Cruise

Wird Hapag-Lloyd Cruises ins Joint Venture von TUI und RCL integriert?

Bei TUI Cruises hält Royal Caribbean bereits 50 Prozent. Nun soll der Kreuzfahrtgigant auch bei Hapag-Lloyd einsteigen wollen.

Letzte Woche machte ein Gerücht die Runde, wonach TUI ein weiteres Kreuzfahrt-Joint-Venture anstrebe. Der Reisegigant hat dies bereits mit TUI Cruises umgesetzt, welche seit 2008 zur Hälfte dem Kreuzfahrt-Giganten Royal Caribbean Cruises (RCL) gehört. Nun ging es offenbar darum, dass auch Hapag-Lloyd Cruises in ein Joint-Venture überführt wird. Die im deutschsprachigen Markt führende Luxus- und Expeditionsreise-Reederei gehört ebenfalls zu TUI.

Jetzt scheint sich eine auf den ersten Blick nahe liegende Lösung anzubahnen. Wie die Kollegen von der «fvw» berichten, soll das Joint-Venture TUI Cruises selber über die Übernahme von Hapag-Lloyd Cruises verhandeln. RCL würde also nochmals Geld einschiessen. Zwar wird dies nicht direkt bestätigt; offenbar soll es aber möglicherweise schon im Februar zu einem Vertrag kommen können. Würde das Gemeinschaftsunternehmen auch Hapag-Lloyd Cruises übernehmen, würden die Marken und unterschiedlichen Positionierungen beibehalten werden.

Klar ist: TUI will das Geschäftsfeld Kreuzfahrten weiter wachsen lassen. Allerdings wächst die Konkurrenz gerade im Bereich der Luxus- und Expeditions-Kreuzfahrten massiv, so dass Überkapazitäten vorprogrammiert sind. Deshalb macht der Gang in ein weniger kapitalintensives Joint-Venture sicherlich Sinn. Wie viel bezahlt werden müsste, ist unbekannt. Hapag-Lloyd ist profitabel und erwirtschaftet nach Einschätzung von Analysten bei einem Umsatz von rund 320 Mio. Euro einen Gewinn von etwa 50 Mio. Euro. Die Auslastung lag zuletzt bei - für Luxusreiseunternehmen sehr guten - 79 Prozent.  

Hapag-Lloyd Cruises betreibt derzeit fünf Schiffe (Europa, Europa 2, Hanseatic Nature, Hanseatic Inspiration, Bremen) und hat noch ein weiteres Schiff (Hanseatic Spirit) im Bau mit Indienststellung 2021. Im Mai 2021 wird allerdings die Bremen ausgeflottet, welche an die Schweizer Reederei Scylla AG verkauft wurde.

(JCR)