Cruise

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Das Kreuzfahrtgeschäft trotzt der wachsenden Kritik und hat auch 2018 deutlich zugelegt (im Bild ein Costa-Schiff vor Santorini). Bild: hello lightbulb

Die Kreuzfahrt-Branche ist weiter auf dem Vormarsch

Das Wachstum des Kreuzfahrt-Segments übersteigt jenes der Tourismusbranche im Allgemeinen. Trotzdem ist immer noch viel Potenzial vorhanden.

Die Cruise Lines International Association (CLIA), welcher die 60 wichtigsten Kreuzfahrtreedereien der Welt angehören, hat kürzlich neue Passagierstatistiken veröffentlicht. Diese zeigen eindrücklich auf, wie der Kreuzfahrtsektor weiterhin wächst – und dabei klar über dem durchschnittlichen Wachstum des Tourismussektors im Allgemeinen wächst. Laut dem «UNWTO World Tourism Barometer» sind internationale Touristenankünfte weltweit im letzten Jahr «nur» um 6 Prozent gewachsen.

Gemäss den CLIA-Zahlen wurden 2018 bereits 28,5 Millionen Kreuzfahrtpassagiere weltweit verzeichnet, was gegenüber 2017 einem Wachstum von 6,7 Prozent entspricht und über den ursprünglichen Prognosen aus dem Jahr 2017 liegt. Geografisch gesehen ist der bereits sehr «reife» Kreuzfahrtmarkt Nordamerika abermals um 9 Prozent gewachsen und stellt 14,2 Millionen Passagiere, also fast die Hälfte der globalen Kreuzfahrtpassagiere. Für das aktuelle Jahr lautet die Prognose, dass erstmals die Barriere der 30 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere durchbrochen wird.

Allerdings macht der Kreuzfahrt-Sektor weiterhin nur 2 Prozent des globalen Tourismussektors aus. Die CLIA geht deshalb weiterhin von starkem Wachstum auch in den kommenden Jahren aus.

Starkes Wachstum im Mittelmeer und in Alaska

Aus den CLIA-Zahlen geht hervor, dass auch das Cruise-Geschäft im Mittelmeer weiterhin gut gedeiht. Das Wachstum im letzten Jahr betrug 8 Prozent; über 4 Millionen Passagiere waren im Mittelmeer unterwegs. Auch die Karibik-Nachfrage hat wieder an Fahrt aufgenommen und 2018 um 6 Prozent zugelegt, womit insgesamt 11,3 Millionen Personen durch die karibische Inselwelt kreuzten. Das stärkste Wachstum verzeichnete Alaska, mit 13 Prozent Passagierwachstum innerhalb eines Jahres und nunmehr einer Million Passagiere in diesen nördlichen Gewässern. Dagegen flachte das starke Wachstum in Asien etwas ab und betrug nur noch 5 Prozent (total 4,2 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere aus den asiatischen Quellmärkten).

Eine weitere Erkenntnis der CLIA-Studie ist, dass viele Passagiere inzwischen auch kürzere Kreuzfahrten unternehmen. Die Nachfrage nach klassischen 7-Tages-Kreuzfahrten wuchs zwar um 9 Prozent, doch war das Nachfragewachstum bei dreitägigen (oder noch kürzeren) Kreuzfahrten bei 10 Prozent. Im globalen Durchschnitt wird allerdings immer noch 7 Tage gekreuzt. Darüber hinaus wächst auch der Wunsch, etwas weniger bekannte Ziele anzusteuern: «Access is the new luxury» lautet die Devise, und diese wird im wachsenden Segment der Expeditions-Kreuzfahrten mit kleineren Schiffen reflektiert.

Und für all jene, die immer noch meinen, Kreuzfahrten seien etwas für Senioren: Das Durchschnittsalter der Kreuzfahrtpassagiere weltweit lag 2018 bei gerade mal 47 Jahren. Wer mich jetzt einen Senior nennt, kann was erleben!

Anbei noch die Studienresultate im Überblick:

(JCR)