Cruise

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Schnittige Prinzessin auf der Elbe

Zum besten Flussschiff 2016 wurde die Elbe Princesse von Croisi Europe gekürt.

Eine Prinzessin ist jung, hübsch und lockt mit ganz speziellen Reizen: Kein Wunder also, dass CroisiEurope, eine der grössten Flussreedereien in Europa, das jüngste Firmenbaby als Königstochter tituliert. "Elbe Princesse" heisst der Neuzugang, der im April dieses Jahres in Berlin getauft wurde und jetzt in der Kategorie "Bestes Flussschifff 2016" einen Kreuzfahrt Guide Award einheimsen konnte.

Die Prinzessin auf der Elbe wartet mit einem frischen, modernen Design auf und einer technischen Besonderheit: Sie kommt durch zwei Schaufelräder in Fahrt. Diese sind nicht etwa nostalgische Dekoration, sondern Voraussetzung für die schöne Route, die das Flussschiff nimmt. Von Berlin geht es über Wittenberg, Meissen und Dresden nach Prag. Flusskapitäne wissen, was das bedeutet. Die Elbe ist im Sommer oft flach wie ein Tümpel, die Schleusen auf der Strecke sind eng und wenn das Wasser steigt, besteht die Gefahr, dass die Brücken die Liegestühle vom Sonnendeck kratzen.

Tiefe Brücken, hohes Wasser

Doch wohin mit den Schaufelrädern? Die "Loire Princesse", die Croisi Europe über die ebenfalls flache Loire schippern lässt, trägt sie ganz klassisch mittschiffs rechts und links. Das sieht schick aus, ist aber auf der Elbe sehr unpraktisch. Das Schiff wäre zu füllig um die Mitte und könnte sich nicht durch die besonders schmalen Schleusen quetschen. So beauftragte man die Schiffsbauer in der STX Werft von Saint-Nazaire, die übrigens gleichzeitig an dem Ozean-Giganten "Harmony of the Seas" werkelten, die Konstruktion hinten anzubauen. Gesagt, getan: Die Schaufelräder mit dem eindrucksvollen Durchmesser von 4,60 Meter pflügen sich nun am Heck durchs Elbewasser und können die schnittige Prinzessin richtig in Fahrt bringen. Mit 20 Stundenkilometern prescht das Schiff voran, wenn der Kapitän ordentlich Gas gibt.

Doch noch ein Problem gab es zu lösen. Die Brückenbauer zwischen Berlin und Prag haben in alten Zeiten nicht gerade hochfliegende Pläne geschmiedet. Viele der steinernen Konstruktionen scheinen bei Hochwasser allenfalls für Paddelboote geeignet – an Touristen, die mit komfortablen Flussschiffen das Land erkunden wollen, hatte man damals nicht gedacht. Ein Paddler kann den Kopf einziehen, doch auch die "Elbe Princesse" kann sich bei Bedarf ducken. Der Admiral oder seine Kapitäne fluten die extra eingebauten Tanks mit Elbewasser, so dass die Prinzessin dann nur noch gut vier Meter aus den Fluten ragt und unter den Steinbögen durchflutschen kann.

Landschaft zieht vorüber

Um all diese technischen Fragen muss sich der Passagier natürlich nicht kümmern. Er entspannt im Liegestuhl auf dem Sonnendeck, lässt die Landschaft an sich vorüberziehen oder schaut den 13 mächtigen Aluminium-Schaufeln zu, wie sie sich fleissig drehen und das Elbewasser zum Schäumen bringen. Am Abend knipst die Crew dann die Lightshow an und die Schaufelräder zeigen, dezent in Himbeerrot und Flaschengrün angestrahlt, dass sie noch da sind.

Das gleiche Farbkonzept findet sich im Interieur. Die beiden gut harmonierenden Farben setzen geschmackvolle Akzente in einer schnörkellosen, in skandinavischem Stil gehaltenen Einrichtung. Das moderne Design schafft eine angenehme Wohlfühlatmosphäre, zu der auch noch andere Annehmlichkeiten wie das ausgesucht gute Essen mit französischem Einschlag beitragen.

Weitere Informationen: www.croisieurope.de

(JLE)