Cruise

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Die MSC Seaside am Donnerstag im Nebel von Monfalcone. Bilder: Thomas P. Illes

MSC hat noch nicht genug – weiteres Wachstum angestrebt

Von Thomas P. Illes

Die Münzzeremonie der MSC Seaview in der italienischen Fincantieri Werft in Monfalcone nahm die Reederei zum Anlass, laut über noch weitergehende Expansionspläne nachzudenken. travelnews.ch war mit dabei.

Rund 9 Milliarden Euro investiert MSC Cruises bekanntlich in den nächsten zehn Jahren in bis zu elf neue Schiffe. Zwar handelt es sich hierbei noch nicht alles um Festbestellungen, doch Gianni Onorato, CEO MSC Cruises, liess vor versammelter Presse- und Vertriebsschar mit seiner Bemerkung, wonach «er in seiner Laufbahn noch nie erlebt habe, dass Optionen nicht eingelöst wurden», keine Zweifel aufkommen, dass es die italienisch-schweizerische Reederei ernst meint mit dem angekündigten fulminanten Ausbau der Flotte. Und Pierfrancesco Vago, Executive Chairman von MSC Cruises, bestätigte: «Bis 2026 werden wir eine Verdoppelung der bisherigen Schiffs- sowie Verdreifachung der Gästekapazität erreicht haben.»

Die ersten 7’000er am Horizont...

In Onorato’s Investitionsausblick fanden auch die vor einem Jahr bei der französischen Werft STX France, St. Nazaire bestellten, im Moment noch im Projektierungsstadium befindlichen vier hochinnovativen Schiffe (inklusive zweier Optionen) mit Flüssigerdgasantrieb (LNG) der «World Class» Generation Erwähnung. Mit einer Bruttoraumzahl von 200'000 BRZ sollen diese die grössten umweltfreundlich(ere)n Kreuzfahrtschiffe auf den Weltmeeren werden. Aber auch in Sachen Passagierkapazität wird an einer neuen Rekordmarke gekratzt: Bis zu 7'000 Gäste werden die neuen Schiffe, wovon das erste 2022 in Dienst gestellt werden soll, beherbergen können. Der bisherige Rekordhalter, Royal Caribbean’s Harmony of the Seas (6.780 Pax), wäre damit entthront.

Appetit auf mehr

Das aber soll, wie Vago nun durchblicken liess, noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Bei seiner Festansprache blickte er kurz aber bedeutungsvoll zu Giuseppe Bono, CEO von Fincantieri, dankte ihm und der Werftbelegschaft für die bisherige gute Zusammenarbeit und meinte dann: «Peppino, mein Freund, wir möchten noch mehr und grösser bauen!» Konkreter wurden die beiden (noch) nicht, doch bereits am Vorabend liess im Gespräch mit travelnews.ch auch Achille Staiano, Head of Sales MSC Cruises, verlauten, dass man da, zumindest was die Anzahl der Schiffe betrifft «noch einiges mehr in Planung hätte...».

Game Changer und Eyecatcher

Zunächst einmal spielte aber die Nummer Drei des Neubauprogramms, die MSC Seaview die Hauptrolle. Die traditionelle Münzzeremonie markierte einen weiteren Baustein in deren Fertigstellung, die für Sommer 2018 vorgesehen ist.

In ihrer Premierensaison ist sie das neuste Highlight von MSC im westlichen Mittelmeer. Anschliessend wird sie von November 2018 an in Brasilien positioniert. Das 323 Meter lange Schiff mit 154'000 BRZ verfügt über Kapazitäten für 5'179 Passagiere. Der Bau ihres Schwesterschiffs MSC Seaside, die bereits im November 2016 erstmals Wasser unter den Kiel bekam, präsentierte sich derweil schon weit fortgeschrittener und liess anlässlich eines Rundgangs ihr ungewöhnliches, vielversprechendes Design bei Fertigstellung eindrücklich erahnen. Das Schiff soll nach seiner Taufe im Dezember dieses Jahres in Miami – seinem künftigen Heimat- und Ausgangshafen für Fahrten in der Karibik – auch einen weiteren wichtigen Expansionsschritt im für die Reederei ebenfalls als sehr relevant definierten nordamerikanischen Markt markieren.

Pierfrancesco Vago zeigte sich selbstbewusst, aber auch mit spürbarer Vorfreude davon überzeugt, dass das neuartige Schiffskonzept ein «Game Changer», ja sogar ein neues Wahrzeichen für die Metropole im Sunshine State sein wird. Mit ihrer spektakulären, an eine South Beach Condo erinnernde Heckansicht würde die MSC Seaside die Skyline der Stadt regelmässig dramatisch aufwerten und die auf dem Highway vorbeirauschenden Autofahrer gar zum Ausruf bewegen: «WHAT THE HELL IS THAT...?».

Man darf gespannt sein, was MSC Cruises weiter in petto hat...