Cruise

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Müssen in diesen Tagen das Aida-Büro in Zürich mit ihrem Team räumen, v.l.: Rebecca Amstutz (Manager Marketing & PR International, AIDA CH/A), Dominika Lange (Head of International Sales & Marketing, AIDA) und Kay Sion (Business Development Manager International, AIDA ). Bild: TN

Aida Cruises gibt Schweiz-Vertretung auf

Funkstille bei Aida Cruises in der Schweiz. Was ist da los? Jetzt bestätigt der Aida-Hauptsitz: Künftig werden die Schweiz-Aktivitäten von Rostock aus gesteuert. Fünf Mitarbeitende verlieren ihren Job.

Erst im Dezember 2019 hat Aida Cruises in Zürich neue Büros bezogen und startete erfolgreich ins Jahr 2020. Seit zwölf Monaten stockt aber die Reisewelt. Und nun herrscht auch bei Aida Cruises in Zürich Funkstille. Nachdem wir diese Woche im Zuge einer Cruise-Umfrage von Aida Cruises vorerst ohne Antworten blieben, haben wir uns in der Branche umgehört, was ist da los? Von Reisebüro-Seite haben wir erfahren, dass es offensichtlich zu Kündigungen gekommen ist.

Als Travelnews am Hauptsitz bei Aida in Rostock nachfragt, bringen wir in Erfahrung: Aida gibt die Schweiz-Vertretung per sofort auf und betreut künftig jegliche Marktaktivitäten für die Schweiz von Rostock aus.

«Im Zuge seiner langfristigen Wachstumsstrategie hat Aida Cruises die Vertriebs- und Marketingaktivitäten in der Schweiz neu aufgestellt», teilt uns Kathrin Heitmann, Manager Communication von Aida Cruises mit. «Alle Themen werden zukünftig zentral von Deutschland aus realisiert. Die Aufgaben werden in die verschiedenen Geschäftsbereiche unter der Leitung von Alexander Ewig, SVP Marketing, Sales & E-Commerce, am Hauptsitz Rostock integriert. Uwe Mohr, Vice President Sales, ist auch weiterhin zentraler Ansprechpartner für die Vertriebspartner in den internationalen Märkten.»

Als weitere, aus unserer Sicht aber eher fragliche Begründung, fügt sie an: «In den letzten Jahren haben sich die Vertriebs- und Marketingstrukturen in den europäischen Quellmärkten in Europa verändert, mit einem klaren Trend zur Zentralisierung.» Daher sei es für Aida Cruises ein logischer Schritt, die Kräfte zu bündeln und länderübergreifend alle Vertriebs- und Marketingaktivitäten in Rostock zu zentralisieren.

Und Alexander Ewig, SVP Marketing, Sales & E-Commerce, sagt: «Wir danken allen Kolleginnen und Kollegen aus unserem Team International Sales & Marketing für ihr Engagement und ihren wertvollen Beitrag. Die Schweiz wird weiterhin ein wichtiger Baustein in der Wachstumsstrategie von Aida Cruises sein. Um neue Gäste aus diesen Märkten für einen Urlaub mit Aida zu begeistern, ist eine Marketingoffensive für den Restart bereits in Vorbereitung».

Fünf Personen ohne Job

Mit der Aufgabe der Schweiz-Niederlassung verlieren fünf Personen ihren Job*. Ob einige Personen aus dem Aida-Schweiz-Team weiterhin bei Aida beschäftigt bleiben, ist unklar.

Blickt man ins Handelsregister, fällt auf: Aida Cruises ist keine in der Schweiz eingetragene Firma. Das Team dürfte somit vertraglich in Deutschland angestellt gewesen sein – und konnte somit wohl auch nicht auf die Vorteile der Schweizer Kurzarbeit zählen.

Schade kommt es zu dieser Aufgabe. Das Schweizer Aida-Team war im Reisemarkt sehr gut verankert und lieferte auch gute Zahlen nach Rostock. Die sich abzeichnende Aufwärtsbewegung im Cruise-Markt – wir berichteten diese Woche darüber – kommt für das Schweizer Aida-Team leider zu spät.


* in einer früheren Version dieses Artikels gingen wir «von bis zu zehn Personen» aus, die ihren Job verlieren. Es handelt sich um fünf Personen.

(GWA)