Cruise

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Der grösste vollständig auf Schweizer Boden liegende See, der Neuenburgersee (Bild), über Kanäle verbunden mit dem Bieler- und dem Murtensee, bildet ein fantastisches Ausflugsgebiet. Auf den Seen kann man bald auch übernachten. Bild: Federico Respini

Jetzt kann man in der Schweiz auf Kreuzfahrt gehen

Auf der umgebauten MS Attila, welche im Dreiseenland unterwegs ist, lässt sich künftig übernachten. Im Sommer 2020 wird damit die Tourismusregion Neuchâtel-Biel-Murten um eine Attraktion reicher.

Das Dreiseenland mit dem Neuenburgersee, dem Bielersee und dem Murtensee, welche allesamt über schiffbare Kanäle miteinander verbunden sind, ist eine schöne Ausflugsregion am Jurafuss. Natürlich sind schon seit Jahrzehnten Ausflugsschiffe dort unterwegs. Doch bislang war das Angebot auf Tagesausflüge oder Charterfahrten begrenzt. Bald jedoch wird man echte Kreuzfahrten, also mitsamt Übernachtungsmöglichkeit, anbieten können - laut den Betreibern ein Novum für die Schweiz.

Genau genommen wird die «MS Attila», ein 1987 erbautes Ledischiff, welches schon bisher im Dreiseenland (und früher auch mal in Norddeutschland) im Einsatz war, generalüberholt, um sechs Meter verlängert und mit 9 Kabinen sowie einer «Captain's Lounge» ausgestattet. Der Umbau erfolgt im Heimathafen von Sugiez, im Broye-Kanal zwischen Neuenburger- und Murtensee, genau genommen in der Gemeinde Mont-Vully am Fuss des Winzerhügels Vully, der ebenfalls zwischen Murten- und Neuenburgersee liegt. Passend: Das Schiff ist in Besitz der 2019 gegründeten Reederei Vully, hinter welcher Investoren aus der Region Bern/Biel/Murten stehen. Zuvor hatte das Schiff einem lokalen Unternehmer gehört und war bei der Landesausstellung 2002 (Expo 02) in Gebrauch gewesen und seitdem als Event-Schiff im Einsatz.

Nach Abschluss des Umbaus wird das Schiff bereits Ende Sommer 2020 wieder ins Wasser gelassen. Aber erst ab Frühling 2021 wird dann eine «Croisière des Trois-Lacs» angeboten. Im Visier sind damit sowohl internationale Touristen als auch Schweizer Ausflügler. Das Schiff wird nebst diesen regulären Kreuzfahrten auch für Tages-Events oder ganze Wochenenden mietbar sein (für Seminare, Incentives, Konzerte und dergleichen Events) und soll aich auch temporäre Ergänzung für die Hotels der Seenregion bei hoher Auslastung verfügbar sein. Auch als stationäres «Bed and Breakfast» im Hafen von Sugiez kann es verwendet werden.

«Wir wollen eine zusätzliche Attraktion für diese fantastische Tourismusregion bieten», erklärt Richard Hurni, Verwaltungsratspräsident von Reederei Vully, jüngst vor versammelter Presse, «im Gegensatz zu unseren Nachbarländern ist nämlich in der Schweiz das Angebot mit Kreuzfahrten aus Seen und Flüssen bislang noch extrem dünn.»

Wie es sich heute gehört, sind natürlich auch Umwelt-Aspekte berücksichtigt worden. Die «neue» MS Attila wird bei Inbetriebnahme über zwei umweltfreundliche Elektromotoren verfügen, mit welcher Propeller angetrieben werden. Und die Reederei Vully hofft natürlich, dass der Trend zu Ferien wieder etwas näher zuhause genutzt werden kann: Indem man eben Kreuzfahrten jetzt auch innerhalb der Schweiz geniessen kann.

(JCR)