus und Aktivitätsmöglichkeiten soll es schon haben.

Genau dieses Bedürfnis decken Kreuzfahrtgesellschaften mit ihren Privatinseln ab. Es gibt Landgänge auf unberührten Inseln oder zumindest in exklusiven Zonen auf Inseln, wo die Passagiere zwar nicht allein, aber immerhin unter sich sind. Das jeweilige Aktivitäts- und Unterhaltungs-Angebot ist reichhaltig, so dass der Ausflug auf die Privatinsel zu den beliebtesten Tagen der jeweiligen Kreuzfahrten zählen. Bonus für die Kreuzfahrtgesellschaft: Was auf der Insel ausgegeben wird, fliesst ausschliesslich in die eigenen Kassen.

Kein Wunder also, verfügen alle namhaften «Cruise Companies» über eine Privatinsel. Genau genommen sind es zwar nicht immer Privatinseln, sondern teils nur abgetrennte, längere Strandabschnitte die exklusiv von Passagieren genutzt werden können, ähnlich wie andere Reedereien auf ihren eigenen «Privatinseln». Hauptsache was Exklusives! Wir haben die wichtigsten Privatinsel-Angebote der Reedereien für Sie zusammengetragen.

Costa Crociere

Die Costa-Gäste können «Catalina Island» (Bild oben), nur wenige Seemeilen vor der Hafenstadt La Romana (Dominikanische Republik) gelegen, für sich nutzen. Nebst den sportlichen Aktivitäten am Strand (Volleyball, Beach-Olympiade, Schnorcheln, Jetski, Banana Boat, Katamaran-Ausflüge) gibt es auch Massagen, Barbecues,  sowie diverse Schmuck- und Kleiderläden. Berühmt ist das dicht bewaldete Catalina Island aber vor allem für sein Unesco-geschütztes Korallenriff. Auch Action- und Sightseeing-Ausflüge nach La Romana oder weitere Inseln der Umgebung sind im Angebot.

Disney Cruise Line

Die Disney-Insel heisst «Castaway Cay» und liegt in den Bahamas – und ist zu 100% in Disney-Besitz. Im Gegensatz zu gewissen anderen Privatinseln werden die Gäste hier nicht mit Shuttle-Booten auf die Insel gebracht; die Disney-Schiffe können an ein modernes Dock anlegen. Damit können Gäste jederzeit auf die Insel oder auch zurück aufs Schiff. Natürlich gibt es die «Castaway Family Beach» in echtem Disney-Stil, mit Spiel und Spass und Disney-Figuren. Wer keine Lust auf Dauerbespassung hat, findet in der «Serenity Bay», welche Erwachsenen vorenthalten ist, seine Ruhe – auf die Kids wird derweilen in der «Scuttle’s Cove» aufgepasst. Damit alle Altersgruppen abgedeckt sind, gibt es «The Hide Out» nur für Teenager. Natürlich ist auch auf Castaway Cay das Angebot an Wassersport riesig, man kann aber auch Biken, Fischen oder Exkursionen per Katamaran unternehmen.

Holland America Line

Die Privatinsel «Half Moon Cay» wurde von diversen Cruise-Magazinen während Jahren zu einer der besten Privatinseln einer Kreuzfahrtgesellschaft gewählt. Genau genommen hat man hier aber nicht die ganze Insel zur Verfügung: Half Moon Cay liegt auf Little San Salvador Island in den Bahamas. 98% der Insel sind als Vogelschutzgebiet deklariert und dürfen somit nicht verbaut und nur sanft genutzt werden. Das Herzstück ist die 2,8 Quadratkilometer grosse Lagune, wo Gäste Rochen füttern oder alle Arten von Wassersport betreiben können. Dazu hat es einen Aquapark für Kinder sowie einen mit Bojen ausgelegten Parcours für Wasserfahrzeuge. Natürlich gibt es auch hier Beach Cabanas mit privatem Butler und Dusche. Ein Glasbodenboot nimmt Besucher auf «Eco-Tour» durch die unberührten Gewässer der Insel mit.

MSC Cruises

Zurzeit verfügt MSC Cruises über eine kleine Privatinsel bei Sir Bani Yas Island, südwestlich der Küste des Emirats Abu Dhabi. Auf einer vorgelagerten Insel liegt die 2,4 Kilometer lange, MSC-exklusive Strand-Location, die über einen Holzsteg mit der Hauptinsel verbunden ist. Hunderte von Palmen, schattige Pavillons und über 2000 Strandliegen sorgen auf dem 36‘000 Quadratmeter grossen Areal für Ferienfeeling. Natürlich gibt es auch alle Arten von Wassersport, Familien- und Kinderbereiche, eine Lounge mit Bar und Live-Musik sowie ein Beduinenzahl, wo man Kunsthandwerk kaufen kann.

Im Oktober 2018 wird MSC Cruises dann ein komplett privates Insel-Angebot haben, die «Ocean Cay MSC Marine Reserve» (Bild oben) in den Bahamas. Dort wird es ein Amphitheater mit 2000 Sitzen, mehrere Restaurants, Ziplines und einen Hochzeitspavillon geben – nebst dem üblichen Sport- und Familien-Angebot. Für Mitglieder des MSC Yacht Club soll zudem ein exklusiver Spa- und Wellness-Bereich mit Bungalows entstehen.

Norwegian Cruise Line

Auf die Gäste von Norwegian wartet «Great Stirrup Cay», eine kleine Insel rund 220 Kilometer östlich von Fort Lauderdale, welche zur Kette der Berry Islands in den Bahamas gehört. Zwei Strände mit jeglicher Art von Service (Restaurant, Unterhaltung, WC, Wassersport) kann man geniessen, dazu gibt es aber auf der Insel mehrere isolierte Strände, welche kein Service-Angebot haben, dafür aber schön ruhig sind. Die vielfältige Wasserwelt kann man beim Schnorcheln, Paddeln, Segeln, Kajaken oder auch per Parasailing erkunden. Auf der Insel finden oft spezielle «Olympiaden» für die Cruise-Gäste statt. Ab diesem Jahr wird Norwegian zudem eine brandneue Lagunen-Umgebung mit eigenem Stand, neuen Restaurants, Beach-Villen und einer Familienzone einweihen.

Darüber hinaus hat Norwegian eine weitere Insel namens «Harvest Caye» im Süden des mittelamerikanischen Staats Belize. Die kleine Insel (0,3 Quadratkilometer) bietet einen Pool, eine Wassersportlagune, einen grossen Strand mit privaten Beach Cabanas sowie ein reichhaltiges Aktivitätsangebot inclusive Ziplining

Paul Gauguin Cruises

Auch in der Südsee gibt es Privatinseln. Gäste von Paul Gauguin Cruises können Motu Mahana besuchen; das Eiland ist ein Teil der Gesellschafts-Inseln, welche wiederum zu Französisch-Polynesien gehören.  Nebst dem Sportangebot mit Wasserski, Kajak oder Windsurfen gibt es hier auch viele Angebote im kulturellen Bereich. Koch- und Handwerkskurse mit der Lokalbevölkerung, musikalische Darbietungen oder Touren der Vanille-Plantagen sind hier die Highlights.

Princess Cruises

«Princess Cays» liegt im Süden von Eleuthera Island in den Bahamas, rund 128 Kilometer südlich der Hauptstadt Nassau. Im kristallklaren Wasser kann man Schnorcheln oder auch per Aqua-Bike, Seaboard, Paddelboot, Kajak oder Segelboot auf Erkundungstour gehen. Nebst dem reinen Shopping-Angebot gibt e shier auch Degustationen karibischer Küche oder Cocktail-Kurse. Die meisten schätzen aber das Entspannen in den Hängematten oder unter den Sonnenschirmen.

Royal Caribbean Cruises

«Coco Cay» ist eine Bahamas-Insel, welche speziell für die Passagiere der Tochtergesellschaften Royal Caribbean Cruise Line, Celebrity Cruises und Azamara Club Cruises konzipiert und ausgestattet wurde. Ein Highlight ist der fast 2000 Quadratmeter grosse Wasserspiel-Park «Caylana’s Castle Cove». Mehrere weissen Sandstrände laden zum relaxen ein. Action über Wasser gibt’s mit Jetski oder Parasailing, unter Wasser geht man im Korallenriff sowie bei einigen Wracks die Tierwelt erkunden. Natürlich gibt es auch ein grosses Restaurant-/Bar-Angebot.

Der Kreuzfahrtgigant hat noch eine zweite Attraktion in Labadee (Bild oben), im Norden Haitis. Hierbei handelt es sich nicht um eine Insel, sondern um eine Art Resort, welches den Gäste von Royal Caribbean/Celebrity vorbehalten ist. Labadee wurde erst kürzlich erweitert und bietet nun sieben unterschiedliche «Neighborhoods» (Buccaneer’s Bay, Dragon’s Plaza, Labadee Town Square, Adrenaline Beach, Columbus Cove, Nellie’s Beach und der Barefoot Beach Club). An der Adrenaline Beach hat es eine eigene Achterbahn, in der Columbus Cove einen Wasserpark, und mit der «Dragon’s Breath Flight Line» steht die weltweit längste über Wasser führende Zipline zur Verfügung. Für die Gäste mit tieferem Portemonnaie, welche eine Grand Suite oder noch höhere Zimmerkategorien gebucht haben, stehen 20 Privat-Cabanas beim Beach Club zur Verfügung.